Hepp allerseits,
habe am Wochenende eine Sendung ueber die menschliche Evolution gesehen, in der behauptet wurde, erst der Verzehr von Fleisch habe der Evolution des Menschen den richtigen Kick gegeben, weil es sehr proteinreich ist.
Laut der Sendung besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und der Entwicklung eines groesseren/leistungsfaehigeren Gehirn?
Inwieweit haben die Autoren der Sendung damit denn Recht? Gibts da auch andere Theorien?
(Und bitte keinen Vegetarier/Fleischfresser-Ideologiekrieg vom Zaun brechen 
Danke schonmal,
Robert
Jup,
es gibt mehrere Faktoren, die eine „Koinzidenz“ von Übergang zum Fleischfresser und Gehirnentwicklung bewirken könnten:
Klimawechsel können die pflanzliche Nahrung verknappt haben. Die geistig flexibleren (die dann auch Fleich fressen müssen), haben größere Überlebens/Reproduktionschancen.
Fleisch fressen heißt auch: Jagen. Jäger müssen schneller reagieren, erfolgreiche Jäger müssen PLANEN! und KOMMUNIZIEREN!
Synergistisch gesehen: Durch die Nahrungsergänzung mit Fleisch wird auch weniger Zeit mit Fressen verbracht. Man kann mehr spielen, lernen, kommunizieren, soziale Kontakte pflegen, …
Das die Proteinzufuhr und -versorgung per se die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten fördert, denke ich nicht. Die Wirkung ist, wie oben angedeutet, sehr indirekt.
Gruß
Jochen
Hi Robert,
es gibt verschiedene Ansätze.
Zum einen das, was Jo schon geschrieben hat (Planung und Kommunikation als Grundbedingung zur Jagd)
Dann gibt es auch einen signifikanten Unterschied bei der Verwertung der Nahrung. Um Pflanzen zu verwerten, braucht man wesentlich mehr Energie (oder Umgekehrt die ‚Ausbeute‘ an Energie ist spezifisch geringer). Daher haben Pflanzenfresser einen wesentlich längeren Darm und z.T. spezielle Verdauungssysteme (z.B. Wiederkäuer mit ihren mehreren Mägen), die Fleisch- oder Allesfresser nicht haben.
Da der ‚Unterhalt‘ eines solchen komplexen Systems auch viel Energie verbraucht oder umgekehrt gesehen das Nichtvorhandensein eines solchen Systems diese Energie nicht benötigt, kann man für Fleisch- und Allesfresser schon einen gewissen Vorsprung attestieren, der in Intelligenz umgemünzt werden kann.
Und wenn man die Intelligenzleistung eines typischen Fleischfressers (= Jägers) mit der eines typischen Pflanzenfressers vergleicht, kommen die Jäger in fast allen Fällen ‚besser‘ weg.
Daher ist die Theorie, daß der Mensch erst nach Entdeckung des Fleischverzehrs seinen Höhenflug ansetzen konnte m.E. nicht von der Hand zu weisen.
Allerdings ist der Mensch kein Fleisch- sondern ein Allesfresser, der durchaus auch völlig fleischlos leben kann , aber durchaus auch Fleisch verträgt, auch wenn Vegetarier das regelmäßig bestreiten.
Gandalf
Laut der Sendung besteht ein direkter Zusammenhang zwischen
Fleischverzehr und der Entwicklung eines
groesseren/leistungsfaehigeren Gehirn?
Dahinter steht wohl die Überlegung, daß es keiner großartigen geistigen Fähigkeiten bedarf eine Pflanze zu fressen, die nicht weglaufen oder zurückbeißen kann. Auch die Erfahrung scheint auf einen derartigen Zusammenhang hinzudeuten. So sind die meisten als intelligent geltenden Tiere Fleisch- oder zumindest Allesfresser (Schimpansen, Hunde, Delphine, Oktopoden usw.). Es gibt aber auch Ausnahmen, die gegen diesen Zusammenhang sprechen (z.B. Elefanten). Der Fleischverzehr (und vor allem die dafür notwendige gemeinschaftliche Jagt) mag also beim Menschen die Haupttriebkraft für die Entwicklung eines leistungsfähigeren Gehirns sein, aber das ist offenbar nicht der einzige Weg zur Intelligenz.
Jou Robert!
habe am Wochenende eine Sendung ueber die menschliche
Evolution gesehen, in der behauptet wurde, erst der Verzehr
von Fleisch habe der Evolution des Menschen den richtigen Kick
gegeben, weil es sehr proteinreich ist.
Die meinten wohl hoffentlich kein rohes,blutiges Fleisch.Ungesalzen und ohne Knoblauch und Zwiebeln .
Voller Trichinen und dem anderen Gewürm.
Und ob stark erhitztes,denaturiertes Eiweiss vom Primaten verwertet werden kann?
Nebenbei ist Muttermilch reich an Zucker und nicht an Eiweiss oder Calzium.(Gehirnentwicklung beim Säugling vorrangig)
Meiner Meinung nach schmeckt Fleisch gegrillt und gut gewürzt am besten.Und den dann enstehenden Durst lösche ich am liebsten mit einem oder mehreren Bieren.
Was aber mein Gehirn in eine frühere Evolutionsstufe katapultiert.
Also doch nix mit dem richtigen Kick!
Gruß Feudelio
Hallo,
ich habe noch zwei andere Dinge gehoert.
Zum einen, dass die Intelligenz der einzige Weg der Hominiden war ueberhaupt zu ueberleben, da sie keine grossen Zaehne, Klauen usw hatten (also keine richtigen Waffen) und nicht besonders schnell waren. Also koerperlich anderen Tieren total unterlegen. Dafuer hat sich dann aber das Gehirn weiterentwickelt und die Hominiden konnten dadurch bestehen.
Zum anderen habe ich mal gehoert, dass es auch mit dem aufrechten Gang zu tun hat. Da der Mensch durch den aufrechten Gang die Haende frei hat. Irgendwie haette das dann auch die Entwicklung der Intelligenz gefoerdert.
Frag mich aber nicht wie genau 
gruss, jima
Hallo,
Zum einen, dass die Intelligenz der einzige Weg der Hominiden
war ueberhaupt zu ueberleben, da sie keine grossen Zaehne,
Klauen usw hatten (also keine richtigen Waffen) und nicht
besonders schnell waren. Also koerperlich anderen Tieren total
unterlegen. Dafuer hat sich dann aber das Gehirn
weiterentwickelt und die Hominiden konnten dadurch bestehen.
Das ist so meines Erachtens nicht ganz richtig. Es gab nicht „den unfähigen Hominiden“ der zum Überleben die Intelligenz entwickeln musste. Wäre er unfähig gewesen, wäre er ausgestorben, bevor er Intelligenz entwickeln konnte. es handelt sich vielmehr um einen Prozess der Anpassung, bei dem verschiedene Fähigkeiten entsprechend der aktuellen Situation entwickelt wurden oder verkümmerten. Teilweise waren das sich selbst verstärkende Prozesse. Die bessere Intelligenz ermöglichte den Gebrauch von Werkzeugen, was wiederum den aufrechten Gang und die Intelligenz förderte. Intelligenz ist nicht zuletzt eine Strategie, auf sich ändernde Umweltbedingungen zu reagieren (Spezialist vs. Generalist).Außerdem ist Intelligenz auch eine Hilfe beim sozialen Zusammenleben.
Und letztlich bedeutet die Weiterentwicklung bestimmter Fähigkeiten iA den Verlust / die Veringerung anderer Fähigkeiten, weshalb der Mensch im körperlichen Bereich einige Einbußen hinnehmen musste (ein paar Ausnahmen gibts zB die Augen).
Zum anderen habe ich mal gehoert, dass es auch mit dem
aufrechten Gang zu tun hat. Da der Mensch durch den aufrechten
Gang die Haende frei hat. Irgendwie haette das dann auch die
Entwicklung der Intelligenz gefoerdert.
Frag mich aber nicht wie genau 
Wie gesagt, sind das Effekte, die sich gegenseitig verstärken.
Gruss, Niels
Hallo
Das ist so meines Erachtens nicht ganz richtig. Es gab nicht
„den unfähigen Hominiden“ der zum Überleben die Intelligenz
entwickeln musste. Wäre er unfähig gewesen, wäre er
ausgestorben, bevor er Intelligenz entwickeln konnte.
Er war schon mal sehr nahe dran auszusterben - habe ich gehoert.
Die bessere Intelligenz
ermöglichte den Gebrauch von Werkzeugen, was wiederum den
aufrechten Gang und die Intelligenz förderte.
Ueber die Entstehung des aufrechten Ganges habe ich im Fernsehen gesehen, dass er lediglich dadurch entstanden ist, dass sich die Landschaft durch Klimaaenderung veraenderte und die Waelder Steppen wichen. In den Steppen war es von Vorteil einen grossen Ueberblick zu haben und so setzte sich der aufrechte Gang durch.
Dann erst waren weiterentwickelte Werkzeuge moeglich.
gruss
jima
Hallo,
Ueber die Entstehung des aufrechten Ganges habe ich im
Fernsehen gesehen, dass er lediglich dadurch entstanden ist,
dass sich die Landschaft durch Klimaaenderung veraenderte und
die Waelder Steppen wichen. In den Steppen war es von Vorteil
einen grossen Ueberblick zu haben und so setzte sich der
aufrechte Gang durch.
das ist meines Erachtens eine viel zu einseitige Sichtweise. Mit Sicherheit war das ein wichtiger Faktor. Der stabile aufrechte Gang machte es aber auch möglich, gezielter Wurfwerkzeuge wie Speere oder Steinschleudern einzusetzen. Damit förderte die Benutzung dieser Werkzeuge den aufrechten Gang. Eben eine Rückkopplung.
Gruss, Niels