Probleme habe ich mit der Aussage: „Es gibt ,männliche und weibliche“ Bakterien", auch wenn da Gänsefüßchen stehen. Besser: Bakterien sind zum Austausch genetischen Materials befähigt … oder so (klappt übrigens oft auch über die Artgrenzen hinweg)
Außerdem gefällt mir nicht, dass das Wort „Einzeller“ in beiden Spalten steht: a - haben Viren gar keine Zellen und b - gibt es mehrzellige Bakterien (z.B. Blaualgenfäden)
Bei weitem nicht alle Bakterien „können Dauerstadien bilden“
_ Bakterien sind nicht widerstandsfähiger als Viren! Im Gegenteil. Obwohl man auch da nicht pauschal urteilen kann. Es gibt auch empfindliche Viren, die schon durch Berührung mit Spülmittel kaputtgehen.
_ Viren können auch chemisch bekämpft werden oder durch Bestrahlung.
_ Ein Virus ist kein Einzeller.
_Bakterien sind keine Genfähren. Hast Du das vielleicht mit Bakteriophagen verwechselt?
_ Die Hülle von Viren kann zusätzlich durch eine Lipiddoppelschichtmembran eingeschlossen sein (sog. komplexe Viren).
_ Viren können nicht unbedingt „schwer“ vom Immunsystem erkannt werden. Erkennung oder vielmehr Wiedererkennung ist dann erschwert, wenn sich die Proteine auf der Oberfläche schnell verändern. Aidsviren haben es darin zur Meisterschaft gebracht. Es gibt aber auch sehr wandlungsfähige Bakterien! Deshalb kann man nicht pauschal sagen, Viren werden schwer(er) erkannt.
_ Es gibt weder männliche noch weibliche Bakterien. Bakterien machen zwar sog. horizontalen Gentransfer, aber das hat nix mit Geschlechtern zu tun.
Als Lektüre empfehle ich Dir dringend den Wälzer „Molekularbiologie der Zelle“, wo Du wirklich alles noch mal genau findest.
in welchem Rahmen sollst du das ganze denn präsentieren?
Wenn es „nur“ für einen Schulvortrag ist, bitte nicht weiterlesen :o)
Wenns sehr wissenschaftlich wird, kann man schon was bei „proteinbildenden substanzen“ nörgeln… DNA codiert doch für Proteine…
Bei Bekämpfung: wenn du Antibiotika erwähnst, schreib doch bei den Viren ruhig Antivirostatika hin, das wäre dann ein Vergleich. Bei den Bakterien wird nämlich auch die Produktion gehemmt, wenn man es mal kleinkariert nimmt…
Zur Nukleinsäure: Bei den Bakterien liegt immer ein „bissl“ RNA vor - in Form von mRNA, sollte mal nicht vergessen werden. Das was du mit ringförmig meinst, sollen wohl die Plasmide sein?
Sorry, ich erwecke bestimmt den Eindruck absoluter Arroganz, aber ich finde, man sollte keinem Schüler die Aufgabe geben, Viren und Bakterien zu vergleichen…
Mir fällt im Moment kein passendes Gleichnis für die Kombi „Bakterien vers. Viren“ ein, aber Lebewesen mit Nicht-Lebewesen vergleichen zu müssen ist schon eine harte Nuss, schließlich gibt’s ja kaum anlegbare Kriterien… :o)
Hoffe nur, dein Lehrer weiß auch, wovon er redet und wünsche dir trotzdem eine gute Note!
*kopfschüttelnd über eine solche Hausaufgabe*
Sinderella
Zur Nukleinsäure: Bei den Bakterien liegt immer ein „bissl“
RNA vor - in Form von mRNA, sollte mal nicht vergessen werden.
Das was du mit ringförmig meinst, sollen wohl die Plasmide
sein?
Die allermeisten Bakterien besitzen ein Ringchromosom. Lineare DNA wird generell schnell abgebaut durch Exonukleasen -> auch ein Schutz vor Viren mit linearer DNA. Um die chromosomale, lineare DNA zu stabilisieren haben Eukaryoten eben die Telomere, die aufgrund ihrer Sequenz und der damit verbundenen besonderen Struktur (Stichwort: Rückfaltung und Triplehelix) mit speziellen Proteinen besetzt sind, welche von einem nukleolytischen Abbau schützen.
Sorry, ich erwecke bestimmt den Eindruck absoluter Arroganz,
aber ich finde, man sollte keinem Schüler die Aufgabe geben,
Viren und Bakterien zu vergleichen…
Sorry, ich finde, das ist ein guter Ansatz, mal kritisch über unser Verständnis von „Leben“ nachzudenken. Von einem Schüler in der gymnasialen Oberstufe sollte man das doch verlangen können.
Mir fällt im Moment kein passendes Gleichnis für die Kombi
„Bakterien vers. Viren“ ein, aber Lebewesen mit
Nicht-Lebewesen vergleichen zu müssen ist schon eine harte
Nuss, schließlich gibt’s ja kaum anlegbare Kriterien… :o)
Nicht immer geht es um DIE Lösung. Manchmal bleiben Fragen unbeantwortet. Aber diese Fragen zu stellen ist sehr viel besser, als sie nicht zu stellen!