Quecksilber

Hi Experten,

eine Frage, die mich schon seit längerem bewegt. Ich habe sie aber bisher noch nicht zu stellen getraut, da sie sehr dannach aussehen könnte, als wolle ich hier nur Blödsinn hier posten.
Dem ist aber nicht so, ich meine die Frage tatsächlich ernst!

Nehmen wir an, ich möchte Quecksilber käuflich erwerben. Muß ich dann angeben, wieviel ml oder Liter ich haben möchte oder wieviel Gramm/KG?

Danke

Tom

In jedem Fall wird gefragt, wozu Du Quecksilber brauchst. Da es sich um ein sehr giftiges Metall handelt, das übrigens nach Gewicht gekauft wird, will wissen, welche Schwiegermutter o.ä. umgebracht werden soll.
Quecksilber ist nämlich heute kaum noch vernünftig verwendbar, weil man aus Sicherheitsgründen das Metall gegen ungefährlichere Sachen austauscht! Ich habe meine alten Bestände aus kaputten Thermometern und Elektrozeugs längst den üblichen Gefahrstoffsammlungen abgegeben.

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Da es sich um ein sehr giftiges Metall handelt, das übrigens nach
Gewicht gekauft wird, will wissen, welche Schwiegermutter o.ä.
umgebracht werden soll.

Quecksilber ist zwar giftig (nicht sehr giftig), aber zum vergiften von Schwiegermüttern denkbar ungeeignet. In flüssiger Form kann man es relativ gefahrlos trinken, da es so reaktionsrträge ist, daß es einfach durch den Verdauungstrakt fließt und am anderen Ende unverändert herauskommt. Gefährlich wird es erst beim Einatmen der Dämpfe und da kann es selbst bei hohen Konzentrationen Jahre dauern, bis sich die ersten Symptome zeigen.

Ansonsten hast Du natürlich Recht. Da Hg giftig und umweltschädlich ist, muß man beim Kauf den Verwendungszweck angeben und verkauft wird es nach Masse (bei Merck z.B. 637 ?/kg).

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Quecksilber ist zwar giftig (nicht sehr giftig), aber zum
vergiften von Schwiegermüttern denkbar ungeeignet. In
flüssiger Form kann man es relativ gefahrlos trinken, da es so
reaktionsrträge ist, daß es einfach durch den Verdauungstrakt
fließt und am anderen Ende unverändert herauskommt. Gefährlich
wird es erst beim Einatmen der Dämpfe und da kann es selbst
bei hohen Konzentrationen Jahre dauern, bis sich die ersten
Symptome zeigen.

Ansonsten hast Du natürlich Recht. Da Hg giftig und
umweltschädlich ist, muß man beim Kauf den Verwendungszweck
angeben und verkauft wird es nach Masse (bei Merck z.B. 637
?/kg).

Über die Giftigkeit einer Substanz kann man streiten. Vor grauer Vorzeit hatte ich mal die Giftprüfung gemacht. Da war Hg in der Giftklasse 1, wie auch Zyankali oder Arsen. Benzol, was mich wunderte, war in der damaligen Liste überhaupt nicht eingetragen; Phenol dagegen schon.

Ich habe einen höllischen Respekt vor Hg. Deshalb gab/gibt es Anweisung in den Kliniken, sofort (!) die Überreste von zerbrochenen Hg-Thermometern einzusammeln. Ich bin froh, daß dieses Metall aus dem üblichen „Haushaltsbereich“ verschwindet. Und, denke an die teilweise hysterisch geführte Diskussion um Amalgamplomben in den Zähnen.

Ich habe mal im Kommentar zum Europ.-Arzneibuch nachgesehen. „Da der Dampf sehr toxisch ist, muß verschüttetes Quecksilber durch Bestreuen mit Schwefelpulver, Zinkstaub, Kupferpulver oder durch Betupfen mit Schaummoltopren unschädlich gemacht werden.“ Tolle Anweisung, die selbstverständlich jederman möglich ist… Ich sammelte das Zeugs mit Schaufel und Besen ein und ab in das Gefäß für Sondermüll.

Wer die Absicht hat, seine Schwiegermutter umzulegen, muß tatsächlich andere Methoden anwenden. Man muß heute aber schon sehr findig sein, denn die üblichen Gifte sind normalerweise im Rahmen einer Autopsie nachweisbar. Arsen ist out, denn schon bei Mumien konnte es als Mordmittel nachgewiesen werden…

Über die Giftigkeit einer Substanz kann man streiten.

Natürlich kann man das. Man kann sie aber auch messen (an Versuchstieren jedenfalls). Was aber sehr vorsichtig getan werden muss, ist die Bewertung der Ergebnisse. Selbstverständlich bleibt Toxikologie ein sehr komplexes Gebiet.

Vor grauer Vorzeit hatte ich mal die Giftprüfung gemacht. Da war
Hg in der Giftklasse 1, wie auch Zyankali oder Arsen.

Die in der DDR und der Schweiz üblichen Giftklassen sind ein sehr vereinfachtes Bild der Wahrheit und sagen recht wenig aus, weil verschiedene schädliche Wirkungen über einen Kamm geschoren werden. Als Orientierungshilfe sind sie aber sicher nützlich.

Als aussagekräftiger würde ich die R-Sätze bezeichnen. Metallisches Quecksilber trägt „nur“ R 23 (und 33 für die Möglichkeit, sich im Körper anzureichern und 50/53 als umweltschädlicher Stoff). R 23 bedeutet „Giftig beim Einatmen“. Also nicht beim Verschlucken oder Berührung mit der Haut (R 24/25) und auch nicht „sehr giftig“ (R 26/27/28).
Hg wird im Verdauungstrakt nicht resorbiert und kann auch nicht durch die Haut eindringen. Daher ist nur der Dampf giftig und der auch weniger durch seine akute, denn durch seine chronische Toxizität.

Natürlich sind viele lösliche Quecksilberverbindungen (z. B. HgCl2 sehr giftig, ebenso wie viele Arsenverbindungen und natürlich auch Zyankali.

Ich habe einen höllischen Respekt vor Hg. Deshalb gab/gibt es
Anweisung in den Kliniken, sofort (!) die Überreste von
zerbrochenen Hg-Thermometern einzusammeln.

Das ist beides auch sehr vernünftig! Denn harmlos ist Quecksilberdampf sicher nicht.

Ich bin froh, daß
dieses Metall aus dem üblichen „Haushaltsbereich“
verschwindet.

Das wird es so schnell wahrscheinlich nicht. Exakte Thermometer (Fieberthermometer) haben noch immer Hg-Füllungen (nur die Anzeigeflüssigkeit ist meist die Lösung eines Kupferkomplexes). Alkoholthermometer sind einfach ungenauer. Ausserdem gibt es häufig in Haushalten Quecksilberdampflampen, z. B. als Pflanzenleuchten. Dazu kommen noch Quecksilberverbindungen, denn wer will schon auf Zinnoberrot verzichten? Zinnober ist allerdings wirklich völlig ungiftig.

Und, denke an die teilweise hysterisch geführte
Diskussion um Amalgamplomben in den Zähnen.

Das ist hier wie so oft Hysterie um der Hysterie wegen. Mit etwas Aufklärung und chemischen und medizinischen Untersuchungen könnte die Aufregung wesentlich gemildert werden. Aber wollen wir das? Die Zahnärzte nicht, denn Gold-, Kunststoff- und Porzellanfüllungen bringen Geld.

Ich habe mal im Kommentar zum Europ.-Arzneibuch nachgesehen.
„Da der Dampf sehr toxisch ist, muß verschüttetes Quecksilber
durch Bestreuen mit Schwefelpulver, Zinkstaub, Kupferpulver
oder durch Betupfen mit Schaummoltopren unschädlich gemacht
werden.“ Tolle Anweisung, die selbstverständlich jederman
möglich ist…

Natürlich, warum nicht? Wenn man auf Nummer sicher gehen will, muss man eben eine der genannten Substanzen zuhause lagern. Aber im Durchschnitts-Haushalt zerbrechen Thermometer nicht so oft.

Ich sammelte das Zeugs mit Schaufel und Besen
ein und ab in das Gefäß für Sondermüll.

Das Problem ist, dass Quecksilber meist in viele, kleine Tropfen zerfällt, die auch in Ritzen, Teppiche… gelangen können. Wenn man jedes Kügelchen findet, ist das Problem gelöst. Aber das gelingt eben nicht immer. Der Sondermüllbehälter (der allerdings nicht viele Haushalte haben dürften), muss allerdings dicht sein, sonst ist das Problem nur verlagert, nicht gelöst.

Man muß heute aber schon
sehr findig sein, denn die üblichen Gifte sind normalerweise
im Rahmen einer Autopsie nachweisbar.

Jein! Ich will keine Abhandlung über Giftmorde schreiben, aber ich denke es gibt genug Morde, die nie als solche entdeckt wurden. Der beste Mord ist schliesslich einer, bei dem niemand nachfrägt…

Dass man die üblichen Gifte bei einer Autopsie (bzw. forensischen Analyse) findet, mag sein. Aber es gibt ja auch unübliche. Zudem sind viele Gifte in so geringen Mengen tödlich und körpereigenen Substanzen so nahe verwandt, dass die Analyse nahezu unmöglich ist.

Arsen ist out,

Das war es schon vor 100 Jahren. Aber nicht alle Mörder sind so vorsinntflutlich…