Nerven

Von: , Frage gestellt am So, 8. Jun 2003

Hallo

Ist die Erregungsweiterleitung bei Riesenaxonen schneller oder bei myelinisierten Axonen?

Gibt es allgemein eine Formel für die Geschwindigkeit der Weiterleitung, die das Verhältnis zwischen Axongrösse (also Durchmesser des Axons) und der Länge Myelinscheide darstellt?

Ganz schön kompliziert gefragt :-), trotzdem hoffnungsvoller gruss

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
    Re: Nerven

    Hi Petra,

    hier ein Auszug aus meinem Bio-Heft von "damals":

    Es gibt zwei Wege der Leistungssteigerung des Axons und damit der Erhöhung der Leitungsgeschwindigkeit:

    1. Querschnittsvergrößerung:
    Vorteil: Verringerung des inneren Widerstandes
    Nachteil: Größerer Leckstrom -> erhöhter Energiebedarf, erhöhter Materialbedarf.

    2. Myelinisierung:
    Vorteil: geringer Durchmesser, geringer Leckstrom (Isolierung),
    geringerer Energie/Materialbedarf, saltatorische Erregungsleitung (schnell, weniger Aktionspotentiale)
    Nachteil: begrenzte Reichweite der Ionenausleichsströme, deshalb Abstände der Ranvierschen Schnürringe nach oben begrenzt, durch hohe Differenzierung störanfälliger.

    Vergleich von 4 Nervenfasern mit gleicher leitungsgeschwindigkeit:
    Tintenfisch: markloses Riesenaxon -> 637 mikrometer Durchmesser
    Regenwurm: marklos: 90 mikrometer Durchmesser
    Frosch: markhaltig, Ranvier-Knoten: 10 mikrom
    Katze: markhaltig, Ranvier-Knoten: 4 mikrom

    hoffe, Dir geholfen zu haben,
    Gruß
    Nicky [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Nerven

      Hallo,
      1000 Dank - hast mir echt weitergeholfen!
      Noch eine frage, was ist denn ein Leckstrom (bei 1.)?

      Lieber Gruss Hi Petra,
      hier ein Auszug aus meinem Bio-Heft von "damals":
      Es gibt zwei Wege der Leistungssteigerung des Axons und damit
      der Erhöhung der Leitungsgeschwindigkeit:

      1. Querschnittsvergrößerung:
      Vorteil: Verringerung des inneren Widerstandes
      Nachteil: Größerer Leckstrom -> erhöhter Energiebedarf,
      erhöhter Materialbedarf.

      2. Myelinisierung:
      Vorteil: geringer Durchmesser, geringer Leckstrom
      (Isolierung),
      geringerer Energie/Materialbedarf, saltatorische
      Erregungsleitung (schnell, weniger Aktionspotentiale)
      Nachteil: begrenzte Reichweite der Ionenausleichsströme,
      deshalb Abstände der Ranvierschen Schnürringe nach oben
      begrenzt, durch hohe Differenzierung störanfälliger.

      Vergleich von 4 Nervenfasern mit gleicher
      leitungsgeschwindigkeit:
      Tintenfisch: markloses Riesenaxon -> 637 mikrometer
      Durchmesser
      Regenwurm: marklos: 90 mikrometer Durchmesser
      Frosch: markhaltig, Ranvier-Knoten: 10 mikrom
      Katze: markhaltig, Ranvier-Knoten: 4 mikrom

      hoffe, Dir geholfen zu haben,
      Gruß
      Nicky

      • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Nerven

        Hi Petra,

        hier noch ein paar weiterführende links: http://www.scheffel.og.bw.schule.de/faecher/science/...
        http://www.loges-schule.de/skript.pdf

        der Leckstrom bei 1. bedeutet folgendes:
        die Membran der marklosen Faser ist schlechter isoliert, daher erfährt der Strom bei seiner Ausbreitung größere Verluste. Die Leitung ist daher auf kleine Entfernungen begrenzt; je größer die Entfernung desto größer die Verluste.

        Grüßle
        Nicky Hi Petra,
        hier ein Auszug aus meinem Bio-Heft von "damals":
        Es gibt zwei Wege der Leistungssteigerung des Axons und damit
        der Erhöhung der Leitungsgeschwindigkeit:

        1. Querschnittsvergrößerung:
        Vorteil: Verringerung des inneren Widerstandes
        Nachteil: Größerer Leckstrom -> erhöhter Energiebedarf,
        erhöhter Materialbedarf.

        2. Myelinisierung:
        Vorteil: geringer Durchmesser, geringer Leckstrom
        (Isolierung),
        geringerer Energie/Materialbedarf, saltatorische
        Erregungsleitung (schnell, weniger Aktionspotentiale)
        Nachteil: begrenzte Reichweite der Ionenausleichsströme,
        deshalb Abstände der Ranvierschen Schnürringe nach oben
        begrenzt, durch hohe Differenzierung störanfälliger.

        Vergleich von 4 Nervenfasern mit gleicher
        leitungsgeschwindigkeit:
        Tintenfisch: markloses Riesenaxon -> 637 mikrometer
        Durchmesser
        Regenwurm: marklos: 90 mikrometer Durchmesser
        Frosch: markhaltig, Ranvier-Knoten: 10 mikrom
        Katze: markhaltig, Ranvier-Knoten: 4 mikrom

        hoffe, Dir geholfen zu haben,
        Gruß
        Nicky

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