Honig = Fabrikzucker?

Hallo zusammen,
früher sagte meine Zahnärztin, es gibt nichts Schlimmeres für die Zähne als weißen Fabrikzucker. Man solle lieber Honig essen. Außerdem seien im Honig mehr Vitamine,etc.

Nun sagte neulich eine Bekannte, dass - chemisch gesehen - Honig nichts anderes sei als weißer Fabrikzucker und deshalb ist Honig genauso gut oder schlecht wie Fabrikzucker. Das einzige, was die beiden unterscheidet sei der Geruch.

Jetzt weiß ich nicht, wem ich glauben soll. Was stimmt denn nun wirklich? Ist Honig in der Zusammensetzung tatsächlich das gleiche wie Fabrikzucker?

Hai, Dieter,

Nun sagte neulich eine Bekannte, dass - chemisch gesehen -
Honig nichts anderes sei als weißer Fabrikzucker und deshalb
ist Honig genauso gut oder schlecht wie Fabrikzucker. Das
einzige, was die beiden unterscheidet sei der Geruch.

Radio Eriwan: im Prinzip schon, aber…
Also Deine Bekannte hat insofern recht, daß auch im Honig reichlich Zucker ist (chemisch gesehen das Zeug, das uns als weißer Zucker verkauft wird) und es daher für Deine Zähne kein Unterschied ist, ob Du Honig oder Zucker isst. Andererseits hat auch Dein Zahnarzt recht, wenn er sagt, daß in Honig mehr Mineralien und Vitamine sind (sofern der Honig kaltgeschleudert wurde und kühl und dunkel gelagert wird) und er daher gesünder (nagut - weniger ungesund) ist.

Gruß
Sibylle

Moin Dieter,
neulich sagte ein Ernährungswissenschaftler im TV:
„Honig ist nur deshalb gesünder weil er wegen des höheren Preises sparsamer verwandt wird.“
Gruß Manfred

Nein!

Raffinierter Zucker aus der Fabrik ist Saccharose, ein Disaccharid
das aus Glucose und Fructose aufgebaut ist.Chemisch VERBUNDEN!

Honig ist jedoch Invertzucker, eine MISCHUNG! aus Glucose und Fructose, entstanden durch enzymatische Spaltung der Saccharose
(das machen die bienen)

mfg
johannes

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Hallo Dieter!

Eine Ergänzung zur Antwort von Johannes:

Sowohl Glucose (=Traubenzucker) als auch Fructose (=Fruchtzucker) sind der Gesundheit der Zähne weniger abträglich wie Saccharose (=„normaler Zucker“, z.B. aus Zuckerrüben etc.).

Warum ?
An den Zähnen haften Karies-Bakterien (das ist an sich nicht schlimm). Die Futtern gerne Zucker (alle Zucker), dabei können sie im Stoffwechsel aber nur Glucose effektiv verwerten. Wenn sie Saccharose bekommen, spalten sie diese enzymatisch in Glucose + Fructose. Nun, die Glucose verwerten sie, die Fructose hängen sie zu langen Ketten zusammen und kleben diese an den Zahnschmelz, womit sie sich am zahn regelrecht „verankern“. Unter einem netz von Poly-Fruktose-Fäden sind die wachsenden Bakteriennester dann auch ganz gut geschützt. Jetzt scheiden die lieben Kleinen aber Säuren aus (ich glaube u.a. Milchsäure), die sich dann in den nestern sammelt und dort eben den Zahnschmelz angreift. Das gibt die Löcher, wo die Bakterien dann noch besser und geschützter siedeln können.

Ein wichtiger Punkt:
Saccharose an sich ist nicht schlecht für die Zähne. Wie immer und mit allem macht auch hier die Dosis das Gift! Mit Dosis ist hier besonders die „Wirkdosis“ genannt, und da spielt beim Zucker die Einwirkzeit am Zahn eine wesentliche Rolle! Zwei Löffel Zucker im Kaffee können den Zähnen keinen Schaden zufügen. Ein kleiner, klebriger Karamelbonbon, nach dessen Genuß man sich die Zähne nicht gleich gründlich putzt, kann großen Schaden anrichten!

Gruß
Jochen

Vor grauer Vorzeit habe ich im Lebensmittelhandel gelernt. Soweit ich mich erinnere, wenn ich die beiden Sachen nebeneinander ansehe, dann ist der Honig nicht weiß und körnig, Zucker nicht flüssig oder cremig kandiert…

Ich habe mich später mal beruflich mit Honig beschäftigt und laufend chemische Analysen gelesen (die Lebensmittelüberwachung ist hier recht ekelhaft! Honig zu warm abgefüllt? Schadstoffe drin?) und festgestellt, daß zwischen den beiden Produkten ein himmelweiter Unterschied besteht. Lebensmittelchemische Informationen wurden hier schon geschrieben, so daß ich dies nicht wiederholen muß.

Gehe mal davon aus, daß Deine Bekannte einem alten Ammenmärchen aufgesessen ist. Nur eines stimmt, auch dieser Süßstoff kann schädliche Wirkungen entfalten, deshalb sagte schon der alte Paracelsus „die Dosis machts“.

Übrigens, seit dieser Zeit mag ich keinen Honig mehr, denn das tägliche, beruflich veranlaßte Honigschlecken hat mir den Appetit verdorben.

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und aus diesem Grunde…

Ein kleiner, klebriger Karamelbonbon, nach dessen
Genuß man sich die Zähne nicht gleich gründlich putzt, kann
großen Schaden anrichten!

… ist Honig eben problematischer für die Zähne, weil man ihn meist pur und nicht in wasauchimmer einrührt und er daher gerne mal länger auf den Zähnen verweilt.

Gruß
Christian

Andererseits
hat auch Dein Zahnarzt recht, wenn er sagt, daß in Honig mehr
Mineralien und Vitamine sind (sofern der Honig
kaltgeschleudert wurde und kühl und dunkel gelagert wird) und
er daher gesünder (nagut - weniger ungesund) ist.

Ja, schon mit 7 kg Honig kann man seinen Tagesbedarf an Vitamin C decken (wenn man den als 70 mg annimmt)…

Honig ist nicht gerade ein sprudelnder Quell an Vitaminen und Mineralien; die gleiche Menge Äppel haben mehr davon (Serienstreuung möglich)…dazu kosten sie weniger, schmecken allerdings auch anders… :wink:

Gruß,
Franz