Re^2: Konstruktion (Entschuldigung: lang)
Hallo Helga,
Wichtig ist m.E., dass sich die 0-Dimension und die höheren
Dimensionen (höher als 3) weitgehend im Hypothetischen
bewegen. Sie sind mögliche Denkstrukturen, aber keine
wirklichen Gegebenheiten.
Mit dieser Meinung zeihst Du Dich total auf die "starre
Anschauung" zurück. Wenn man schon mal ganz simpel an die
Mechanik starre Körper betrachtet, merkt man plötzlich, daß
nur die drei Raumangaben vollkommen unzureichend sind.
schönen Dank, Helga, für den Einwand, der mir schon zu denken gibt, schönen Dank auch für die freundliche Art der Formulierung - das finde ich keineswegs unwichtig :-) . Selbstverständlich: Wenn man an die Chaostheorie denkt und an Mandelbrot-Mengen, dann denkt man natürlich sofort auch an solche Dinge.
Gleichwohl kann ich die Kritik nicht unterschreiben. Die Theorie, die im Ausgangposting dargestellt wurde, ist keine Theorie, die sich auf Erfahrung gründet, wie dein Bewegungsbeispiel, sondern ein rein geometrisches Verfahren, dem ich einen logischen bzw. pragmatischen Fehler unterstellt habe.
Ob die Theorie der Zeit als vierte Dimension von Einstein selbst stammt oder aus seinen Theorien abgeleitet ist, weiß ich im Moment nicht, aber diese Theorie hängt - nach meiner Erinnerung - unmittelbar mit der Relativitätstheorie zusammen. Und die lässt sich überprüfen, ob sie funktioniert oder nicht. Freilich ist die Frage, warum sie funktioniert eine andere, nämlich die Frage nach der Begründung der Theorie.
Versucht man die Bewegung schon nur eines Massepunktes im Raum
zu beschreiben, so benötigt man
1. die Angaben über drei Raumkoordinaten,
2. zusätzlich noch Angaben über die Geschwindigkeit (schon
wieder 3 richtungsabhängige Angaben) mit der sich der Körper
bewegt und
3. Die Angabe zu welchem Zeitpunkt die gewonnenen Angaben
zutreffen.
Fazit: Schon zur vollständigen Beschreibung der Bewegung eines
Massepunktes sind 7 (3 Ort, 3 Geschwindigkeit bzw. Impuls, 1
Zeit) Angaben notwendig, d.h. wir bewegen uns in einem
7-dimensionalen Raum.
Ich meine, dass sich Punkt 2 aus Punkt 1 ergibt, also Vektoreigenschaften darstellt - ich hoffe, dass ich das richtig ausgedrückt habe - (du bist ja die Mathematikerin): es blieben also die drei Raumdimensionen und die ein Zeitdimension, insgesamt 4, und die sind ja die strittigen.
Andere Beispiele für höherdimensionale Räume fallen mir z.B.
im Rahmen der Statistik (wieso sollte man nur 3 Eigenschaften
versuchen zu erfassen?) oder der Bildverarbeitung ein.
Ich bin zunächst überzeugt davon, dass man auch die aus den anderen ableiten können müsste.
So "aus der Welt" sind also höherdimensionale Räume doch
nicht, auch wenn wir so unsere Schwierigkeiten haben, uns
deren Geometrie vorzustellen.
Das Problem ist ja nicht, dass sie so "aus der Welt" sind, wie du es formulierst, sondern dass sie zwei rechenbar, aber nicht vorstellbar sind, so wie etwa die imaginären Zahlen (Wurzel aus Minuszahlen). Dass man mit etwas rechnen kann, beweist ja noch nicht, dass es real existiert im Sinne einer physikalischen Gegebenheit. Zumindest jedenfalls müsste der Bezug näher erläutert werden, bevor man ontologisiert, also gegenständlich macht. Denn "Gegenständlich-Machen" bedeutet ja gerade, eine Vorstellung dreidimensional machen.
Ich weise also die Kritik, mich auf eine "starre Anschauung" zurückzuziehen in toto zurück, bleibe allerdings dabei, dass die klassische Anschauung (im Sinne einer Denkbarkeit) grundlegend bleiben muss und dass man da, wo die Anschauung nicht mit den Ergebnissen der Wissenschaften übereinstimmt (RT, QT, CT), nach der Begründung der Theorien fragen muss, um sie befriedigend zu erklären. Wenn nämlich die Theorien zwar die Welt erklären, selbst aber unverständlich (im Sinne von widersprüchlich zum menschlichen Verständnis bleiben), dann erklären diese Theorien zwar etwas, aber ob sie es richtig erklären, ist eine andere Frage.
Ex falso quodlibet. Das Experiment bestätigt lediglich, dass etwas in sich stimmig ist, nicht aber, dass es hinreicht im Sinne einer "Weltformel". Dass hier noch großer Bedarf ist, zeigen die Unstimmigkeiten zwischen RT und QT hinreichend, meine ich.
Nun bin ich ein bisschen weit abgedriftet vom eigentlichen Thema, was aber daran liegt, dass ich nicht damit zufrieden bin, wie die Dinge dargestellt werden. Ich bitte um Verzeihung.
Herzliche Grüße
Thomas Miller