näheres sagen, für welche Errungenschaft er dieses Jahr vergeben wird?
Vielleicht mit ein wenig Erläuterung?
Vielen Dank!
Grüße
Caro
näheres sagen, für welche Errungenschaft er dieses Jahr vergeben wird?
Vielleicht mit ein wenig Erläuterung?
Vielen Dank!
Grüße
Caro
Hi Caro,
hmmm… Soviel ich weiß, wird in der Kategorie ‚Biologie‘ kein Nobelpreis verliehen… Alle anderen findest Du hier: http://www.nobel.se/
Beste Grüße
Tessa
Hi Caro!
Für Bio gibt´s keinen Nobelpreis, wohl aber einen für „Physiologie oder Medizin“. Mit dem konnten dann auch so bekannte Biologen wie Karl Lorenz und Niko Tinbergen beehrten werden.
In diesem Jahr geht der Preis an 3 Wissenschaftler: Sydney Brenner, Robert Horvitz und John Sulston. Die drei sollen bedeutende Forschungen auf dem Gebiet der Ontogenese (Entstehungsgeschichte des Individuums) durchgeführt haben.
Während der Ontogenese bilden sich im Organismus sehr viele Zellen, die sich zu den Organen gruppieren. Es entstehen aber viel mehr Zellen als benötigt werden. Daher kommt es zu einem Massensterben von Zellen, dem sogenannten programmierten Zelltod (Fachbegriff: Apoptose). Bei der Entwicklung des Gehirns ist es - bezogen auf die Nervenzellen - ein einmaliger Vorgang, weil im Zentralnervensystem keine neuen Nervenzellen gebildet werden. Bei anderen Organen kommt es häufiger dazu, weil ja immer wieder neue Zellen gebildet werden und welche absterben.
Den Prozeß der Organbildung und des programmierten Zelltods haben die Preisträger anhand der Fadenwurmart Caenorhabditis elegans untersucht, die beteiligten Proteine (Eiweiße) und die sie codierenden Gene identifiziert. Beim genannten Fadenwurm sind 4 Proteine beteiligt. Zwei der Proteine, CED-9 und CED-4, finden sich in den Mitochondrien, den sogenannten „Kraftwerken“ der Zellen. Wenn die Hemmung von CED-9 auf CED-4 durch EGL-1 aufgehoben wird, dann gelangt CED-4 als sogenannter „Todesbote“ in den Zellkern und aktiviert dort CED-3, was den Tod der Zelle zur Folge hat.
Entsprechende Proteine und die sie codierenden Gene wurden auch beim Menschen identifiziert, was Hoffnung darauf macht, daß Krankheiten, bei denen die Apoptose gestört ist (Krebs, AIDS, Hepatitis) wirkungsvoller als bisher bekämpft werden können.
Freundliche Grüße,
Oliver
sicher??
hallo!!
Bei der Entwicklung des
Gehirns ist es - bezogen auf die Nervenzellen - ein einmaliger
Vorgang, weil im Zentralnervensystem keine neuen Nervenzellen
gebildet werden.
hat da nicht fred gage genau das gegenteil gezeigt?? oder haben sich wieder mal alle zu früh gefreut??
tschüss
matthias
Hallo Matthias!
Du bist ein aufmerksamer Leser, wie ich finde.
Bei der Entwicklung des
Gehirns ist es - bezogen auf die Nervenzellen - ein einmaliger
Vorgang, weil im Zentralnervensystem keine neuen Nervenzellen
gebildet werden.hat da nicht fred gage genau das gegenteil gezeigt?? oder
haben sich wieder mal alle zu früh gefreut??
Ich habe mir mal die Berichte zu Fred Gage angesehen. Da steht geschrieben, daß im Hippocampus eine bescheidene Neuronenneubildung stattfinden soll. Falls dieser Befund bestätigt werden konnte, dann hast Du Recht mit Deiner Anmerkung. Allerdings glaube ich, daß der Hinweis im Kontext meines Postings doch eher Erbsenzählerei ist.
Freundliche Grüße,
Oliver
hallo!!
Ich habe mir mal die Berichte zu Fred Gage angesehen. Da steht
geschrieben, daß im Hippocampus eine bescheidene
Neuronenneubildung stattfinden soll. Falls dieser Befund
bestätigt werden konnte, dann hast Du Recht mit Deiner
Anmerkung. Allerdings glaube ich, daß der Hinweis im Kontext
meines Postings doch eher Erbsenzählerei ist.
ganz weit gefasst fasziniert mich der nachweis der neubildung weil es wieder einmal die nahezu unendliche plastizität unseres körpers zeigt. das betrifft sowohl die physis als auch die psyche.
und beides (flexibilität, plastizität, veränderung, …) ist für mich therapeutisch „der schlüssel zum erfolg“.
im rahmen deines postings ist sozusagen „meine begeisterung mit mir durchgegangen“
)-aber das thema wäre vielleicht ein eigenes posting mit reger diskussion wert??!!
tschüss
matthias
(der jetzt dank plastizität schon fast mit allen 10 fingern schreiben kann)
Hallo Matthias!
ganz weit gefasst fasziniert mich der nachweis der neubildung
weil es wieder einmal die nahezu unendliche plastizität
unseres körpers zeigt. das betrifft sowohl die physis als auch
die psyche.
Mich fasziniert nicht so sehr die Neubildung von einigen Neuronen im Hippocampus, sondern die Fähigkeit von Gehirnteilen, Funktionen von defekten oder nicht existenten Gehirnteilen zu übernehmen.
im rahmen deines postings ist sozusagen „meine begeisterung
mit mir durchgegangen“)
Hatte ich auch schon vermutet 
-aber das thema wäre vielleicht ein
eigenes posting mit reger diskussion wert??!!
Indeed.
(der jetzt dank plastizität schon fast mit allen 10 fingern
schreiben kann)
und ich treffe sogar die richtigen Tasten, ohne hinzuschauen! 
(Prozedurales Gedächtnis nennt man das)
Herzliche Grüße,
Oliver
hallo!!
habe schon in washington
) angefragt ob die neubildung auch auf andere bereiche zutrifft.
antwort sollte morgen kommen.
tschüss
matthias
p.s. was machst du wenn die „übernahme“ durch neubildung zustandekommt??
))
Hi!
habe schon in washington
) angefragt ob die neubildung auch
auf andere bereiche zutrifft.
antwort sollte morgen kommen.
Sag mir mal Bescheid, wenn die Antwort da ist.
p.s. was machst du wenn die „übernahme“ durch neubildung
zustandekommt??))
Daß die „Übernahme“ durch Neubildung zustande kommt, halte ich für so unwahrscheinlich, daß ich mir für diesen Fall noch kein Verhaltensprogramm ankonditioniert habe 
Freundliche Grüße,
Oliver
voila!!
hallo!!
die haben sich diesmal selber übertroffen und innerhalb 10min die antworten geschickt-neuer rekord!!
für alle des englisch mächtigen:
Dr. Elizabeth Gould, a professor of Psychology at Princeton University, has reported recently (Science, October 15, 1999) that new neurons are added to other parts of the brain in adult macaque monkeys. These areas include those involved in „higher functions“ such as learning, problem solving, and memory. Dr. Gould and her research group saw the generation of neurons in the prefrontal cortex, inferior temporal cortex, and the posterior parietal cortex. Each of these areas has been implicated in cognitive functions. The prefrontal region is thought to be involved in short-term memory and decision making; the inferior temporal area contributes to visual recognition (e.g., recognition of faces); and the posterior parietal cortex aids in interpreting the positions of objects in space.
This month (war dezember 2001) scientists backed away from previous conclusions about neurogenesis – that is, growth of new nerve cells – when they found that nerve cells do not grow in the neocortex of adult primates. The study, done by Drs. David Kornack and Pasko Rakic, used a combination of techniques to look at cells in the neocortex, the brain’s specialized outer layer where complex functions such as planning, reasoning, and language take place. The „neo“ in neocortex means „new,“ signifying that this area evolved later and is not as primitive as other cortical areas (such as the „older“ hippocampus).
The researchers used molecular markers to examine and identify different cell types in the adult brain. One marker (BrdU) tagged new cells, a second marker tagged neurons (nerve cells), and the third marker tagged glial cells (glia). Glia are cells that support nerve cells.
In addition to the molecular tools, the researchers used confocal microscopy to examine thousands of cells to determine cell type. Microscopic examination was important because often a cell with two markers may lead the researchers to think it was a new cell. However, the special optics of the confocal microscope can help researchers tell the difference when there are two cells instead of one.
The scientists concluded that neurogenesis does occur in the adult primate hippocampus and olfactory bulbs, but found no evidence of new nerve cell growth in the neocortex. However, they did find evidence of new glial cells in the neocortex.
ist doch schon mal ein anfang wenn man bedenkt das die ganze sache erst seit wenigen jahren im laufen ist.
Daß die „Übernahme“ durch Neubildung zustande kommt, halte ich
für so unwahrscheinlich, daß ich mir für diesen Fall noch kein
Verhaltensprogramm ankonditioniert habe
ich muss noch mal ein bisschen blättern-zu dem thema steht viel in gazzaniga „the new cognitive neurosciences“.
tschüss
matthias
Hallo Matthias!
Vielen Dank erstmal für die Info!
die haben sich diesmal selber übertroffen und innerhalb 10min
die antworten geschickt-neuer rekord!!
Das ging wirklich schnell!
Der 2. Punkt, den Du zitierst, widerlegt ja den ersten und bestätigt das, was ich über Gages Befunde gelesen habe. Danach kommt es also nur im Hippocampus (und Bulbus olfactorius) zur Neurogenesis (müßte doch eigentlich Neuro neo genesis heißen?). Allerdings meine ich, daß dies - im Gegensatz zum früheren Wissen - zwar eine bedeutsame Entdeckung ist, aber die generelle Aussage, daß die Plastizität des Gehirns nicht auf Neuronenneubildung zurückzuführen ist, aufrechterhalten werden kann. Man sollte jedoch ein „im wesentlichen“ einfügen.
Freundliche Grüße,
Oliver
hallo!!
Der 2. Punkt, den Du zitierst, widerlegt ja den ersten und
bestätigt das, was ich über Gages Befunde gelesen habe. Danach
kommt es also nur im Hippocampus (und Bulbus olfactorius) zur
Neurogenesis (müßte doch eigentlich Neuro neo genesis
heißen?). Allerdings meine ich, daß dies - im Gegensatz zum
früheren Wissen - zwar eine bedeutsame Entdeckung ist, aber
die generelle Aussage, daß die Plastizität des Gehirns nicht
auf Neuronenneubildung zurückzuführen ist, aufrechterhalten
werden kann. Man sollte jedoch ein „im wesentlichen“ einfügen.
ist doch am anfang immer normal dass sich die ersten ergebnisse widersprechen. mal sehen was die nächsten jahre so bringen.
man erklärt sich die tatsache dass z.b. ratten in einem „enriched environment“ eine höhere gehirnmasse als ihre artgenossen haben die in einer nicht stimulierenden umgebung waren damit-ich zitiere „increasing neuronal survival by changing the balance between apoptosis and neurogenesis“.
der spruch „use it or loose it“ hat sich also wieder mal bestätigt.
tschüss
matthias
Hallo Matthias!
ist doch am anfang immer normal dass sich die ersten
ergebnisse widersprechen. mal sehen was die nächsten jahre so
bringen.
Es sind doch aber nicht die ersten Ergebnisse! Schon seit langer Zeit geht man aufgrund von Forschungsergebnissen davon aus, daß im ZNS keine Neuronenneubildung stattfindet. Daß man Neuroneogenesis im Hippocampus gefunden hat, war eine Überraschung (obwohl: Wenn man nach Neuroneogenesis suchen will, in welcher anderen Hirnregion soll man suchen, wenn man die größte Wahrscheinlichkeit haben will, daß man etwas findet?). Deshalb sehe ich das Nichtfinden von Neuroneogenesis im Neocortex nicht als „normalen“ widersprüchlichen Befund an. Die Hypothese ist NICHT diese: Es gibt Neuroneogenesis im ZNS und ein paar Befunde widersprechen dieser Hypothese. Sondern: Es gibt keine Neuroneogenesis im ZNS und ein paar Befunde weisen darauf hin, daß es doch welche in bescheidenem Umfang gibt.
man erklärt sich die tatsache dass z.b. ratten in einem
„enriched environment“ eine höhere gehirnmasse als ihre
artgenossen haben die in einer nicht stimulierenden umgebung
waren damit-ich zitiere „increasing neuronal survival by
changing the balance between apoptosis and neurogenesis“.
Dieser Hypothese setze ich die i.a. vertretene Hypothese entgegen, daß die Unterschiede in der Gehirnmasse auf Unterschiede in der Anzahl und Stärke der Synapsen zurückzuführen ist.
der spruch „use it or loose it“ hat sich also wieder mal
bestätigt.
Die „Use it or loose it“-Hypothese sehe ich im Zusammenhang mit Unterschieden in Anzahl und Stärke der Synapsen.
Herzliche Grüße,
Oliver