Supraleiter als Energiequelle

Von: , Frage gestellt am Do, 4. Jan 2001

Ich hätte mal eine Frage:

Hätte man einen perfekten Supraleiter, der bei Zimmertemperatur funktioniert, könnt man nicht z.B. in einen gut isolierten "Block" Supraleiter - Metall gewaltige Mengen von elektrischem Strom induzieren und ihn dann als eine Art "Superbatterie" verwenden - man könnte damit sehr energetisch anspruchsvolle Systeme versorgen: Z.B. einen starken tragbaren Laser oder ein Elektroauto?!

Florian

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Supraleiter als Energiequelle

    Klaro wuerde das gehen, wieso nicht...

    Oder Ueberlandleitungen koennte man bauen ohne Verluste...

    Allerdings zeigt sich dann aber bei einer bestimmten Elektronendichte ein "Absprühen" dieser...

    CIAO

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: Supraleiter als Energiequelle

      Allerdings zeigt sich dann aber bei einer bestimmten
      Elektronendichte ein "Absprühen" dieser...
      Du kannst ruhig weiter reden, ich höre interessiert zu....:)

      • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
        Re^3: Supraleiter als Energiequelle

        Oh Mann,

        ich bin kein Physiker, aber ich habe mal gehoert, dass man die Dichte nicht geliebig erhoehen kann ohne dass sich die Elektronen dann gegenseitig aus dem Material herausschiessen.

        Das Abspuehen von Elektronen macht man sich z.B. beim Feldionen-Mikroskop zu nutze. Allerdings erst bei Kruemmungen im nm-Bereich, was viel kleiner ist aus die Kruemmung von supraleitenden Spulen...

        Sorry

        • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
          Re^4: Supraleiter als Energiequelle

          Das Abspuehen von Elektronen macht man sich z.B. beim
          Feldionen-Mikroskop zu nutze. Allerdings erst bei Kruemmungen
          im nm-Bereich, was viel kleiner ist aus die Kruemmung von
          supraleitenden Spulen...
          Was meinst du mit Krümmung? Raumkrümmung?

          • Antwort von nach 17 Stunden 1 hilfreich
            Re^5: Supraleiter als Energiequelle

            Hi, Was meinst du mit Krümmung? Raumkrümmung?
            Eigentlich meine ich geometrische Kruemmung. Die Normalkomponente der elektrischen Feldstarke an der Oberflaeche eines Leiters ist propotional des dort vorherrschenden elektrischen Potentials Po und umgekehrt dem Kruemmungsradius Ro, wobei die Kruemmung kappa=1/Ro ist. Also:

            En = Po/Ro

            die Tangetialkomponente Et = 0. Deshalb stehen die elektrischen Feldstaerkevektoren auch senkrecht auf der Oberflaeche. Wenn die Kruemmung also genuegendgross wird (also Ro sehr klein) dann waechst En selbst bei festem Po ueber alle Maßen und wird so gross, dass Elektronen entlang der Feldlinien aus der Oberflaeche rausschiessen. Dies gilt aber nur im elektrostatischen Fall und nicht im elektrodynamischen Fall und wie weit das auch im supraleitenden Fall noch gilt, weiss ich echt nicht. Denn solche Effekte gehoeren wohl eher in die Quantenmechanik und nicht zur klassischen Elektrodynamik.

            Allerdings steckt in der Elektrodynamik schon sehr sehr tief implizit Qauntenmechanik und RelativitaetsTheorie drin.

            CU

  2. Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
    Re: Supraleiter als Energiequelle

    ... und was das für einen Knall gäbe, wenn der Supraleiter über seine Sprungtemperatur erhitzt oder bei einem Unfall beschädigt würde!

    • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
      Re^2: Supraleiter als Energiequelle

      Recht hat er :-)))))

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Supraleiter als Energiequelle

      Holla ... und was das für einen Knall gäbe, wenn der Supraleiter
      über seine Sprungtemperatur erhitzt oder bei einem Unfall
      beschädigt würde!
      Ohne gross weiter nachzudenken (und Kraefte zu berechnen); ist nicht nur eine ungleichmaessige, punktuelle Erwaermung ein Problem?
      In Teilchenbeschleunigern kenne ich das gleiche Problem, dort werden "Quench"-Detektoren eingesetzt, um im Notfall den kompletten Supraleiter ueber die Sprungtemperatur zu bekommen...

      Gruss, Lutz

      • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
        Re^3: Supraleiter als Energiequelle

        In Teilchenbeschleunigern kenne ich das gleiche Problem, dort
        werden "Quench"-Detektoren eingesetzt, um im Notfall den
        kompletten Supraleiter ueber die Sprungtemperatur zu
        bekommen...
        Teilchenbeschleuniger sind aber keine Energiespeicher. Die Kryomagneten enthalten jeweils nur die Energie, die für die Aufrechterhaltung des Magnetfeldes benötigt wird. Um ein Auto anzutreiben benötigt man viel größere Energiemengen. Da ist es dann egal, ob der Quench nur an einem Punkt, oder im ganzen Supraleiter stattfindet, weil die gespeicherte Energie (im Gegensatz um Teilchenbeschleuniger) ausreicht, um den kompletten Supraleiter zu zerstören.

        Dazu eine kleine Rechnung:

        Moderne Elektrofahrzeuge haben einen Wirkungsgrad von 77%, während Verbrennungsmotoren bei 15% herumdümpeln. Bei Speicherung der Antriebsenergie in einem Supraleiter kann der Wirkungsgrad noch einmal gesteigert werden, so daß ich einmal von 90% ausgehe. Wenn wir weiterhin annehmen, daß unser Elektroauto die gleiche Reichweite, wie ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor haben soll, dann benötigt es dafür 1/6 der Energie. Bei einem bescheidenen Tankvolumen von 30 Liter und einem Brennwert von 44 MJ/l wären das 220 MJ.

        Jetzt nehmen wir an, es kommt zu einem Quench im frisch aufgeladenen Supraleiter und die 220 MJ werden auf einem Schlag in Wärme umgewandelt, dann könnte man damit 85 l Wasser verdampfen und selbst wenn der Energiespeicher 100 kg wiegt und eine Wärmekapazität von 2,2 kJ/kgK (der Wert für technische Keramiken liegt zwischen 1,2 und 2,5) hat, würde sich das Ding auf 1000°C erhitzen. Wenn es nicht gelingt, den Quench gleichmäßig im gesamten Supraleiter zu verteilen, wäre die lokale Erhitzung noch viel stärker und es würde sogar zu einer Verdampfung des supraleitenden Materials selbst kommen, was natürlich eine Explosion zur Folge hätte.

        Um also Betriebssicher zu sein, dürfte der Energiespeicher nicht mit Medien gekühlt werden, die unterhalb von 1000°C verdampfen und er müßte eine Panzerung für den Explosionsschutz sowie eine Wärmedämmung besitzen, die einer derartigen Temperatur mehrere Minuten standhält.



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