Hallo
Wer kennt die Zusammensetzung von Bitumen oder Teer? Welche Stoffe sind da drin?
Danke
Chris
Hallo
Wer kennt die Zusammensetzung von Bitumen oder Teer? Welche Stoffe sind da drin?
Danke
Chris
Hi Chris,
bevor ich mir die Finger blutig tippe, laß ich mal wieder den Herrn Römpp ran.
Gandalf
Bitumen
(Plural: Bitumina, zur Namensableitung s. unten). Nach DIN 55 946 Tl. 1 (12/1983) Bez. für die bei der schonenden Aufbereitung von Erdölen gewonnenen, dunkelfarbigen, halbfesten bis springharten, schmelzbaren, hochmol. Kohlenwasserstoff-Gemische u. die in Schwefelkohlenstoff lösl. Anteile der natürlichen Asphalte sowie Erdwachs, Montanwachs. Die B. sind kolloide Syst. (meist Sole), die in einer öligen Grundmasse (Maltene) dunkle, harz- bis kohlenartige Kohlenstoff-reichere Teilchen vom mittleren MR 300 bis 3000 enthalten (Asphaltene); man kann aus ihnen z. B. Pentan-lösl., Heptan-lösl. u. a. Anteile abtrennen. Durch Chromatographie od. Dest. erhält man Fraktionen, die entweder bes. reich an Paraffinen, an kondensierten Ringverb. (Naphthene) u. aromat. Kohlenwasserstoffen sind od. überwiegend aus polaren aromat. Verb. (Harzen) bestehen. Zur Bestimmung des Paraffin-Gehalts von B. u. dessen Zusammensetzung s. Lit. . Alternde B.-Sole können sich unter Ausflockung in festere Gele umwandeln. In der MAK-Liste wurden B. in den Abschnitt III B, die Liste der Stoffe mit begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential, aufgenommen.
B. wird durch sog. Deasphaltierung von geeigneten Erdölen u. vergleichbaren Produkten der Kohlehydrierung gewonnen. Wird Rohöl mit einem Propan-Butan-Gemisch nahe der krit. Temp. extrahiert, fällt ein unlösl. Rückstand, sog. Asphalt an, der durch Dest. raffiniert werden kann. Bei der Herst. von Oxidationsbitumen durch Durchblasen von Luft (s. Asphalt) erhöht sich der Anteil von Asphaltenen im B. von 10 auf 30%.
Verw.: Als Anstrichstoffe, im Bautenschutz, als Vergußmasse, als elektr. Isoliermaterial, hauptsächlich aber als Straßenbaumaterialien u. in der Dachpappen-Ind. sowie als Abdichtungsmittel gegen Grundwasser. Ein Zusatz von Schwefel zum B. od. die Reaktion von B. mit Maleinsäureanhydrid bzw. SO3 können das Niedrigtemp.- u. Ermüdungsverhalten von Straßenbaumaterial verbessern; Zusätze von Polyolefinen erhöhen Plastizität u. thermomechan. Verhalten des Bitumens. Unter bituminösen Stoffen versteht man Stoffe, die B., Teer u./od. Pech in irgendeinem Prozentsatz enthalten. Sie kommen entweder in der Natur vor od. werden techn. hergestellt. Abweichend von der obigen Definition werden in den USA die B. als Asphalte bezeichnet. Der Name B. ist von latein.: bitumen = Pech, Erdharz hergeleitet; dieses stammt von pix tumens (Gräberpech), weil die Ägypter Asphalte aus dem Toten Meer zur Leicheneinbalsamierung benutzten .
Lit.: 1 Chem. Tech. (Leipzig) 30, 417 ff., 586 ff. (1978). 2 Naturwissenschaften 75, 618 ff. (1988).
allg.: Book of ASTM Standards, Bd. 04.04: Roofing, Waterproofing and Bituminous Materials, Philadelphia: ASTM (jährlich) ï Kirk-Othmer (3.) 3, 284–327; (4.) 3, 689–724 ï Ullmann (4.) 8, 527–541; (5.) A 3, 169 ff. ï Winnacker-Küchler (4.) 5, 74, 134 ff., 155 ff.
E bitumen (GB), asphalt (USA)
F = I bitume
S betún, asfalto
Teer
(indogerman. Wurzel: deru = Baum). Flüssiges bis halbfestes, tiefschwarzes od. braunes Produkt, das bei der trockenen Destillation von Steinkohle, Braunkohle, Holz, Torf u. a. fossilen Brennstoffen entsteht u. in erster Linie aus Kohlenwasserstoff-Gemischen besteht. Die chem. Zusammensetzung ist je nach Herkunft sehr unterschiedlich. Die wirtschaftlich größte Bedeutung haben der Steinkohlenteer u. der Braunkohlenteer, während Ur-T., Holz-T., aus Knochen bei der Herst. von Knochenkohle gewonnener T., Torf-T., Schiefer-T. u. a. techn. nur geringe Bedeutung haben, wohl aber für spezielle, z. B. hautmedizin. Zwecke (T.-Präp., z. B. Teerseifen); s. a. Pix u. Kreosot. T.-Produkte sind wegen ihres carcinogenen Potentials (MAK-Liste, Gruppe III A 1, s. a. Gruppe V d) nur unter bes. Vorsichtsmaßnahmen zu verarbeiten.
Je nach Herkunft werden die verschiedenen bei der Dest. erhältlichen Fraktionen unterschiedlichen Siedebereichen zugeordnet, dementsprechend uneinheitlich ist auch die Benennung bei verschiedenen T.-Arten, vgl. Kirk-Othmer, Winnacker-Küchler u. Ullmann (Lit.). T.-Öle sind ölige Flüssigkeiten, die bei der fraktionierten Dest. von Steinkohlen-T. entstehen (sie machen etwa 30% des Roh-T. aus) u. – nach Abtrennung der als Chemierohstoffe wichtigen kondensierten Aromaten u. Heterocyclen – als Heizöl, zur Holzkonservierung, Rußgewinnung, als Bestandteil von Straßenteer- u. Bautenschutzmitteln Verw. finden. T.-Peche sind Rückstände der Dest. von Steinkohlen-T., s. a. Pech. T.-Emulsionen in Wasser, denen zur Stabilisierung Emulgatoren beigemengt sind, werden u. a. als Bindemittel im Straßenbau, als Anstrichmittel für Dachanstriche, zum Bautenschutz u. dgl. verwendet.
Umgangssprachlich u. im Laborjargon werden mit T. fast alle schwärzlichen Produkte bezeichnet, die bei Schwelung od. Dest. organ. Substanzen entstehen, wie z. B. auch die Kondensate im Tabakrauch od. die bei Laboratoriumsdest. verbleibenden Rückstände (Pech, „Harze“, „Gammel“).
Lit.: Kirk-Othmer (4.) 23, 679–717 ï Ullmann (4.) 22, 411–446; (5.) A 26, 91–127 ï Winnacker-Küchler (4.) 5, 472–491, 646 f.
E tar
F goudron
I catrame
S brea, alquitrán
Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 2.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1999