Hallo,
mich würde mal interessieren, ob das menschliche Gehirn eine unbegrenzte Aufnahmekapazität besitzt.
Wie groß ist die „Festplatte“?
Ist die Wissenschaft schon mal zu dem Punkt gekommen, wo sie sagen musste: „Mehr passt in dieses Gehirn nicht mehr rein“?
Gibt es überhaupt Untersuchungen/Forschungen in dieser Richtung?
die Speicherung der Daten im Gehirn und auf einer Festplatte sind kaum miteinander vergleichbar, weil das Gehirn bzw. das( Unter)Bewustsein Daten stets ‚vernetzt‘ verwendet.
Da eine Vernetzung fast beliebig komplex sein kann, ist auch die ‚Menge‘ an erinnerbaren Daten fast unbegrenzt.
Die verwendeten Algorithmen sind bisher weitestgehend unverstanden.
Hallo,
also ich hab mal wo gelesen ( Quelle kenn ich nicht mehr ) das von unserem Gehirn ungefähr 10% genutzt werden. Dazu kommt wie bereits erwähnt, dass die „Daten“ nicht statisch abgelegt sind, sondern durch sich ständig veränderte chemische Prozesse neu bilden. Die Datenspeicher wären in dem Fall wohl das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Doch auch diese werden chemisch beeinflusst. Jeder Mensch hat, was das erinnern angeht, unterschiedliche Fähigkeiten Viele Dinge sind aber bis heute nicht erklärbar, z.B. wie kommt es das man sich im Gedächtnis an Bilder erinnert, und diese vor seinem geistigen Auge erscheinen lassen kann. Technische Daten bestehen aus Nullen und Einsen, die Daten im Gehirn bestehen aus Molekülen, Eiweißketten und was weis ich noch alles. Die Vernetzungsfähigkeit der einzelnen chemischen Ketten ist wohl unbegrenzt, nur die Fähigkeit alles was man erlebt hat auch zu behalten ist begrenzt ( eben 10% ). Bis heute weis man nicht, warum nur 10% genutzt werden, es ist so als wenn der Rest abgeschlossen worden ist. Wenn man die ganze Masse des Hirns nutzen könnte würde wohl eine unbeschreibliche Menge an „Daten“ zusammenkommen. Vielleicht entwickelt sich der Mensch ja mal dazu, dass er alles nutzen kann ? Vielleicht stehen wir erst am Anfang unserer Erkenntnis ? Voll wird es wohl niemals werden, da wir ja selbst mit unseren 10% unser Wissen ständig erweitern, allerdings zu Lasten von „unwichtigen“ Daten die wir dann löschen und uns gar nicht mehr an diese erinnern können.
Technische Daten
bestehen aus Nullen und Einsen, die Daten im Gehirn bestehen
aus Molekülen, Eiweißketten und was weis ich noch alles. Die
Vernetzungsfähigkeit der einzelnen chemischen Ketten ist wohl
unbegrenzt, nur die Fähigkeit alles was man erlebt hat auch zu
behalten ist begrenzt ( eben 10% ). Bis heute weis man nicht,
warum nur 10% genutzt werden, es ist so als wenn der Rest
abgeschlossen worden ist.
Bei einem begrenzten Hirnvolumen gibt es eine theoretische Obergrenze für die Speichermenge, da auch Moleküle Raum benötigen.
Ein anderer Parameter ist, wie schnell solche Moleküle erstellt werden können.
Die Natur arbeitet gerne mit mit Redundanzen (eine Niere reicht ja eigentlich) und vieles ist schlichtweg überdimensioniert um im Notfall reserven zu haben.
Beim Gehirn ist das Organ mit dem grösten Energieverbrauch (ca. 20% der Gesammtenergie) und der niedrigsten Temeperatur. Kurzfristig kannst du das Gehirn mit höherer Leistung betreiben (Diese enden dann aber meist mit einem Schockzustand) aber über längere Zeit gibt es Probleme mit der Energieversorgung und der Kühlung.
das problem besteht ja schon darin dass unser gehirn nicht zur
datenspeicherung gemacht ist-zumindest nicht zur speicherung von
details.
wesentlich wichtiger ist es zusammenhänge und „die moral von der
geschicht“ abzuspeichern-und das nimmt nur wenig speicherplatz weg.
such mal im netz unter „loftus, elisabeth“ und „false memory
syndrome“ und „gazzaniga, michael; interpreter“-die drei sachen geben
einem schon einen etwas unheimlichen einblick wie unser gehirn
arbeitet. gespeichert wird da nicht viel. wenn wir uns an etwas
erinnern dann nimmt unser gehirn einen aspekt der erinnerung und
bastelt eine mehr oder minder glaubhafte geschichte drum rum
(glaubhaft für den menschen der sie erzählt).
das ist auch der grund warum bei fischern die beute von jahr zu jahr
grösser wird, warum jäger ein wildschwein von mammutgrösse gejagt
haben und man sich fragt warum deutschland den krieg verloren hat
wenn doch alte veteranen alleine die russische armee in die flucht
geschlagen haben.
eines hat unser gehirn: eine unbegrenzte kapazität zu phantasieren.
und das war scheinbar in der evolution ganz nützlich.
tschüss
matthias
p.s. die limitierungen sind sehr gut beschrieben bei:
hoffman „visual intelligence“
pinker „how the mind works“
gazzaniga „the mindspast“
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also ich hab mal wo gelesen ( Quelle kenn ich nicht mehr ) das
von unserem Gehirn ungefähr 10% genutzt werden.
war das nicht zufällig bei L. Ron Hubbard?
Diese Aussage gehört in den Bereich moderne Sagen und wurde (wird?) gerne von den Scientologen benutzt. Tatsächlich kann es sich kein Organismus leisten, ein energiefressendes Organ wie das Gehirn zu unterhalten und dann nur 10 Prozent davon zu nutzen. Die Folge wäre, dass ein evolutionärer Vorteil entstünde, wenn das Gehirn kleiner, aber zu einem höheren Prozentsatz genutzt würde. Die Evolution tendiert zu maximaler Energieeffizienz für eine bestimmte Aufgabe.
Sicher läuft das Gehirn nicht ständig auf 100% und sicher kann man es auch trainieren, um Vorgänge effizienter zu machen. Aber daraus zu schließen, dass 90% brach liegen ist falsch.
Mit den Daten kann man ja eine theoretische Speicherkapazität ausrechnen. Wenn man annimmt, daß eine Zelle ein Bit speichern kann, kommt man auf eine Kapazität von ca. 17,5 TB.
Natürlich kann man das Gehirn nicht mit einer Festplatte vergleichern, aber so hat man doch immerhin einen Wert für die maximale Menge an enthaltenen Daten.
wie du schon schreibst ist die aussage mit den 10% schwachsinn.
was hingegen wahrscheinlicher ist:
nur ein sehr sehr geringer teil dessen was in unserem gehirn abläuft wird uns bewusst. der überwiegende anteil läuft vollautomatisch; und das ist auch gut so sonst würden wir nicht in der lage sein zu atmen und gleichzeitig zu gehen während wir uns nebenbei unterhalten.
steht was von 14 Mrd Neuronen - mit 1 Bit pro Neuron komme ich auf 1.6 TB (Terabyte). Was hab ich nicht verstanden?
Aber abgesehen davon ist der Ansatz 1 Bit/Neuron nicht gut; Eigentlich ist die binäre Information in den Synapsen gespeichert, und zwar in Form von sie „existiert“ und „sie existiert nicht“. Tja, es ist schwer, nicht existierende Synapsen zu zählen. Die Aussage klingt witzig, sie soll aber den Weg dahin weisen, wo das Problem liegt.
Das lehrt uns dann eins: Vergleiche, auch nur Überschlagsweise, mit unseren Begriffen von Information (mit der Einheit Bit) sind einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Und selbst, wenn und das gelänge, ändern Effekte wie Redundanz, Reduktion, Generation und Dynamik (von denen wir wissen, daß sie eine große Rolle spielen, die wir aber noch nicht verstehen) ganz sicher das Ergebnis noch um Größenordnungen.
Natürlich kann man das Gehirn nicht mit einer Festplatte
vergleichern, aber so hat man doch immerhin einen Wert für die
maximale Menge an enthaltenen Daten.
Eben nein, weil sich unsere Definition von Daten nicht auf den Gedächtnisinhalt neuronaler Netze anwenden läßt. Das ist wie wenn ich behaupte, daß ein Kubikmeter 1000l Wasser fassen und 15 Stunden - überschlagsweise und ganz grob - 3.5 Mio l Wasser fassen.
Ich habe an der falschen Stelle gelesen, beim Mark, nicht in der Rinde.
Und wenn man die Synapsen nimmt, kann man die Rechnung auch wieder machen Aber Du hast natürlich recht, daß das nicht vergleichbar ist. Trotzdem denke ich, daß eine solche Abschätzung eine obere Schranke liefern können müßte.