Was sind Azofarbstoffe, kann einer von euch mir ausführliche INfos schicken???
Wenns ausführlich sein soll will ich doch mal im Römpp nachschauen. Also der meint folgendes.
Azofarbstoffe:
Diese wichtige Gruppe von Farbstoffen umfaßt eine größere Zahl von Verb. als alle anderen Farbstoffklassen zusammen. 1992 betrug der weltweite Verbrauch an Azofarbmittel 580 000 t od. 60% des Farbmittelmarktes. Alle A. haben die allg. Formel R1–N=N–R2, wobei die beiden Reste R1 u. R2 ident. (s. Azobenzol) od. verschieden sein können. Enthält das Farbstoffmol. 2 Azo-Gruppen, so entsteht ein Disazofarbstoff, bei 3 Azo-Gruppen ein Trisazofarbstoff usw. Die Vielzahl der A. ist auf Einführung von Alkoxy-, Carboxy-, Sulfo-, Nitro-, Alkyl- u. Aryl-Gruppen, Halogenen u. a. Substituenten in die Arylazo-Kerne zurückzuführen. Der aromat. Kern besteht dabei nicht nur aus Benzol-Derivaten, sondern auch aus Naphthalin-, Anthracen- sowie heterocycl. Derivaten .
Herst.: Meist durch Einwirkung einer Diazonium-Verbindung auf eine Kupplungskomponente, wie ein aromat. Amin, Phenol od. auf die Sulfon- od. Carbonsäure eines Amins, Phenols od. Naphthols, sowie einer Pyridon- od. Pyrazolon-Verb.; als Beisp. s. die Kupplungsreaktion zur Bildung von Buttergelb bei Azo-Verbindungen.
Verw.: Die A. werden unter verschiedenen Gruppenbez. zum Färben von Wolle, Baumwolle, Zellwolle, Seide, Kunstseide, Hanf, Jute, Leinen, Ölen, Fetten, Wachsen, Stroh, Holz, Papier usw. benutzt. Seide u. Wolle können infolge ihres Gehalts an Tyrosin u. Tryptophan mit Diazonium-Verb. Kuppelungsreaktionen unter Bildung von A. eingehen. Nach der BedarfsgegenständeVO (4. VO zur Änderung der BedarfsgegenständeVO vom 20. 7. 95; gilt nur in der BRD) ist die Herst., Einfuhr u. das Inverkehrbringen von Bedarfsgegenständen verboten, die dazu bestimmt sind, mit dem menschlichen Körper nicht nur vorübergehend in Berührung zu kommen, wenn sie mit A. gefärbt sind. Dies gilt für A., die nach einer reduktiven Spaltung Amine der Klassen MAK III A1 u. A2 der MAK-Werte-Liste ausbilden. (s. Lit. , allg. Informationen über Toxizität von A. s. Lit. ).
Die Verw. von A. zur Färbung von Lebensmitteln ist zurückgegangen. U. a. fanden einige A. schon frühzeitig Verw. als Chemotherapeutika (Prontosil) u. Mittel gegen Protozoen (z. B. Trypan-Farbstoffe). A. sind vertreten in der Gruppe der Säure-, Direkt-, Reaktiv-, Entwicklungs- u. Dispersionsfarbstoffe sowie bei Chromier- u. Beizenfarbstoffen (wegen der Bildung von Lacken zwischen A. u. Metallsalzen). Die verlackten Azopigmente sind im Anw.-Medium unlösl. u. zeichnen sich durch hohe Farbstärke aus . In der Farbphotographie werden A. für das sog. Silberfarb-Bleichverf. verwendet. Zu den A. gehören auch zahlreiche Indikatoren. Als erster Mono-A. wurde 1861 4-Aminoazobenzol (Anilingelb), als erster Bis-A. 1884 das Kongorot synthetisiert; s. a. Farbstoffe u. Azo-Verbindungen.
Lit.: 1 Angew. Chem. 71, 818–824 (1962). 2 Melliand Textilber. 1995, 993 ff. 3 Zollinger, Color Chemistry, S. 426, 2. Aufl., Weinheim: VCH Verlagsges. 1991. 4 Herbst u. Hunger, Industrial Organic Pigments, Weinheim: VCH Verlagsges. 1993.
allg.: Angew. Chem. 77, 469–484 (1965) ï Kirk-Othmer 2, 868–910; (3.) 3, 387–433 ï Rys u. Zollinger, Leitfaden der Farbstoffe, Weinheim: Verl. Chemie 1976 ï Snell-Hilton 6, 401–424 ï Ullmann 4, 76–162; 5, 783–821, E 220 ff.; (4.) 8, 244 ff. ï Winnacker-Küchler (3.) 4, 293–333, 340–348.
E azo dyes
F colorants azoïques
I azocoloranti
S colorantes azoicos
Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 2.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1999
Gruß Gandalf