Hi Leute!
In Biologie besprechen wir zur Zeit eine „Modellselbstreinigungsstrecke“, bei der 8 Becken à 30 l mit Proben aus verschiedenen Gewässertypen (Altrhein, Gartenteich, Baggerloch etc.) nebeneinander gestellt sind, und durch kleine Röhrchen miteinander verbunden sind. Jetzt wird in das Becken 0 (null) 8 l mit Sauerstoff angereichertes Wasser Leitungswasser gegeben. Durch die Röhrchen findet jetzt ein Austausch des Wassers statt, da in dem einen Becken mehr Wasser als in dem anderen ist.
Außerdem wird in Becken 1 1,6g Pepton (vorverdautes Eiweiß) zugegeben, was eine natürlich Belastung eines Gewässers darstellen soll.
Im Verlauf der nächsten Tage und Wochen wurden verschiedene Messungen auf Ammonium, Nitrit, Nitrat, ph-Werte, 02, etc. durchgeführt und die Entwicklung der verschiedenen Tierchen beobachtet.
Jetzt meine Frage: Inwieweit kann die Sukzession der Stickstoffparameter ein Zeichen für die Selbstreinigung sein?
Danke im Voraus für die Hilfe!
Greetz, Sir Tom
Jetzt meine Frage: Inwieweit kann die Sukzession der
Stickstoffparameter ein Zeichen für die Selbstreinigung sein?
Danke im Voraus für die Hilfe!
Greetz, Sir Tom
Hallo, Tom,
hier mein „educated guess“, da ich kein Biologe bin: Wenn die Mikroorganismen das Eiweiß aufnehmen, müsste im Gefolge des Zuwachses der Biomasse der eiweißgebundene Stickstoff (= Gesamt-N weniger Nitrat/Nitrit/Ammonium, wenn man die Mikroorganismen abtrennen kann) abnehmen. Was ich nicht weiß, ist, in welcher Form die Biesterchen den Stickstoff wieder ausscheiden. Eine Form von Ausscheidung haben sie ja, und unsereiner scheidet überflüssigen gebundenen Stickstoff bekanntlich in Form von Harnstoff aus (Gottseidank sind wir hier nicht im Medizin-Forum…). Was machen die verschiedenen Mikros daraus?
Ich habe ein bißchen gegoogelt. Schau einmal hier: http://www.google.de/search?hl=de&lr=&ie=UTF-8&q=mik…
Gruß, Claudia
Ich bin kein Ökologe, aber ich glaube: Ja.
Wenn das Pepton von Mikroorganismen verstoffwechselt wird, entsteht unter anaeroben Bedingungen Ammonium, unter aeroben Bedingungen wird das aber oxidiert, zunächst zu Nitrit, dann zu Nitrat. Wie schnell und wie viel Nitrat du nach einer Pepton-Einleitung im Wasser nachweisen kannst, müßte ein Maß sein dafür, wie gut die Mikroorganismen das aerob verstoffwechseln können. Fehlt Sauerstoff, geht das nicht. Darum haben zB. sauerstoffreiche Fließgewässer eine höhere Selbstrinigungskraft als sauerstoffarme, stehende Gewässer.
Gruß
Jochen