Schrödingers Katze

Von: , Frage gestellt am Fr, 29. Dez 2000


Hallo Leute!

Ich habe ein Problem mit einem Gedankenexperiment eines meiner Landsmänner: Erwin Schrödinger
In diesem kommt es seiner Meinung nach zu einer Überlagerung der Superpositionen von Katze tot|Katze lebendig. Und zwar so lange bis jemand die Kiste öffnet und nachsieht. Dann brechen die Superpositionen zusammen (ich vermute ihr kennt das alle)

Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der Superpositionen??

Herbert

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
    Re: Schrödingers Katze

    Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt
    es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der
    Superpositionen??

    Herbert
    hallo!
    soweit ich das verstanden habe, sagt schrödinger über das "interne" eines geschlossenen systems nichts aus. hier ist das geschlossene system die katze in der kiste, die von aussen nicht beobachtet wird.
    nur wenn jetzt von AUSSERHALB des systems eine beobachtung auf das system vorgenommen wird, brichen die superpositionen zusammen.

    markus

  2. Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
    Re: Schrödingers Katze


    Hallo Leute!

    Hiho Ich habe ein Problem mit einem Gedankenexperiment eines meiner
    Landsmänner: Erwin Schrödinger
    In diesem kommt es seiner Meinung nach zu einer Überlagerung
    der Superpositionen von Katze tot|Katze lebendig. Und zwar so
    lange bis jemand die Kiste öffnet und nachsieht. Dann brechen
    die Superpositionen zusammen (ich vermute ihr kennt das alle)

    Soviel ich weiss, verwendete Schrödinger dieses Beispiel, um aufzuzeigen, wie idiotisch die Regelung mit dem Beobachter ist. Sind nur Menschen Beobachter? Oder Lebewesen? Oder auch Steine? Wieso sollte jemand ausgezeichnet sein?
    Meines Wissens wird der Zustand sofort festgelegt, wenn das Quantenteilchen mit anderen in Interaktion tritt. Also tritt die Katze nie in einen Doppelzustand ein, da der Detektor, der die Quantenreaktion misst schon den Zustand des Systems festlegt. Damit steht also fest, ob die Giftflasche geöffnet wird oder nicht.
    Auf makroskopische Objekte lassen sich solche Quantenprozesse also nicht so ohne weiteres übertragen. Und wir können wieder beruhigt in dem Wissen schlafen, dass ein umstürzender Baum auch dann ein geräusch macht, wenn niemand da ist, es zu hören. ;-) Herbert

    Ciao, Mnementh

  3. Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
    Re: Schrödingers Katze

    Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt
    es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der
    Superpositionen??

    Hallo

    Wie schon werwähnt, war es genau dieses Problem, das Schrödinger mit seinem Beispiel hervorheben wollte.

    Heutzutage gehen die meisten Physiker davon aus, daß die Bildung des makroskopischen Systems an sich den Kollaps (oder was auch immer) hervorruft, aber wie das nun genau vor sich geht, weiss immer noch niemand.

    Die meiste Hoffnung macht man sich momentan durch Experimente mit Systemen, die auf der Grenze zwischen mikroskopisch und makroskopisch liegen und deren Studium den Mechanismus des Wellenfunktionskollapses aufklären könnte. Aber so viel ich weiss, ist man da noch nicht sehr weit gekommen.

    Gruß
    Thomas

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Schrödingers Katze


      Hallo Thomas,

      so leuchtets mir so ungefähr auch ein! Komisch daß das in keinem Buch das ich bisher gelesen habe das auch so erklärt wird.

      Danke - Herbert

  4. Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
    Re: Schrödingers Katze

    Das ist in der Tat eins der groessten Probleme der modernen
    Physik. Und ich denke, es steckt auch eine Menge Philosophie
    darin. Ein paar Worte, wie ich darueber denke:

    Die Quantenphysik geht einen voellig neuen Weg, Experimente
    zu beschreiben. In der Art und Weise, wie sie das tut, hebt sie
    sich von den klassischen Theorien ab (dazu zaehlt auch die
    Relativitaetstheorie). Die klassischen Theorien versuchen
    "Dinge" zu beschreiben, Koerper, ihre Bewegungen und deren
    Ursachen. Die Quantenphysik legt ihr Hauptaugenmerk auf das
    Experiment (wie es auch sein sollte). Die "Dinge", die am
    Experiment beteiligt sind, ihre wahre Natur, versucht die
    Quantenphysik nicht naeher zu beschreiben.

    Bleiben wir mal bei der Katze. Bei geschlossener Kiste sagt uns
    die Klassik, dass sich darin eine Katze (das "Ding") befindet,
    die entweder lebendig oder tot ist. Die Quantenphysik kuemmert
    sich _nicht_ darum, dass darin eine Katze ist, sie kuemmert sich
    _ausschliesslich_ darum, wie das Experiment (Oeffnen des Deckels)
    ausgehen kann, naemlich mit dem Erblicken einer toten oder
    lebenden Katze. Die Quantentheorie vermag fuer die beiden
    moeglichen Ausgaenge nur eine Wahrscheinlichkeit anzugeben.
    Wie gesagt, wie man sich eine Mischung aus tot/lebendiger Katze
    vorstellen will, ist _nicht_ Aufgabe der Quantenphysik. Die
    Wellenfunktionen sind lediglich ihr Hilfsmittel, verschiedenen
    Ausgangszustaenden Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen.

    MEB
    P.S. Gesundes und frohes neues Jahr...

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Schrödingers Katze


      Hallo!

      Interessant, wie verschieden alle darüber denken. Weiß jemand was
      sich E.Schrödinger ursprünglich darüber gedacht hat?

      Herbert

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