Monogamie

Tag zusammen,

vielleicht bin ich hier falsch, aber ich frag mal:
Wieviele Tierarten gibt es die strikt monogam sind, also
ihr Leben mit nur einem einzigen Sexualpartner verbringen.
Bisher kenne ich nur Tauben, und da war, glaube ich, noch eine
Entenart, aber sicher bin ich bei beiden nicht.

Noch eine weitere Frage und die die mich eher interessiert
gibt es Monogame Tierarten die Carniforen (Fleischfresser)
oder wenigstens Allesfresser (wie der Mensch) sind?
wobei der Mensch natürlich als nicht monogam einzustufen
sind.

Vielen Dank für die Antworten

Frank

gar nicht so selten!
Hallo Frank!

vielleicht bin ich hier falsch, aber ich frag mal:

Du bist hier genau richtig!

Wieviele Tierarten gibt es die strikt monogam sind, also
ihr Leben mit nur einem einzigen Sexualpartner verbringen.
Bisher kenne ich nur Tauben, und da war, glaube ich, noch eine
Entenart, aber sicher bin ich bei beiden nicht.

Ein paar Beispiele aus der Vogelwelt:
Mandarinente, Storch, Papageien (auch Wellensittiche), Gänse, Weißkopfseeadler, Kea, Möven, Kondor, Pinguine…

Und Säugetiere:
Klippspringer, Dachse, Marderhunde, Gibbons, roter Panda, Biber…

Und sogar bei den „nieder entwickelten“ Tieren gibt’s Monogamie: z.B. die Schmetterlingsfische

Bei den Vögeln ist es so, dass Nesthocker im Gegensatz zu Nestflüchtern meist monogam leben.
Je länger die Aufzucht der Jungen dauert (oder je umständlicher sie ist, z.B. bei den Pinguinen), desto eher entwickelt sich bei dieser Tierart Monogamie.

Bei einigen Tieren, die als monogam gelten, sind bis zu 40 Prozent der Nachkommen nicht von dem Männchen gezeugt, das sie aufzieht.
Deswegen wurde hier der Begriff der „sozialen Monogamie“ eingeführt: die Tiere bleiben zwar ihr Leben lang mit ihrem Partner zusammen - aber es gibt dennoch „Seitensprünge“…

Grüße,
Nina

Hi Frank!

Monogamie ist am häufigsten bei Vogelarten zu finden. So vermutete man, daß die Monogamie bei Vogelarten deshalb das vorherrschende Paarungssystem ist (sie tritt bei ca. 90% der Arten auf), weil „jedes Männchen und jedes Weibchen im Durchschnitt mehr Nachkommen zeugt, wenn sie sich die Aufzucht der Brut teilen.“ Diese Hypothese ist für viele Seevögel und Greifvögel zutreffend, weil die Entfernung oder der Tod des Partners bei diesen Arten zum kompletten Verlust der Brut führt. Bei vielen Singvögeln trifft sie jedoch nicht zu, weil deren Junge zwar ebenfalls von beiden Eltern aufgezogen werden, sie aber bei Verlust des Partners einen Teil der Brut erfolgreich allein aufziehen können. Die vorherrschende Monogamie entsteht, weil die Möglichkeiten zur Polygynie aus folgenden Gründen begrenzt sind:

  • starke Konkurrenz der Männchen untereinander,
  • Benachteiligung der Weibchen in polygynen Verpaarungen, weil sie die Unterstützung durch die Männchen verlieren.

Man findet allerdings bei monogamen Vogelarten oft das Phänomen der „extra pair copulations“ (EPCs). Der Vorteil für die Männchen liegt auf der Hand, für die Weibchen ist die Frage, ob für sie EPCs einen Nutzen mit sich bringen, noch nicht vollständig geklärt.

Bei Säugetierarten ist Monogamie viel seltener als bei Vogelarten, weil zum einen die männliche Brutpflege bei Säugern einen viel geringeren Nutzen mit sich bringt und weil zum anderen die Form des Paarungssystems sehr stark von der Fähigkeit des männlichen Säugetiers abhängt, Weibchen zu bewachen.

Gruß,

Oliver

Hallo.

Also wenn Du nur auf die genetische Monogamie hinaus willst, ist es sehr selten.

Nur 5% der Säugetiere leben monogam.

um die Antwort weiter unten zu ergänzen…
weitere monogam lebende Tiere sind:
Krallenäffchen
Seepferdchen
Haselhühner

allerdings weiss ich leider nicht, was die so verspeisen…

Gruß
EV

Bei einigen Tieren, die als monogam gelten, sind bis zu 40
Prozent der Nachkommen nicht von dem Männchen gezeugt, das sie
aufzieht.
Deswegen wurde hier der Begriff der „sozialen Monogamie“
eingeführt: die Tiere bleiben zwar ihr Leben lang mit ihrem
Partner zusammen - aber es gibt dennoch „Seitensprünge“…

Hallo Nina,

da wird wieder deutlich, daß Tiere auch nur Menschen sind…

Gruß
Wolfgang

da wird wieder deutlich, daß Tiere auch nur Menschen sind…

…und umgekehrt

Also würde man jetzt Menschen als Monogamisten (oder wie das jetzt heißt) ansehen oder nicht? Gibt ja solche und solche und ich fürchte, das ist eh noch Gesellschaftsbedinngt. Nicht Wahr?

Also würde man jetzt Menschen als Monogamisten (oder wie das
jetzt heißt) ansehen oder nicht? Gibt ja solche und solche und
ich fürchte, das ist eh noch Gesellschaftsbedinngt. Nicht
Wahr?

Eher nicht. Der Mensch ist als Art entwicklungsgeschichtlich noch nicht sehr alt und in den Völkern der Erde findet man sehr viele Varianten des Zusammenlebens. Unsere nächsten Verwandten, die Primaten, zeigen zwar innerhalb ihrere Arten nur jeweils eine Variante, dafür aber bei jeder Arte eine andere, sogar zwischen so eng verwandten Arten wie den Schmipansen und den Zwergschimpansen (Bonobos).

Es ist nicht geklärt, ob (bzw. wie sehr) die jeweilige Form des Zusammenlebens bei den Primaten genetisch programmiert ist. Es ist wahrscheinlich, das der genetische Einfluss sehr gering ist, große Variationen zuläßt und die Art der Zusammenlebens in sehr starkem Maße kulturell bedingt ist (bei fast allen Primaten, inklusive Mensch).

Wichtig ist, dass die Sache gesellschaftlich funktioniert, dass der langfristige Nutzen (Aufzucht der Jungen) gewahrt bleibt und nicht zu teuer erkauft werden muss. Wie das am besten geht, ist bei individualisiert-sozialen und kulturellen Tieren wie uns (und anderen Primaten) sicher sehr von der jeweiligen Lebenssituation abhängig, die sich relativ schnell ändern kann. Daher ist eine gewisse (genetische) Flexibilität sicher vorteilhaft.

Gruß
Jochen

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