Silikatschwund bei Königswasseraufschluß

Hallo allerseits!

Wir haben im Labor verschiedene Königswasseraufschlüsse an einer Bodenprobe getestet. Nun haben wir festgestellt, dass bei erhöhter Temperatur (>180°C) der Silikatanteil im Rückstand deutlich geringer wird. Nun hab ich schon einige Bücher gewälzt, aber noch keinen Hinweis darauf gefunden, dass Silikate in sauren Lösungen löslich wären.
Da die Aufschlüsse in einem geschlossenen System durchgeführt wurden, halte ich einen Verlust in Form von Siliziumfluorid für unwahrscheinlich, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass der Boden ausreichende Mengen an Fluorid enthält.

Kann mir vielleicht irgendjemand auf die Sprünge helfen, wo unser Silikat geblieben sein könnte?

Gruß

Stefan

Hi Stefan,

kann das Si nicht in Form von SiCl4 abdampfen?
Königswasser enthält schließlich eine gute Menge nasszierendes Chlor!

Gandalf

Prinzipiell schließe ich mich Gandalf an, aber könntest du deinen Aufschluss ein wenig genauer beschreiben (ich meine, wenn kein SiF4 entweichen kann, dann eigentlich auch kein SiCl4). Ich kenne eine Spezialistin zu dem Thema, die nutzt aber kein Internet.

Gruß, Claudia

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> Hallo beiderseits!
>
> Leider kann ich seit Freitag keine Postings mehr bei WWW
> absetzen, ich bekomme ständig die Fehlermeldung „Seite kann nicht
> angezeigt werden“. Daher meine Antwort per E-Mail.
>
> :könntest du
> :deinen Aufschluss ein wenig genauer beschreiben (ich meine,
> :wenn kein SiF4 entweichen kann, dann eigentlich auch kein
> :SiCl4)
>
> Ich fange erstmal mit einem „Verflixt!“ an, denn eigentlich hatte
> ich auf Gandalfs Artikel schon eine Antwort geschrieben, aber die
> muß irgendwie verloren gegangen sein.
>
> Es geht um einen Aufschluss einer Bodenprobe (ganz normale
> Gartenerde, aus dem Blumenbeet) mittels Königswasser, bei 180°C
> in einer geschlossenen Teflon-Hülse, wobei das Aufschlussgut von
> Mikrowellen erhitzt wird.
> Eigenartig ist, dass bei 10 und 20 Minuten der gleiche Rückstand
> bleibt, wie bei allen anderen Proben (geringere Temperaturen)
> auch. Nur bei einer Aufschlussdauer von 30 Minuten ist der
> Rückstand um etwa ein drittel verringert.
> Eigentlich hätte ich das ganze ja gerne auf Inhomogenitäten im
> Boden geschoben, aber dazu sind a) die anderen Proben zu gut
> übereinstimmend und b) bei allen Aufschlüssen Doppelbestimmungen
> durchgeführt worden. Dummerweise bestätigen sich die beiden
> Bestimmungen bei 180°C und 30 Minuten.
>
> Aber mal angenommen es entstünde tatsächlich SiCl4 oder SiF4,
> müsste das dann nicht sofort wieder in seine
> Ursprungsbestandteile Hydrolysieren? Königswasser enthält ja nun
> in der Tat auch eine ganze Menge Wasser.
> Wie sieht das eigentlich bei Flußsäure und Glas bzw. Quarz aus?
> Bleibt das Siliziumfluorid in Lösung, oder gast es sofort aus?

Hallo, Stefan,

ich poste Deine Antwort nachher auch ins Forum, wenn’s recht ist.

Ich fragte Frau Dr. Marchig von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, mit > 30 Jahren Sedimentanalytik in den Knochen (meine Mutter). Dieses Problem, sagte sie mir, sei tatsächlich meist nur Chemikern bekannt, die selbst Fällungen machen. Wir wussten nicht genau, wie du deine Prüfung machst, aber gingen davon aus, dass du eine überstehende Flüssigkeit von etwas Ungelöstem trennst. Das Problem mit Si sei, auch wenn es bei den pH-Werten von Königswasser beim Hydrolysieren unweigerlich wieder zu SiO2 wird, dass das Zeug in einer kolloidalen Form anfällt, es „peptisiert“. Wenn man Si bestimmt, indem man (mit HF) abraucht und das SiF4 wieder hydrolysiert, dann muss man im Filtrat immer nachfällen, weil einem sonst ein großer Teil Si einfach fehlt. Die Tatsache, dass verlängerte Aufschlusszeiten den Effekt bewirken, sei auch ein Hinweis darauf. Es scheint so, als würdest du einen Teil Si einfach wegschütten, es ist gar nicht nötig, dass es gasförmig entweicht.

Ganz genau habe ich auch nicht nachgefragt, aber ich denke, dass du jetzt auch einen Hinweis hast, wo du nachlesen musst.

Viele Grüße,
Claudia