Siehe Maximilian,
Es kann einfach passieren, dass das Vektorfeld ausserhalb des Definitionsbereichs eine Singularitaet hat. Dann landest Du, wenn Du einmal um ein solches Loch drumrumlaeufst, eine Etage hoeher oder tiefer. Standardbeispiel ist der komplexe Logarithmus, dessen Gradientenfeld ist ausserhalb der Null definiert, erfuellt die I-Bedingungen, sieht aber aus wie eine Wendeltreppe.
Andere, endlichere Beispiele kommen aus der Funktionentheorie, man nehme die implizit definierte Funktion w(z),
w^2=p(z), p ein Polynom mit einfachen Nullstellen, der Gradient ist dann rational in z=x+iy, ist integrabel mit Loechern bei den Nullstellen von p, und einmal um ein solches Loch drumrumlaufen wechselt das Vorzeichen von w.
Integrabilitaet heisst einfach, dass man lokal ein Potential finden kann, das ist aber nur bis auf eine Integrationskonstante eindeutig. Fuegt man mehrere solcher Schnipsel so zusammen, dass die Integrationskonstanten "passen", d.h. hebt und senkt man das Potential, so dass es stetig wird, dann erhaelt man Unabhaengigkeit von der Reihenfolge der Schnipsel nur fuer einfach zusammenhaengende Gebiete, bei Loechern kann man auf einen schon fixierten Schnipsel stossen und die Konstanten passen nicht, da beide (aktueller und aelterer Schnipsel) schon fixiert sind.
Der Knackpunkt ist also nicht, dass solche Mehrdeutigkeiten auftreten koennen, sondern dass sie bei einfachen Gebieten gerade nicht auftreten.
Ciao Lutz