Selbstorganisation der Proteine

Wer kann mir diesen Begriff ein wenig erläutern?
Bin jedem dankbar der auch nur ein bisschen darüber weiß und es mir schreibt!
Gruß Nicole

Hai, Nicole,

es ist zwar schon etwas länger her, daß ich mich genauer um diese Frage gekümmert habe, aber es geht in etwa um Folgendes:
ein Protein ist ja im Prinzip erstmal eine lange Kette aus Einzelteilen (ich glaube, Aminosäuren). Nun müssen aber Proteine, um ihre jeweilige Funktion erfüllen zu können, eine drei-dimensionale Struktur haben und zwar nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte. Und Proteine haben eben diese Fähigkeit, sich nach „Fertigstellung“ der Kette in die richtige Form zu falten.
Und nicht nur, daß sie sich selbst in die richtige Form bringen können, nein, sie „wissen“ auch noch, wo sie hingehören, und wie sie sich mit ihren Nachbarn verbandeln müssen, damit das Ganze dann die gewünschte Funktion erfüllen kann.
Z.B. ist es ja so, das in unseren Körpern ein ständiger Austausch der Einzelteile stattfindet - in Dir befindet sich nicht ein einziges Atom mehr, mit dem Du geboren wurdest. Trotzdem sind die Proteine, die die Leberzellen bilden nicht an den Ohren oder gleichmäßig verteilt, sondern brav da, wo die Leber hingehört.
Selbstorganisation ist übrigens ein weit verbreiteter Effekt, auf den verschiedensten Ebenen. Schön beobachten lässt sich das z.B. beim wachsen von Eisblumen an Fensterscheiben, oder wenn Du einen langen Faden nimmst, und ihn zwirbelst, irgendwann fängt er an, sich in Schlingen zu legen, die sich wieder um sich selbst drehen.

Hoffe, etwas geholfen zu haben
Gruß
Sibylle

Wer kann mir diesen Begriff ein wenig erläutern?
Bin jedem dankbar der auch nur ein bisschen darüber weiß und
es mir schreibt!
Gruß Nicole

Also: dass Prorteine erst einmal aus langen Ketten von Aminosäuren bestehen ist richtig. Diese Form der Proteine wird als Primärstruktur bezeichnet. Diese Ketten neigen aus unterschiedlichsten Gründen (siehe z.B. Thermodynamik und siehe auch unten) dazu sich zu falten. Dabei können die so genannten alpha-Helices, beta-Faltblätter oder Loops entstehen. Das nennt man dann Sekündärstruktur von Proteinen. Je nach Zusammensetzung von Aminosäuren neigen die Proteine dazu eine der drei Strukturen zu bilden. Ein Protein kann aber auch aus vielen unterschiedlichen Sekundärstrukturen bestehen. Das nennt man dann auch die Tertiärstruktur, also den Verlauf der Aminosäurekette i.b.a. die Sek. Struktur. Wenn ein Protein aus mehr als einer Aminosäurekette besteht, dann kann es auch eine Quatärstruktur annehmen. Dann besteht es aus mindestens zwei Untereinheiten und ist dann ein Dimer.

Die Proteine „wissen“ nicht, wie sie sich Falten müssen. Sie nehmen die korrekte Form aufgrund von unterschiedlichen chemischen und physikalischen Wechselwirkungen innerhalb der Aminosäurekette an --> Van der Waals Kräfte, elektrostatische und hydrophobe Wechselwirkungen, Wasserstoffbrückenbindungen und Disulfidbrücken.

Ich hoffe ich habe Deine Frage richtig verstanden, wenn nicht, dann gebe ich gerne nochmal Antwort…
Gruß
Sabine