Legierungsanalyse??

Von: , Frage gestellt am Mi, 14. Mai 2003

Hallo auch...

Als Student der Chemie kommt man im AC-Grundpraktikum ja unweigerlich irgendwann zu einer quantitativen Gesteins- oder Legierungsanalyse (zumindest in Potsdam). Und die hab ich nun gekriegt. Es ist Messing.
Und wir sollen uns bevor wir lolegen schon mal einen Analysengang einfallen lassen. Der soll dann abgesegnet werden, bevor man uns die Analyse in die Hand drückt. Das hab ich auch getan. Und ich würd da gern mal ein paar Fragen beantwortet haben:

1. geht der Analyseweg so in Ordnung, wie ich mir das gedacht hab, oder sind da schon vom Ansatz her grobe Fehler drin?

2. Wie krieg ich Eisen am dümmsten quantitativ nachgewiesen und stört es nicht eventuell die elektrograv. Best von Cu?
Wenn ja, wie krieg ich das Fe am sichersten vorher aus der Lsg?

Wobei ich bei der ersten Frage schon ne Antwort haben will, bei der zweiten würd mir schon genügen, wenn man mir sagt, wo ich da am besten im Jander/Blasius Praktikumsbuch oder im Internet Infos zu finde.

Thx im vorraus
chris h.


Hauptbestandteile Cu, Zn
Nebenbestandteil Pb
Spuren Fe, Sn


1. Lösen der Substanz

Lösen in ca 25 ml HNO3 bei etwa 60-80°C (im Becherglas, abgedeckt mit Uhrglas).
Anschliessend BG-Wandungen und Uhrglas mit H2O abspülen.

2. Trennung und Nachweis der Elemente
2.1 Zinn (Sn)

Bleibt als Zinnsäure ungelöst, Überführung in SnO2 (Anleitung: J/B S.497, Bronzeanalyse)
- Erhitzen, unter Sdp. halten, Verdampfen bis nur noch ca 5 ml Lsg
- Verdünnen mit 30 ml Wasser, warmstellen
- ¼ Filterbreitablette (zerkleinert, aufgelöst) beigeben
- durch Blaubandfilter filtrieren, waschen mit heißer 0,2 m0l/l HNO3
- Filter trocknen und veraschen, konstantwiegen, Sn-Gehalt berechnen
Umrechnungsfaktor: 0,78765

2.2 Blei (Pb)

Fällung als PbSO4 (Anleitung: J/B S.336)
- Schwefelsaure Lsg (<20% wg. Löslichk.) herstellen, abrauchen
- waschen mit H2O/Ethanol, bedecken, stehen lassen
- dekantierend über Porzellanfiltertiegel filtrieren
- Waschen mit 18 mol/l H2SO4 und 50%ige Ethanollsg mit 0,5%H2SO4
- 20-30 Min. im Muffelofen
- im Exsikkator konstanttrocknen
Umrechnungsfaktor: 0,6832

2.3 Kupfer (Cu)

elektrograv. Bestimmung (J/B S 439)
- Auffüllen der Analyse auf 100 ml, aliquote Teile von 20 ml
- Platinelektrode und schwefelsaure Lsg
- Elektrode konstanttrocknen

2.4 Eisen (Fe)


2.5 Zink (Zn)

gravimetr. Bestimmung als Zn2P2O7
- mit HCl im Überschuss ansäuern, mit 25 ml HNO3 versetzen, bis zur Trockene eindampfen
- 3 ml HCl und 50 ml H2O zugeben, dann mit NH3-Lsg genau neutralisieren
- auf 150 ml auffüllen, bis zum Sieden erhitzen, langsam 35 ml Fällungsreagenz (6g (NH4)2HPO4, gelöst in 35 ml H2O) zusetzen
- Lsg nahe am Sieden halten, 2 Std ohne Erwärmung stehen lassen, in Porzellanfiltertiegel filtrieren
- mit H2O waschen, im Trockenschrank vortrocknen, dann im Muffel konstantglühen
Umrechnungsfaktor: 0,42924

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
    Re: Legierungsanalyse??

    Hallo auch Streitgebäck,
    Als Student der Chemie kommt man im AC-Grundpraktikum ja
    unweigerlich irgendwann zu einer quantitativen Gesteins- oder
    Legierungsanalyse (zumindest in Potsdam).
    nicht nur da ;-) Und die hab ich nun
    gekriegt. Es ist Messing.
    Sei froh, besser als irgend ein Glas oder unlösliche Schlacke oder ... Und wir sollen uns bevor wir lolegen schon mal einen
    Analysengang einfallen lassen. Der soll dann abgesegnet
    werden, bevor man uns die Analyse in die Hand drückt.
    Find ich gut, war bei uns nicht so und hat einigen Leutchen ziemlich viel Zeit gekostet.
    1. geht der Analyseweg so in Ordnung, wie ich mir das gedacht
    hab, oder sind da schon vom Ansatz her grobe Fehler drin?

    Schaun wir mal. 2. Wie krieg ich Eisen am dümmsten quantitativ nachgewiesen
    und stört es nicht eventuell die elektrograv. Best von Cu?
    Wenn ja, wie krieg ich das Fe am sichersten vorher aus der
    Lsg?

    Fe sollte bei der elektrogravimetrie nicht stören, hats zumindestens bei mir nie getan (Fe < 1 %)
    Wie Du Fe bestimmst, hängt auch von der Konzentration ab, wie hoch ist sie denn so 3,14 x Daumen?

    Hauptbestandteile Cu, Zn
    Nebenbestandteil Pb
    Spuren Fe, Sn


    1. Lösen der Substanz

    Lösen in ca 25 ml HNO3 bei etwa 60-80°C (im Becherglas,
    abgedeckt mit Uhrglas).
    Anschliessend BG-Wandungen und Uhrglas mit H2O abspülen.
    Ssollte klappen.
    2. Trennung und Nachweis der Elemente
    2.1 Zinn (Sn)

    Bleibt als Zinnsäure ungelöst, Überführung in SnO2 (Anleitung:
    J/B S.497, Bronzeanalyse)
    - Erhitzen, unter Sdp. halten, Verdampfen bis nur noch ca 5 ml
    Lsg
    - Verdünnen mit 30 ml Wasser, warmstellen
    - ¼ Filterbreitablette (zerkleinert, aufgelöst) beigeben
    - durch Blaubandfilter filtrieren, waschen mit heißer 0,2
    m0l/l HNO3
    - Filter trocknen und veraschen, konstantwiegen, Sn-Gehalt
    berechnen
    Umrechnungsfaktor: 0,78765

    dito 2.2 Blei (Pb)

    Fällung als PbSO4 (Anleitung: J/B S.336)
    - Schwefelsaure Lsg (<20% wg. Löslichk.) herstellen,
    abrauchen
    - waschen mit H2O/Ethanol, bedecken, stehen lassen
    - dekantierend über Porzellanfiltertiegel filtrieren
    - Waschen mit 18 mol/l H2SO4 und 50%ige Ethanollsg mit
    0,5%H2SO4
    - 20-30 Min. im Muffelofen
    - im Exsikkator konstanttrocknen
    Umrechnungsfaktor: 0,6832

    hab ich selber keine Erfahrung, aber Deine Idee klingt gut. 2.3 Kupfer (Cu)

    elektrograv. Bestimmung (J/B S 439)
    - Auffüllen der Analyse auf 100 ml, aliquote Teile von 20 ml
    - Platinelektrode und schwefelsaure Lsg
    - Elektrode konstanttrocknen

    sollte klappen, ich hatte nie Probleme damit.
    Die genaue Spannung und Stromstärke hab ich jetzt nicht mehr parrat, waren aber wichtig - nachschauen! 2.4 Eisen (Fe)


    siehe oben 2.5 Zink (Zn)

    gravimetr. Bestimmung als Zn2P2O7
    - mit HCl im Überschuss ansäuern, mit 25 ml HNO3 versetzen,
    bis zur Trockene eindampfen
    - 3 ml HCl und 50 ml H2O zugeben, dann mit NH3-Lsg genau
    neutralisieren
    - auf 150 ml auffüllen, bis zum Sieden erhitzen, langsam 35 ml
    Fällungsreagenz (6g (NH4)2HPO4, gelöst in 35 ml H2O) zusetzen
    - Lsg nahe am Sieden halten, 2 Std ohne Erwärmung stehen
    lassen, in Porzellanfiltertiegel filtrieren
    - mit H2O waschen, im Trockenschrank vortrocknen, dann im
    Muffel konstantglühen
    Umrechnungsfaktor: 0,42924
    diese Bestimmung ist etwas tricksig. Mir selber ist sie einige male in die Hose gegangen. Ließ sich Zn nicht auch als Oxinat nachweisen?!

    Gandalf

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