'rückwärtsdrehende' Räder

Von: , Frage gestellt am Mo, 14. Feb 2000

Vielleicht habt ihr es schon mal beobachtet. Wenn Rad schnell genug rotiert scheint es plötzlich die Richtung zu wechseln und sich rückwärts zu drehen. Wie ist das zu erklären? Kann man das Rad mit der "richtigen" Geschwindigkeit auch zum "Stehen" bringen, so dass es zu stehen scheint?

mfg
Martin

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: 'rückwärtsdrehende' Räder

    Hallo,

    der Effekt, den Du beschreibst tritt nur bei Kunstlicht oder im Film auf. Dabei handelt es sich um den Stroboskopeffekt:
    Dadurch, dass das Kunstlicht mit einer Frequenz von 50 Hz flackert, werden die Speichen des Rades in verschiedenen Stellungen unteschiedlich stark beleuchtet. Dreht sich das Rad zB 50mal pro Sekunde, so scheinen die Speichen still zu stehen, weil immer diegleiche Stellung durch die Beleuchtung hervorgehoben wird; dreht es sich mit 25 Umdr. pro sec., so scheint es ebenfalls still zu stehen, aber doppelt soviele Speichen zu haben, weil auch die Zwischenstellung hervorgehoben wird. Bei anderen Geschwindigkeiten scheint sich das Rad vor- oder zurueckzubewegen.
    Beim Film gilt aehnliches, da hier immer eine Folge von Momentaufnahmen gezeigt wird, in denen immer eine bestimmte Stellung der Speichen festgehalten wird.
    Wenn Du noch einen Schallplattenspieler besitzt, so kannst Du daran sehen was gemeint ist. Diese Plattenspieler verfuegen am Rand des Plattentellers ueber ein Muster von schwarzen und weissen Linien, die von einem Laempchen beleuchtet werden. fuer Jede Plattengroesse gibt es einen Linienkranz (33,3 und 45, evtl auch noch 78 U/min). Mit dem Drehzahlregler verstellt man die Drehzahl des Plattentellers solange, bis die Linien stillzustehen scheinen. Dann ist die Drehzahl korrekt. Die Linien sausen dann genau mit 50 Hz am (ebenfalls mit 50 Hz flackernden) Laempchen vorbei.

    Gruss, Niels

  2. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: 'rückwärtsdrehende' Räder

    Moin!
    Die rueckwaertsdrehenden Raeder sind ein Effekt den man besonders gut bei Neonlicht, im Film oder im Fernsehen sehen kann.
    Dabei werden dem Auge jeweils kurze helle Bilder gezeigt (bei der Neonroehre mit den 50 Hz des Stromnetzes).
    Der Effekt erklaert sich so:
    Angenommen man habe eine "rasende" Uhr mit einem Zeiger, der sich ziemlich schnell in Uhrzeigerrichtung bewegt. Nun sehen wir "das erste Bild" (z.B. auf einem Kinofilm), der Zeiger ist bei zwoelf Uhr. Nun kommt das naechste Bild. Dabei hat sich der Zeiger auf die elf bewegt. Da das Auge nicht sehen konnte wie sich der Zeiger bewegt hat, haette er sich um "elf Stunden" in Uhrzeigerrichtung bewegen koennen, oder "eine Stunde" gegen die Uhrzeigerrichtung.

    Beim naechsten Bild waere der Zeiger auf der zehn, dann auf der neun, der acht, der sieben usw.
    Daher entscheidet sich unser Gehirn fuer die einfachere Loesung und denkt das das Rad rueckwaerts laeuft.


    Mit der richtigen Geschwindigkeit kann man tatsaechlich das Rad "zum Stehen" bringen.
    Jedesmal wenn ein neues Bild kommt muss das Rad eine (oder mehrere) volle Umdrehung gemacht haben.

    Bis dann Axel [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
      Re^2: 'rückwärtsdrehende' Räder

      Das ganze kann man doch auch im "echten Leben" sehen. Ich schätze mal, das liegt dann der eigenen Bildwiederholfrequenz des Auges.

      Danke für die schnellen Antworten.

      mfg
      Martin

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: 'rückwärtsdrehende' Räder

        Bei kontinuierlichem Licht (also z.B. Sonnenlicht) kannst du derartige Stroboskopeffekte nicht beobachten.
        Das menschliche Wahrnehmungsvermögen hat keine "Bildwiederholfrequenz" - lediglich eine "Flimmerfrequenz", ab der es keine einzelnen Ereignisse mehr auseinanderhalten kann.

        Reinhard

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