Das ist in der Tat eins der groessten Probleme der modernen
Physik. Und ich denke, es steckt auch eine Menge Philosophie
darin. Ein paar Worte, wie ich darueber denke:
Die Quantenphysik geht einen voellig neuen Weg, Experimente
zu beschreiben. In der Art und Weise, wie sie das tut, hebt sie
sich von den klassischen Theorien ab (dazu zaehlt auch die
Relativitaetstheorie). Die klassischen Theorien versuchen
"Dinge" zu beschreiben, Koerper, ihre Bewegungen und deren
Ursachen. Die Quantenphysik legt ihr Hauptaugenmerk auf das
Experiment (wie es auch sein sollte). Die "Dinge", die am
Experiment beteiligt sind, ihre wahre Natur, versucht die
Quantenphysik nicht naeher zu beschreiben.
Bleiben wir mal bei der Katze. Bei geschlossener Kiste sagt uns
die Klassik, dass sich darin eine Katze (das "Ding") befindet,
die entweder lebendig oder tot ist. Die Quantenphysik kuemmert
sich _nicht_ darum, dass darin eine Katze ist, sie kuemmert sich
_ausschliesslich_ darum, wie das Experiment (Oeffnen des Deckels)
ausgehen kann, naemlich mit dem Erblicken einer toten oder
lebenden Katze. Die Quantentheorie vermag fuer die beiden
moeglichen Ausgaenge nur eine Wahrscheinlichkeit anzugeben.
Wie gesagt, wie man sich eine Mischung aus tot/lebendiger Katze
vorstellen will, ist _nicht_ Aufgabe der Quantenphysik. Die
Wellenfunktionen sind lediglich ihr Hilfsmittel, verschiedenen
Ausgangszustaenden Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen.
MEB
P.S. Gesundes und frohes neues Jahr...