Re: 0,73908513321516064165531208767387
Wenn man den cosinus einer beliebigen reellen Zahl x nimmt,
und davon das ergebnis und immer den cosinus vom ergebnis
macht dann nähert sich das ergebnis immer der Zahl
0,73908513321516064165531208767387.
Für eine Funktion f(x) kann es x-Werte mit der speziellen Eigenschaft f(x) = x geben. Das ist anschaulich überall dort, wo die erste Winkelhalbierende den Graph der Funktion schneidet. Diese Schnittpunkte nennt man die Fixpunkte der Funktion. Die Bezeichnung kommt daher, weil die Fixpunkt-x-Werte durch Anwendung von f keine Änderung erfahren, sondern "fix bleiben". Eine Funktion kann keinen, einen oder mehrere (auch unendlich viele) Fixpunkte haben.
Es gibt zwei Arten von Fixpunkten: anziehende und abstoßende. Bei ersteren konvergiert die x-Folge, die durch wiederholte Anwendung der Funktion f, die sogenannte "Fixpunktiteration" xk + 1 = f(xk) entsteht, gegen den Fixpunkt-x-Wert, im zweiten führt sie davon weg. Zu welcher Sorte ein bestimmter Fixpunkt gehört, hängt von der Steigung von f in seiner Umgebung ab. Ist sie betragsmäßig kleiner[größer] als 1, dann ist es ein anziehender[abstoßender] Fixpunkt.
Nun zu Deinem Fall. Wenn Du Dir mal den Graph der Cosinusfunktion und die erste Winkelhalbierende in ein gemeinsames Koordinatensystem skizzierst, siehst Du, das cos nur einen einzigen Fixpunkt besitzt, nämlich den, den Du ausgerechnet hast. Aber das Besondere hier ist die Tatsache, dass jeder x-Wert unter unendlichfacher Anwendung von cos() bei diesem Fixpunkt endet. Das kann man leicht einsehen: Der Cosinus irgendeines Wertes liegt immer im Intervall [–1, +1], und der Cosinus irgendeines Wertes aus diesem Intervall liegt im Intervall [cos(–1), cos(+1)] = [≈0.5403, 1]. Egal welchen Startwert man wählt, nach den ersten beiden Iterationen ist man also stets in der Nähe des Fixpunktes gelandet. Dass es ein anziehender Fixpunkt ist, ist auch klar, denn die Steigung der Cosinusfunktion ist überall betragsmäßig kleiner als 1. Damit ist der Beweis, nach dem Du gefragt hast, erbracht.
Den x-Wert des Fixpunktes, also die Lösung der Gleichung cos(x) = x, kann man, weil diese Gleichung transzendent ist, nur numerisch berechnen. Das hast Du ja schon gemacht. Man kann jedoch auch eine Abschätzung dafür gewinnen, indem man cos(x) durch seine Taylorentwicklung 1 – 1/2 x2 annähert. Die Abweichung im Bereich des Fixpunktes hält sich noch in Grenzen. Die quadratische Gleichung 1 – 1/2 x2 = x, die man damit erhält, ist äquivalent zu x2 + 2 x – 2 = 0, und deren exakte Lösung ergibt sich mit Hilfe der pq-Formel zu √3 – 1 ≈ 0.73205. Das stimmt mit immerhin zwei Nachkommastellen mit dem exakten Wert überein.
Dieser Fixpunkt-x-Wert hat übrigens ausdrücklich weder etwas mit π/4 = 45° ≈ 0.785398 oder dem sin- und cos-Funktionswert davon, nämlich 1/2 √2 ≈ 0.707106 zu tun.
Hier mal zusammengefasst:
Der Graph der cos-Funktion (erstes Bogenstück)...
(1) ...schneidet die y-Achse im Punkt
(0 | 1)
(5) ...schneidet die x-Achse im Punkt
(π/2 | 0) = (≈1.570796 | 0)
(4) ...schneidet den Graphen der sin-Funktion im Punkt
(π/4 | 1/2 √2) = (≈0.785398 | ≈0.707106)
(3) ...schneidet die erste Winkelhalbierende im Punkt
(xFix | xFix) = (≈0.739085 | ≈0.739085)
(2) ...schneidet den Graphen der tan-Funktion im Punkt
(arcsin(Φ) | √Φ) = (≈0.666239 | ≈0.786151)
Dabei bezeichnet Φ den Goldenen-Schnitt-Wert Φ = (√5 – 1)/2 ≈ 0.618033.
hat die Zahl vielleicht
sogar eine gewisse Bedeutung in der Mathematik?
Mir ist keine Bedeutung bekannt.
Gruß
Martin