Nachtschattengewächs?

Hi Biologie-Experten,

woher haben Nachtschattengewächse ihren Namen oder besser: was ist ein Nachtschatten? Wenn alle Katzen grau sind, gibt’s doch keine Schatten! Oder doch? Amerikanische Nacht wie in schlechten Wildwest-Filmen mit Blaufilter? Nee, wohl eher nicht.

Also: Warum heißen die Pflanzen so?

Fragt grüßend
Pat

Tomate
Hallo !

Je nach Quelle kommt es mal von den oft violetten Blüten und den schwarzen Beeren oder garnicht von Schatten, sondern von Schaden, weil die allermeisten Nachtschattengewächse giftig sind. Nur haben auch etliche weiße Blüten und sind durchaus essbar.

Jochen

Nachtschattengewächs?
Hallo Pat,

Biologie Experte bin ich nicht, deshalb ein Auszug aus Microsoft Encarta:

Nachtschattengewächse , große, fast weltweit mit Schwerpunkt in Südamerika vorkommende Familie der Blütenpflanzen, die ungefähr 90 Gattungen und 2 600 Arten umfasst. Die meisten Arten sind krautig, selten handelt es sich um holzige Pflanzen. Zu dieser Familie zählen viele Nutz- und Zierpflanzen, darunter Kartoffel, Tomate, Paprika, Aubergine, Tabak, Petunie und verschiedene Arten der namensgebenden Gattung Nachtschatten. Außerdem enthält sie viele stark giftige Gewächse. Alle Nachtschattengewächse enthalten giftige Alkaloide, die chemisch hauptsächlich drei verschiedenen Typen angehören: Tropanalkaloide finden sich etwa in der Tollkirsche, dem Stechapfel und im Bilsenkraut, Pyridinalkaloide im Tabak und Steroidalkaloide in mehreren Nachtschatten-Arten. Eine häufig in Mitteleuropa heimische Art, die an feuchten Wald- und Gewässerrändern vorkommt, ist der Bittersüße Nachtschatten.

Die Blätter und die unreifen Früchte der meisten Nachtschattengewächse - auch bei vielen als Nahrungsmittel dienenden Arten - enthalten gefährliche Mengen des Steroid-Alkaloids Solanin. Das Solanin findet sich z. B. auch in den Trieben und den ergrünenden Stellen der Kartoffel. Die reifen Beeren sind meist der am wenigsten giftige Teil dieser Pflanzen, doch kann ihr Genuss auch tödlich sein. Nimmt man eine giftige Menge des Solanins zu sich, so zeigen sich schwere Verdauungsstörungen, die von Zittern, Schwächegefühlen, Atemnot und Lähmungen begleitet sein können. Daher sollte man die Triebe der Kartoffeln sowie die grünen Stellen, die sich manchmal an den Knollen finden, vor der Zubereitung entfernen. Außerdem sollte man Kartoffelstängel und -triebe sowie faule Kartoffeln nicht an Vieh verfüttern.

Es steht noch etwas mehr da, das ich weggekürzt habe. Eine Erklärung für den Namen gibt es aber nciht. Interessiert mich auch.

Liebe Grüße
Peggy

woher haben Nachtschattengewächse ihren Namen

Der lateinische Name solanaceae kommt von solumen (Trost und Beruhigung), weil diese Planzen früher als Schmerz- und Beruhigungsmittel eingesetzt wurden. Der deutsche Name soll von Nachtschaden kommen, was im Mittelalter Albtraum bedeutete.

Hi,

gabs eigentlich schon essbare, will heissen ungiftige, Solanaceen hier als sich deren Name eingebürgert hat?

Alle Nachtschatten die wirklich heimisch hier sind und mir gerade einfallen sind giftig… Also wenn ich nicht wieder die Hälfte übersehen und vergessen habe, dann gabs vor Columbus nicht so viele Nachtschatten zum Mampfen, oder?

Tschö
JD

Hallo Pad,

diese Frage wurde hier schon des Öfteren gestellt; schau´doch mal ins Archiv.

Viele Grüße,

Klaus

Hallo, Pat,
diese Frage wurde in Leonardo, der Wissenschaftssendung von WDR5 vor Kurzem gestellt.
Im Newsletter zur Sendung vom 17.10. findet sich folgender Text:
Woher kommt der Begriff Nachtschattengewächse für Kartoffeln und Tomaten?
Woher die Nachtschattengewächse ihren Namen haben, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Klar sind lediglich zwei Dinge: 1. Die Gattung der Nachtschattengewächse ist nach dem Schwarzen Nachtschatten (solanum nigrum) benannt. Und 2. die Pflanzen heißen nicht so, weil sie eine große Vorliebe für Nacht und Schatten hätten.
In der Literatur finden sich drei Erklärungsansätze. Gemäß dem ersten und einfachsten hat der Nachtschatten seinen Namen von den schwarzen Beeren. Die anderen beiden Erklärungen basieren auf der Tatsache, dass der Nachtschatten im Mittelalter zunächst Nachtschaden genannt wurde. Nachtschaden wiederum bedeutete soviel wie „nächtliche Gewalttat“, aber auch „Alptraum“.
Eine Erklärung geht nun davon aus, dass der Nachtschatten tatsächlich Schaden verursachte. Beim Nachtschatten handelt es sich nämlich um eine Giftpflanze, deren Blüten nur nachts einen intensiven Duft verströmen, der beim Menschen zu Kopfschmerzen führen kann. Es käme also tatsächlich zu einer Art „nächtlicher Körperverletzung“, wenn man dem Nachtschatten zu nahe kommt.
Die andere Erklärung weist genau in die andere Richtung. Nachtschatten wurde im Mittelalter als Heilmittel eingesetzt. Unter anderem sollte seine berauschende Wirkung die nächtlichen Alpträume (also „Nachtschäden“) verhindern.

Grüße
Eckard.