>Gibt es in einem Axon einen Cytoplasmastrom?
Es gibt mehrere axonale Transportsysteme, den schnellen anterograden Transport (zur Synapse hin, hauptsaechlich durch Kinesin angetrieben), den schnellen retrograden Transport, hauptsaechlich durch Dyneinvarianten angetrieben). Beide trabsortieren eher Vesikel und Organellen. Zudem gibt es eine langsame, axo_plasmatische_ Stroemung, die aus mindestens 2 unterschiedlich schnellen Komponenten besteht und geloeste Substanzen, Proteine, in hohem Masse Neurofilamente und freie Ribosomen transportiert.
>Wenn ja würde er doch einen Einfluss auf die Depolarisation wärend eines >Aktionspotentials nehmen, da sich die Konzentrationsunterschiede der Ionen >ausgleichen.
Nein, die Geschwindigkeiten sind viel zu unterschiedlich, als das die Plasmaströmung hier Einfluss nehmen könnte. Das Aktionspotential ist enorm schnell (abhaengig von Fasertyp und Faserdicke können bei Warmblütern durchaus mehr als 100m/s erreicht werden), während die langsame Cytoplasmaströmung im Axon etwa 0,2 - 2,5mm an einem Tag (!) schafft.
Was dem widersprechen würde wäre, daß der elektrochemische
Gradient zwischen Außen- und Innenseite die Ionen so stark an
die Axonwand drücken würde, daß diese nicht von dem Strom
mitgerissen würden.
Ist das so?
Nein, das duerfte nicht so sein, weil einer Ballung der Ionen an der Axonwand andere Kraefte entgegenstehen, insbesondere das Bestreben zum Konzentrationsausgleich. Auch werden die Ionen im Plasma durch den elektrochemischen Gradienten nicht durchs Lösungsmittel gezerrt, wie man einen Fisch an der Angel aus dem Wasser reissen wuerde, sondern die wirkenden Kraefte sind lokal enge begrenzt und bewegen die Ionen eher ueber kurze Strecken.
Hope that helps, Viele Gruesse, Jannemann