Räuber-Beute-Verhältnis

In der Natur gibt es ein Räuber-Beute-Verhältnis. Nehmen die Beutegreifer zu, gehen natürlich die Beutetiere zurück. Wie groß darf das Verhältnis der Greifer zu ihrer Beute sein?
Es grüßt Alexander in die Runde.

Hallo,

In der Natur gibt es ein Räuber-Beute-Verhältnis. Nehmen die
Beutegreifer zu, gehen natürlich die Beutetiere zurück.

meines Wissens folgt die Population der Räuber der Population der Beute und nicht umgekehrt. Es nimmt also erst die Beute zu und dann die Räuber. Erst bei Einwirkung von aussen (zB Anfüttern von Katzen) verändert sich zuerst die Population der Räuber.

Gruss, Niels

Hallo Alexander,

In der Natur gibt es ein Räuber-Beute-Verhältnis.

Ja, aber kein festes. Suche mal im Netz unter dem Begriff „Räuber-Beute-Zyklus“.

Das war früher beliebtes Thema für kleine Programme am Schulcomputer. Man hat bestimmte Parameter wie z.B. Nahrungsbedarf, Lebensdauer, Fortpflanzungsrate etc. und Anfangsbestände eingegeben und hat dann solange iterieren lassen, bis - meist - das System zusammengebrochen ist. Was dann schön vor Augen geführt hat, wie empfindlich Ökosysteme sein können. War zu meiner Zeit sehr beliebt, weil man nach Belieben zusätzliche Variablen einfügen konnte und diese auf Auswirkungen auf die Populationen untersuchen konnte.

Gruß
Stefan

Hallo !

Das mit dem Räuber-Beute-Zyklus stimmt im Wesentlichen, die Ableitungen daraus sind aber zu einfach dargestellt.

Es KANN stabile Räuber-Beute-Verhältnisse geben. Dieses ist mindestens abhängig von (1) der Kapazität des Ökosystems für die Beute, (2) der Wachstumsrate der Beute, (3) der Effizienz der Räuber (kombinierte Größe aus Fang- und Wachstumsrate).

Betrachtet man „nur“ das Wachstum einer Beutepopulation, die frei von Beutedruck ist, findet man schon komplexe Abhängigkeiten von Populationsdichte, Kapazität und Wachstumsrate. Nur bei geringen Wachstumsraten (selten bei ausgeprägten Beutetieren) bleibt die Populationsdichte konstant. Interessanterweise kann man die Schwankungen durch Beutedruck dämpfen.

Das Lottka-Volterra-Modell beschreibt ein 1-Räuber-1-Beute-System. Schon lineare oder gar vernetzte n-Räuber-m-Beute-Systeme sind wesentlich robuster und zeigen auch geringere systembedingte Schwankungen der Populationsdichten. Dieses Modell ist weiterhin zeitkontinuierlich, was nicht gut mit der Realität übereinstimmt. Da gibt es Tragezeiten, jahreszeitliche Geburten, etc.

Gruß
Jochen

Erst bei Einwirkung von aussen (zB
Anfüttern von Katzen) verändert sich zuerst die Population der
Räuber.

Es kommt darauf an. Wenn Nahrungsknappheit der limitierende Faktor fuer die Räuberpopulation ist, dann kann Fuetterung zu einer höheren Population fuehren. Wenn aber innerartliche Konkurrenz die Räuberpopulation begrenzt, dann hat Fuetterung keinen oder nur einen geringen/ kurzfristigen Einfluss.Innerartliche Konkurrenz kann zum Beispiel sein, wenn Tiere ein Territorium beanspruchen und Artgenossen aus dem Territorium vertreiben.

Hallo,

Es kommt darauf an. Wenn Nahrungsknappheit der limitierende
Faktor fuer die Räuberpopulation ist, dann kann Fuetterung zu
einer höheren Population fuehren. Wenn aber innerartliche
Konkurrenz die Räuberpopulation begrenzt, dann hat Fuetterung
keinen oder nur einen geringen/ kurzfristigen
Einfluss.Innerartliche Konkurrenz kann zum Beispiel sein, wenn
Tiere ein Territorium beanspruchen und Artgenossen aus dem
Territorium vertreiben.

schon klar. Es war auch nur ein Beispiel einer Einwirkung und bezog sich eben auf das Anfüttern von Katzen. Andere Bsps wären die starke Bejagung von Räubern, das Einbringen fremder Räuber, die Infektion von Räubern mit neuen Erregern etc…
Im letzten Fall bedeutet das einen kurzfristigen Anstieg der Beutepopulation bis eine immune Räuberpopulation aufwächst, die dann entsprechend günstigere Nahrungsbedingungen findet. Hier dann natürlich auch wieder das Revierproblem. Aber selbst dieses ist Variationen unterworfen zB durch Änderung der Reviergrößen bei entsprechenden Nahrungsangeoten.

Gruss, Niels