Re: Wie präpariere ich einen schädel?
Ich würde nämlich gern wissen, wie ich einen Schädel, z.B.
einen Fundschädel aus dem Wald, am besten bleichen und haltbar
machen kann
Hallo Robert,
falls der Schädel schon frei von Weichteilen ist, reicht es, wenn du ihn einige Zeit in 3%-igen Wasserstoff legst (bekommst du in der Drogerie oder beim Friseur), bis er dir weiß genug ist.
Ich habe mal einen mittelgroßen Hund zur Vorbereitung für die Präparation in einen Ameisenhaufen gelegt. Nach 2 Monaten war zwar das Fleisch abgenagt und abgefault, Fell, Sehnen, Periost und Knorpel klebten aber noch an den Knochen und konnten erst nach stundenlangem Kochen abpräpariert werden, was eine Schei*arbeit war.
Leichter geht´s, wenn man alles, was sich leicht entfernen lässt, vom Knochen abzieht und die Gebeine dann mehrere Stunden bei kleiner Flamme sieden lässt, bis sich alles, einschließlich der Knochenhaut, leicht abziehen lässt. Nachdem alle Skelettteile sauber geputzt sind, legt man sie wieder in Wasserstoff zum Bleichen.
(Gegen den etwas gewöhnungsbedürftigen Geruch beim Kochen kann man etwas Suppengrün beigeben, das macht ihn ein bisschen erträglicher.)
Zum Verbinden der einzelnen Skelettteile hat sich die Heißklebepistole am besten bewährt.
Sehr empfindliche Skelette (Vögel oder Nager) nur im heißen Wasser liegen lassen und nicht kochen. Wenn der Großteil des Fleisches so aufgeweicht ist, dass er sich leicht entfernen lässt, in 3%-igen Wasserstoff legen, so lange, bis sich die letzten Reste von den feinen Knochen abspülen lassen.
Gruß
Johnny
P.S.: Schädel mit Geweihen und Abwurfstangen von Schalenwild sind übrigens Eigentum des Jagdpächters. Wenn man sie sich aneignet, begeht man Wilddiebstahl.