Strom

Von: , Frage gestellt am So, 16. Sep 2001

In der Schule haben wir gelernt, daß Strom bei Leitern ‚außen‘ fließt. Daher schützt ein pharadäischer Käfig vor z. B. Blitzeinschlägen. Aber warum ist das so?

Fragt sich Euer Physikdilettant

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 30 Minuten 1 hilfreich
    Liber Füssickdilletant

    Ein "Faradayischer" Käfig funktioniert erstmal nur bei langwelliger elektromagnetischer Strahlung (Radiostrahlung)
    Strom fließt außerdem nicht immer außen an Leitern, im Gegenteil, eigentlich fast nie - ABER!:
    Gleichstrom ist es egal, er fließt gleichmäßig verteilt. Bei Wechselströmen bilden sich im Leiter wirbelströme, die den Elektronenfluß nach außen drängen. Bei immer höherer Frequenz ist der flußdurchschnitt immer weiter außen anzutreffen, er hört aber nie auf auch in der Mitte des Leiters zu fließen, wenn auch nur minimalstens.

    hoffe, das reicht dir, ohne auf details einzugehen.

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re: Liber Füssickdilletant

      Danke, recht anschaulich erklärt.

      Aber was passiert eigentlich bei einem Blitz? Der ist doch kein Wechselstrom, oder?

      Servus
      Dein/Euer
      Füssickdilletant

      • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
        Re^2: Liber Füssickdilletant

        Danke, recht anschaulich erklärt.

        Aber was passiert eigentlich bei einem Blitz?
        Sehr einfach gesagt:
        Auf Grund hoher elektrischer Feldstärke kommt es zu einer
        Entladung. Dabei fließt etwas elektrischer Strom.
        Wenn dieser Strom vollständig durch ein Lebewesen fließt,
        macht das klein, schwarz und häßlich. Meist fließt aber nur
        eine Teilentladung über ein Blitzschlagopfer. Die Folgen sind
        trotzdem meist unangenehm (Verbrennungen an den Ein- und
        Austrittsstellen und kurzzeitiges Fieber -> das haut den
        stärsten Eskimo vom Schlitten).
        Wenn man sich nun in einen Metallkäfig setzt, dann
        hat der Blitz keine Not sich mühselig duch den Körper zu
        quälen. Weil der Blitz etwas faul ist, nimmt er lieber den
        leichten Weg durch das Metall, weil dieses einen Kurzschluß
        vom Kopf zu den Füßen darstellt.
        Kurzschluß bedeutet, daß der Spannungsabfall über den Körper
        gegen Null geht und folglich fließt kein Strom. Der ist doch
        kein Wechselstrom, oder?
        Jein. Der Blitzstrom fließt wie Gleichstrom nur in eine
        Richtung, aber mit einer gewissen Spannungsanstiegs-
        geschwindigkeit bzw. Spannungabfallgeschwindigkeit.
        Da sich also Spannung und Strom zeitlich schnell ändern hat er
        auch die Eigenschaften eines Wechselstroms mit niedrigen
        bis hohen Frequenzen .
        Nur so ist es erklärbar, daß bei einem Blitzschlag ein
        "Elektromagnetischer Puls" (EMP) ensteht, also eine
        hochfrequente elektromagn. Abstrahlung. Servus
        Dein/Euer
        Füssickdilletant
        Was für dicke Tante?

        Hoffe es populärwissentschftlich,
        einfach genug erklärt zu haben :-))
        Gruß Uwi

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Käfig im Experiment

      hi frank...
      nachdem ich mal erleben durfte, wie im Deutschen Museum ein künstlicher Blitz in einen Drahtkäfig einschlug, der darin sitzende Mensch absolut unverletzt danach ausstieg...

      Also, die Abschirmung dürfte auch bei etwas kürzerwelligen elektromagnetischen entladungen funktionieren...
      das Metallgeflecht lenkt die Entladung einfach um den Hohlraum im Käfig herum.
      Allerdings würde ich nicht irgentwelche metallteile Anfassen, wenn der Blitz einschlägt.

      (Deinen sonstigen Ausführungen ist natürlich nichts mehr hinzuzufügen)
      Gruß
      Mike

  2. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Test?

    In der Schule haben wir gelernt, daß Strom bei Leitern ‚außen‘
    fließt. Daher schützt ein pharadäischer Käfig vor z. B.
    Blitzeinschlägen. Aber warum ist das so?

    Fragt sich Euer Physikdilettant
    Hallo Herbert
    geh lieber wieder Benzin sägen ;-)
    *wink*
    Rainer

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Säge?

      Servus Rainer Fragt sich Euer Physikdilettant
      Hallo Herbert
      geh lieber wieder Benzin sägen ;-)
      selbstverständlich hacke ich Benzin -
      oder hat schon jemand gehört, daß man Benzin mit einer Säge bearbeiten kann? ;-)


      Servus
      Euer Deidsch un Füssickdilletant




      *wink*
      Rainer

    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Herbert hat recht

      Hi Rainer, Hallo Herbert
      geh lieber wieder Benzin sägen ;-)
      *wink*
      Herbert hat recht, mit der Handsäge kann man Benzin nicht sägen, weil die kinetische Energie zu niedrig ist. Erst eine hochtourige Kreissäge könnte eine ausreichend hohe kinetische Energie aufbringen.

      Nehmen wir ein Kreissägeblatt mit 32 cm Durchmesser, das hätte dann einen Umfang von etwa 1 m. Bei einer Drehzahl von etwa 3000 U/min hätte die Säge eine Umfangs-geschwindigkeit von 50 m/s. Die Masse eines Sägezahns sei etwa 2 g. Damit ist die kinetische Energie eines Zahnes (m/2 mal v²): E = 0,001 kg mal 2500 m²/s² =2,5 Nm.

      Eine Axt mit einer Blatt-Masse von 1 kg, selbst nur aus freiem Fall (also ohne zusätzlichem Schwung!) mit einer Fallhöhendifferenz von nur 2 m, hätte am Auftreffpunkt des Benzins die kinetische Energie: E = 0,5 kg mal 2 mal 9,81 m/s² mal 2 m = 19,6 Nm.

      Selbst wenn jetzt bei der Kreissäge jeweils vier Zähne gleichzeitig "im Eingriff" sind (etwas Zwischenraum zwischen den Zähnen ist für ausreichende Tropfenbildung erforderlich!), kommt die Säge nur auf einen Energie-Eintrag von 10 Nm, also der halben Energie der Axt, die im obigen Beispiel ja noch nicht mal mit "Schwung" berechnet wurde.

      Weil Schnittgeschwindigkeiten größer als 60 m/s für Benzin aber bereits feuergefährlich sind (Quelle: Shell-Atlas), kann Benzin nicht gesägt, sondern nur gehackt werden.

      Gruß
      Pat

  3. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Re: Strom

    In der Schule haben wir gelernt, daß Strom bei Leitern ‚außen‘
    fließt. Daher schützt ein pharadäischer Käfig vor z. B.
    Blitzeinschlägen. Aber warum ist das so?

    Fragt sich Euer Physikdilettant
    Hallo

    Erstmal heißt der Mensch Faraday und außerdem fließt ein Gleichstrom auch durch Gegenstände innerhalb des Käfigs .
    Es gibt den sogenannten Skin-Effekt bei hochfrequenten Wechselspannungen , und die Abschirmung elektrostatischer Felder im Inneren von metallischen Hohlkörpern .
    Das bedeutet , im inneren des Käfigs gibt es keine elektrostatische aufladung .
    Wenn nun jemand in einem solchen Käfig sitzt , und ein Blitz einschlägt , so ist der Innenraum relativ spannungsfrei .
    Steht jemand barfuß auf dem feuchten Boden und fasst er auch noch den oberen Punkt des Käfiges an , so gebe ich keine Garantie , denn nicht nur die Spannungen , sondern auch die Ströme sind bei einem natürlichen Blitz sehr hoch .

    MfG
    Matthias

  4. Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
    Danke, und wo es noch falsch geschrieben steht

    Also, erstmal danke an alle für die anschaulichen Anworten.

    Wo ich den falsch geschriebenen Ausdruck herhab? Von dieser Seite: http://www.handymania.org/web/handy05.htm . Irgendwie hab ich mich ja über die Schreibweise gewundert, hatte ich doch irgendwo im Namen noch ein Y in Erinnerung. Aber dann hab ich mir gedacht, es wäre doch vermessen, daß ich als Deidschdiletantal es besser wissen würde als die Hersteller einer so schönen Internetseite. Ist keine Entschuldigung, denn als Deidschtiledand sollte man den Duden immer neben sich liegen haben.

    Seawas
    Eicha Deidsch- Fisik- un sons no so manchs Tiledand



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!