vielleicht ein wenig off-topic… trotzdem fang ich mal an zu tippen und trotze dem göttlichen zorn eines MODs der da kommen mag…
durch zufall ( glatt gelogen
) bin ich auf einige substanzen aufmerksam geworden die sich sehr positiv auf das Schlafverhalten auswirken können.
Unter anderem eben auch Melatonin zusammen mit Vitamin B6.
aus diversen quellen wird berichtet dass diese kombination zu sehr intensiven träumen führen kann.
meine frage: was passiert im Hirn genau ? wird Melatonin zu Serotonin umgewandelt ? Hilft Vitamin B6 dabei ?
Hallo!
meine frage: was passiert im Hirn genau ? wird Melatonin zu
Serotonin umgewandelt ? Hilft Vitamin B6 dabei ?
Welche Neurotransmitterprozesse beim Schlaf beteiligt sind und wie sie zusammen wirken, ist heute noch nicht ganz geklärt. Im Zusammenhang mit Melatonin scheint es so zu sein, daß bei wenig Sonnenlicht im Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung) weniger Acetylcholin ausgeschüttet wird, was zu einer vermehrten Ausschüttung von Noradrenalin aus den Nuclei suprachiasmatici (liegen direkt über der Sehnervenkreuzung) führt. Diese vermehrte Ausschüttung von Noradrenalin soll in der Epiphyse (Zirbeldrüse) zu einer verstärkten Produktion von Melatonin führen. Wenn dagegen weniger Noradrenalin die Epiphyse erreicht, dann wird statt Melatonin Serotonin ausgeschüttet. Die beiden Substanzen stehen also in einem Verhältnis, dessen Größe neuronal (und letztlich durch die Menge des Sonnenlichts) kontrolliert wird. Melatonin scheint die Synchronisation endogener Rhythmen zu verursachen und bewirkt in höherer Dosierung anscheinend Müdigkeit und Schläfrigkeit, was in Zusammenhang mit der sogenannten Winterdepression gebracht wird.
(weitere Informationen zu Melatonin und Winterdepression siehe meinen Artikel: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…)
Die Bedeutung des Serotonins für den Schlaf wurde in der serotonergen Schlaftheorie von Jouvet in den späten 60er Jahren herausgestellt. Nach dieser Theorie beginnt der Schlaf mit einer Freisetzung von Serotonin aus den Raphé-Kernen und einer aktiven Hemmung der Arousalsysteme der Formatio reticularis. Es tritt damit Non-REM-Schlaf ein. Im Non-REM-Schlaf wird allerdings der Locus coeruleus zunehmend aktiver, der schließlich die serotonerge Aktivität der Raphé-Kerne hemmt und dadurch den REM-Schlaf (von vielen mit Träumen assoziiert - obwohl es auch Träume im Non-REM-Schlaf gibt) auslöst. Leider ist die Schlaftheorie von Jouvet heute überholt, allerdings scheint Serotonin trotzdem eine Rolle beim Schlaf zu spielen, weil es während des Wachsseins dafür sorgt, daß sogenannte Schlaffaktoren synthetisiert werden.
Die Vitamin-B6-Gruppe stellt Coenzyme für viele Enzymsysteme des Körpers. Ein wichtiges Speicherorgan dieser Gruppe ist das Gehirn. Ob allerdings die Vitamin-B6-Gruppe an der Produktion von Serotonin oder Melatonin beteiligt ist, weiß ich nicht.
Freundliche Grüße,
Oliver Walter