über den 'Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten'

Hallo,

ich soll einen Vortrag über den Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten halten, und dabei nicht nur auf den Paragraphen rumhacken…

Dabei fallen mir nur wenige Dinge ein:
-Transportbehälter verwenden
-nur kleine Mengen transportieren
-von Feuerquellen fernhalten
-im Chemikalienschrank aufbewahren
-wenn entzündet darauf achten, ob mit Wasser oder nicht zu löschen ist
-Entsorgung beachten, wenn nicht verdunstet

Hat jemand noch konkrete Vorschläge, oder kann mir eine gute Internetadresse nennen, wo man sich „fernab der Paragraphen“ belesen kann?
Es geht hauptsächlich um Ethanol, Aceton, Isopropanol, Toluol, Xylen.
Ethanol und Aceton für techn. Anwendungen werden meist in 1 L Plastflaschen vom Chemikalienlager ins Labor transportiert. (natürlich meist ohne extra Behälter *hüst*).

Danke und Gruss!
Nicole

Hi

keine literatur, aber noch zwei tips:

Vorsorge gegen elektrostatische Aufladungen treffen (z.B. Metallkanister erden).

Eintrocknen verhindern, da z.B. bei reinem Diethylether sonst unangenehme Radikalkettenreaktion (recht heftig) einsetzen kann.

Grüße,

Hasta Lavista

Dabei fallen mir nur wenige Dinge ein:
-Transportbehälter verwenden
-nur kleine Mengen transportieren
-von Feuerquellen fernhalten
-im Chemikalienschrank aufbewahren
-wenn entzündet darauf achten, ob mit Wasser oder nicht zu
löschen ist
-Entsorgung beachten, wenn nicht verdunstet

Hat jemand noch konkrete Vorschläge, oder kann mir eine gute
Internetadresse nennen, wo man sich „fernab der Paragraphen“
belesen kann?
Es geht hauptsächlich um Ethanol, Aceton, Isopropanol, Toluol,
Xylen.
Ethanol und Aceton für techn. Anwendungen werden meist in 1 L
Plastflaschen vom Chemikalienlager ins Labor transportiert.
(natürlich meist ohne extra Behälter *hüst*).

Danke und Gruss!
Nicole

Hallo Nicole,

ich soll einen Vortrag über den Umgang mit brennbaren
Flüssigkeiten halten, und dabei nicht nur auf den Paragraphen
rumhacken…

Wie man bei uns zu sagen pflegt: da hast Du Dir ein schönes Ei eingefangen…
Bei Deiner Vorbereitung wirst Du nicht umhin kommen Dich mit den einschlägigen Verordnungen und Vorschriften zu beschäftigen. Aber eines stimmt natürlich: Ein herunterbeten von Paragraphen und Vorschriften ist das sicherste Mittel seine Zuhörer in einen wohligen Dämmerschlaf zu versetzen :wink:
Wichtig ist natürlich zuerst der Adressat des Vortrags: Ein Chemiearbeiter, der das Zeug im Tonnenmaßstab einsetzt muß andere Dinge beachten wie der Laborant der vielleicht mal eine 5l-Flasche auf dem Tisch hat.

Dabei fallen mir nur wenige Dinge ein:
-Transportbehälter verwenden
-nur kleine Mengen transportieren
-von Feuerquellen fernhalten
-im Chemikalienschrank aufbewahren
-wenn entzündet darauf achten, ob mit Wasser oder nicht zu
löschen ist

Dazu eine Anmerkung: Wenn’s schon brennt, ist es dafür zu spät! JEDER, der mit gefährlichen Stoffen oder Zubereitungen arbeitet muß sich im Vorfeld über die Gefahren und ihre Eindämmung/Bekämpfung informieren. Geeignete Löschmittel sind da nur ein Punkt.

-Entsorgung beachten, wenn nicht verdunstet

Nun, so wenig ist das doch gar nicht. Daraus könnte man schon locker einen 15 Minuten-Vortrag machen (z.B. mit ein paar netten Bildchen von Verbrennungen).
Aber ich würde anders vorgehen: Schnapp Dir die UVV und ackere sie durch. Die Kunst ist dann das Ganze so aufzubereiten, daß die Zuhörer nicht umgehend einschlafen. Also z.B. nicht nur sagen, daß die UVV beim Transport die Verwendung eines Behälters (z.B. Plastikeimer) vorschreibt, sondern möglichst anschaulich erläutern was passieren kann. Hier also z.B. deutlich machen, daß auch der aufmerksamste Mitarbeiter stolpern, mit einem um die Ecke Kommenden zusammenstoßen oder mit dem (oft wehenden) Kittel an einer Türklinke hängenbleiben kann (hier ist dann Deine Phantasie gefragt).
In den UVV findest Du eigentlich Alles, was im Labor beim Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten zu beachten ist. Der Knackpunkt ist hier immer, daß man das Entstehen einer explosionsfähigen Atmosphäre verhindern muß. Zündquellen (bes. offenes Feuer) sind natürlich fern zu halten, aber ein Labor ist nun mal naturgemäß voller potentieller Zündquellen (das fängt beim Lichtschalter an und hört mit der „normalen“ Steckdose noch lange nicht auf).
Im direkten Umfeld der Flüssigkeit, bzw. beim Arbeiten mit ihr oder dem Umfüllen ist eine Ex-Atmosphäre natürlich nicht immer zu vermeiden. Hier sind dann die entsprechenden Zusatzmaßnahmen, wie Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung oder arbeiten im Abzug, zu treffen.
Hilfreich dürfte auch ein Blick in die VbF sein. Es ist in meinen Augen auch für Laboranten wichtig, diese Verordnung zu kennen, bzw. mindestens zu wissen was AI bis AIII und B bedeutet.
Aber vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der Dir konkrete Schulungsunterlagen geben kann oder eine entsprechende Internetadresse kennt.

Es geht hauptsächlich um Ethanol, Aceton, Isopropanol, Toluol,
Xylen.

Eine Frage: was ist denn Xylen? Oder meinst Du Xylol?
Toluol ist AI, Aceton, EthOH und Isoprop sind VbF-Klasse B.

Ethanol und Aceton für techn. Anwendungen werden meist in 1 L
Plastflaschen vom Chemikalienlager ins Labor transportiert.
(natürlich meist ohne extra Behälter *hüst*).

Dazu enthalte ich mich besser eines Kommentars. Es soll ja auch noch Leute geben, die mit dem Mund pipettieren… Aber ich habe auch lange genug im Labor gearbeitet um zu wissen wie weit manchmal Anspruch und Wirklichkeit auseinander liegen :wink:

Wenn Du noch Fragen hast melde Dich ruhig noch einmal…ich werde mein bestes tun.

Gruß Stefan

Danke und Gruss!
Nicole

die TRbF und Xylol
Hallo Stefan!

Vielen Dank für Deine Ausführungen; die Unfall-„ideen“ sind nicht schlecht (Kittel in Tür), darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht :smile:

Ja, Unterlagen sind kein Problem, ausserdem habe ich schon Folien vom Vorgänger bekommen (mit „§“ also wieviel, warum, welche Kennzeichung).

Mit Xylen ist natürlich Xylol gemeint, habe die Sprachen durcheinander gebracht; habe damit auch selten zu tun, ist das ein Alkohol oder Keton?

auch noch Leute geben, die mit dem Mund pipettieren…

Um Himmels Willen! Mir kribbeln schon subjektiv die Hände, wenn ich mit Flusssäure zu tun habe und die dicken Handschuhe anhabe…obwohl ein Praktikum im Fachbereich Chemie uns Azubis mal gezeigt hat, dass Chemiker abgebrühter sind. („wenn das Haus noch steht, ist der Versuch gelungen“ *lol*)

Zur Lagerung habe ich schon eine nette Geschichte gehört: hier gab es mal eine Mitarbeiterin, die Putzwolle in einem Schrank mit brennbaren Materialien aufbewahrt hat (ungenügend gesichert), bis sich eines Tage die Wolle entzündete und der Schrank abfackelte; ist sonst nichts weiter passiert, nur gut, dass die gefährliche Gase in speziellen Sicherheitsschränken gelagert werden müssen, sonst hätte es noch schlimmer ausgehen können.

Kennst Du die „Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten“ (TRbF)? Steht da was praktisches drinnen? (gehört mit zu den VbF)

Nochmals besten Dank!

Viele Grüsse,
Nicole

Xylol
Hi

Mit Xylen ist natürlich Xylol gemeint, habe die Sprachen
durcheinander gebracht; habe damit auch selten zu tun, ist das
ein Alkohol oder Keton?

Weder noch. Es ist Dimethylbenzol. Meist meint man p-Dimethylbenzol damit, es gibt aber auch die o- und m- Formen.

Grüße,
Hasta Lavista

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Hi Nicole,

Mit Xylen ist natürlich Xylol gemeint, habe die Sprachen
durcheinander gebracht; habe damit auch selten zu tun, ist das
ein Alkohol oder Keton?

Ja, ja, immer dieser Sprachenmix…aber dann fehlt da noch ein e *g*. Was Xylol ist wurde ja bereits beantwortet.

auch noch Leute geben, die mit dem Mund pipettieren…

Um Himmels Willen! Mir kribbeln schon subjektiv die Hände,
wenn ich mit Flusssäure zu tun habe und die dicken Handschuhe

HF ist wirklich ein Teufelszeug. Bei uns wurde letztens eine HF-Pumpe getauscht. Wir hatten vorher (unter Annahme des worst-case) eine Ausbreitungsrechnung gemacht - für die Dauer der Arbeiten war dann das halbe Werksgelände gesperrt…

anhabe…obwohl ein Praktikum im Fachbereich Chemie uns Azubis
mal gezeigt hat, dass Chemiker abgebrühter sind. („wenn das
Haus noch steht, ist der Versuch gelungen“ *lol*)

Kommt mir bekannt vor *g*

Zur Lagerung habe ich schon eine nette Geschichte gehört: hier
gab es mal eine Mitarbeiterin, die Putzwolle in einem Schrank
mit brennbaren Materialien aufbewahrt hat (ungenügend
gesichert), bis sich eines Tage die Wolle entzündete und der
Schrank abfackelte; ist sonst nichts weiter passiert, nur gut,
dass die gefährliche Gase in speziellen Sicherheitsschränken
gelagert werden müssen, sonst hätte es noch schlimmer ausgehen
können.

Glück gehabt. Das kann auch leicht anders ausgehen. Mit solcher Gedankenlosigkeit (es wird schon nichts passieren) sind schon Katastrophen ausgelöst worden…

Kennst Du die „Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten“
(TRbF)? Steht da was praktisches drinnen? (gehört mit zu den
VbF)

Nun, kennen ist zuviel gesagt. Ich weiß im groben was darin steht und wenn ich es genauer brauche, habe ich über unser Intranet Zugriff.
Ich habe eben noch mal kurz reingesehen: Spar Dir die Lektüre…es sei denn, Du weißt nicht wohin mit Deiner Zeit. Diese Regeln sind interessant, wenn Du Gebäude planst oder Arbeitsanweisungen erstellst. Aber wenn Du „nur“ einen Vortrag über den täglichen Umgang mit bF halten willst, sollten die UVV ausreichen. Es dürfte die Zuhörer wenig interessieren, welche Kapazität eine Auffangwanne im Lösemittelschrank haben muß oder welche baulichen Anforderungen an ein VbF-Lager gestellt werden. Und die für einen Laboranten wichtigen Aussagen aus den TR sind in die UVV eingearbeitet.

Nochmals besten Dank!

Gerne geschehen - bei weiteren Fragen nur keine Hemmungen zeigen.

Gruß Stefan

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Ok, alles klar; Dankeschön! o/t

Hallo Nicole…nochn Gedicht
Brennbare Flüssigkeiten sind meist auch Wassergefährdend…wodurch sich das Feld noch erweitert
Gruss
Roger