Warum gibt es keine gescheckten Menschen?

Hallo ihr Wissenden,
warum mischt sich bei Menschen die Hautfarbe (dunkel + weiß = hellbraun) und es gibt keine gescheckten Menschen wie es z.B. bei Katzen oft der Fall ist?

Gruß Matthias

Hallo
Na , da wär ich mir nicht so sicher . Immerhin habe ich Sommersprossen , und bei manchen Menschen sind die Sommersprossen deutlich größer als bei mir .
Bis zu 0.6 cm etwa habe ich gesehen …
Das ein Mensch etwa so aussieht wie eine Kuh oder eine Katze muß ja nicht sein , oder ??
Mfg
Matthias

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Meines Wissens ist bei Katzen oder Kühen das Fell gescheckt, und nicht die Haut - und Menschen mit Strähnen in den Haaren zB (jetzt mal nicht gefärbte) gibt es ja hin und wieder auch… :smile:

Cess

Hai, Matthias,

Hallo ihr Wissenden,
warum mischt sich bei Menschen die Hautfarbe (dunkel + weiß =
hellbraun) und es gibt keine gescheckten Menschen wie es z.B.

Gibt es - wird im Allgemeinen als Pigment-Störung bezeichnet und kommt in Form von hellen oder dunklen, mehr oder minder großen, Flecken vor (Muttermale). Ebenso kommen derartige Flecken bei Wildtieren gelegentlich vor. Also nicht als Farbvarianten im Fell, die sich auf der Haut, wie schon erwähnt, nicht bemerkbar machen, sondern als richtige Hautverfärbungen.
Bei vielen Tieren sind derartige Flecken ein evolutionärer Nachteil - ein Wolf, der ein paar Flecken in schickem Setter-Rot hat, hat ziemliche Nachteile bei der Jagd, darum werden meistens derartige Abweichungen schon vom Muttertier beim jungen Wurf „aussortiert“ - es sei denn, ein Mensch kommt vorbei, findet das Rot total toll, hat noch 'nen zweiten mit so’nem Fleck und züchtet absichtlich gefleckte Nachkommen…
Natürlicherweise können sich solche solche Fecken(-Muster) durchsetzen und weiterentwickeln, wenn sie einen Vorteil, z.B. besere Tarnung, darstellen, wie die Streifen beim Tiger, oder die Flecken bei der Giraffe.
Auch beim Menschen sind Flecken erstmal einfach nicht üblich, kommen aber vor. Da sie eben nicht „normal“ sind, werden sie unbewußt als Krankheitsanzeichen gewertet, was die Chance auf Fortpflanzung des Schecken stark verringert, da sie obendrein selten sind, ist es wahrscheinlich, daß, wenn sie sich Fortpflanzen, dies mit einem einfarbigen Partner geschieht - würde man ganz bewußt Menschen mit Flecken untereinander paaren und das genug Generationen lang, hätte man irgendwann eine Menschen-„Rasse“, die eben gescheckt wäre.

Gruß
Sibylle

Ich denke, das liegt an der Art der Genregulation. Die Bräune unserer Hautfarbe kommt vom Melatonin, das bei dunkelhäutigen vermehrt produziert wird. Das Ausmaß wird reguliert von vielen Genen. In jedem Fall (außer bei Albinos) wird aber immer Melatonin produziert. Je mehr „starke“ Regulatorgene jemand hat, umso dunkler seine Haut - und das immer recht gleichmäßig (bis auf Ausnahmen, s. Thread unten). Naja, in Wirklichkeit ist das alles ein wenig komplizierter…

Die Fellfarbe wird etwas anders reguliert. Hier gibt es nicht viel oder wenig, sondern entweder-oder. Die von Mama und Papa ererbten Anlagen für die Fellfarben konkurrieren miteinander. In der frühen Embryonalphase wollen beide aktiv werden, und eine von beiden gewinnt das Match. Welches, ist Zufall und in jeder Zelle unterschiedlich. Wenn es aber mal entschieden ist, bleibt’s dabei und alle Nachkommen einer Zelle bilden die gleichen Pigmente. So in etwa kommt’s zu den Flecken. Bei den Mustern (Zebra etc) sind noch andere Vorgänge beteiligt.

Gruß
Jochen

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Hallo Matthias: Einige Hinweise hast Du bereits erhalten. Der Grund warum es keine gescheckten Menschen gibt (ausser Pigmentflecken bei hellhäutigen Menschen oder Pigmentstörungen bei Zuckerkranken) liegt bei der Art der Fortpflanzung des Menschen, der Zellteilung durch Meiose. Die Spermien und Eizellen des Menschen enthalten nur einen (haploiden) einfachen Chromosomensatz von 23 Chromosomen. Die Spermien und Eizellen werden aus einer normalen Zelle mit doppeltem (diploidem)Chromosomensatz (2 x 23)durch Meiose (1. + 2. Zellteilung) gebildet.
Bei der Vereinigung von einem Spermium mit einer Eizelle zum frühen Embryo entsteht wieder der doppelte Chromosomensatz. Dieser doppelte
Chromosomensatz produziert u.a. die Substanz aus der sich mit Licht Melanin bildet, der Farbstoff für die schwarze oder helle Hautfärbung, je nach Melanin-Menge. Stammt ein Chromosomensatz (z.B. das Spermium)von einer dunkelhäutigen Person und die Eizelle von einer hellhäutigen Person so produzieren beide Chromosomensätze zwar unterschiedlich viel Melanin-Vorstufe; da aber beide in derselben Zelle produzieren ist das Resultat eine gemittelte Menge Melanin-Vorstufe (= hellbraun). Ein solcher „Mischorganismus“ wird wissenschaftlich als Hybride bezeichnet.
Ein „gefleckter“ Organismus wird als Chimäre (Pfropfbastard)bezeichnet. Eine Chimäre kann nur durch künstliche Eingriffe, unter Umgehung der Meiose, erzeugt werden. Eine Schaf-Ziegen-Chimäre wurde erzeugt, indem 8 Furchungszellen vom Schaf mit entsprechenden Zellen von drei Ziegenembryonen umhüllt in eine Ziege (Wirtsmutter) eingepflanzt wurden. Diese Schaf-Ziegen-Chimäre wurde ein Jahr alt und war steril.
Meines Wissens sind dreifarbige (weiss/schwarz/orange) Katzen steril.
Gruss von Paul Stoll

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Meines Wissens ist bei Katzen oder Kühen das Fell gescheckt,
und nicht die Haut

Also bei Katzen ist durchaus auch die Haut gescheckt. Wir hatten mal eine gescheckte Kazte bei der die Unterlippe zur Hälfte rosa und zur anderen Hälfte braun war.
Auch die Ballen der Pfötchen waren braun-rosa getupft.

Gruß

Stefan

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Moin moin,

Meines Wissens sind dreifarbige (weiss/schwarz/orange) Katzen
steril.

fast…
Bei Katzen gibt es zwei genetische Farben, schwarz und orange, die jeweils eng an das X-Geschlechts-Chromosom gekoppelt sind. Also kann nur eine weibliche Katze beide Farben aufweisen schwarz und orange, da sie ja auch XX besitzt. Eine Schwarz/rote Katze nennt man Schildpatt(farben). Bei einer 3 farbigen Katze ist weiß nur der Scheckungsfaktor keine geschlechtsgebundene Farbe. Diese nennt man dann Glückskatzen oder Schildpatt auf weiß. (Mit Verdünnung auch Tricolor oder Blauschildpatt auf weiß, während eine „verdünnte“ Schildpatt eine Blaucreme ist *g*)
Da Kater aber XY besitzen, kann auch rein theoretisch auch nur eine Farbe erscheinen, entweder orange oder schwarz. Aber manchmal spaltet sich das X Chromosom, so daß XXY Kater entstehen. Da nun zwei X vorhanden sind ist auch Platz für beide Grundfarben.Diese Schildpattkater sind ziemlich selten und in den allermeisten Fällen zeugungsunfähig. Aber eben nur die Kater, die Schildpatt-Mädchen sind genauso fruchtbar wie alle anderen auch :wink:

Gruß
Maja

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Hallo Paul!

Deine Beschreibung der Meiose und Befruchtung ist zwar richtig, aber es ist nicht die Erklärung für das Fleckenphänomen. Ein ganz, ganz einfaches Argument zeigt das: Die Meiose und Befruchtung läuft bei allen Tieren im Prinzip gleich. Unterschiede gibt es im Detail schon, zB die Zahl der Chromosomen, der zeitliche Verlauf der meiotischen Teilungen usw., aber das Resultat ist in allen Fällen das gleiche!

Bei Katzen (Danke an Maja, für den Tipp!) liegen die Gene für die Fellfarbe auf dem X-Chromosom. Bei Weibchen mit zwei X-Chromosomen wird eines stillgelegt, um Gendosiseffeckte auszugleichen. Welches nun stillgelegt wird - das mütterliche oder das väterliche - ist Zufall und von Zelle zu Zelle verschieden. Wenn aber eines mal stillgelegt wurde, bleibt dies bei weiteren (mitotischen) Zellteilungen erhalten. Wenn die beiden Chromosomen also Gene für unterschiedliche Farben haben, kann das so zu einem Fleckenmuster führen.

Ein „gefleckter“ Organismus wird als Chimäre
(Pfropfbastard)bezeichnet.

Nee, du, Katzen, auch gefleckte, sind (normalerweise) keine Chimären.

Meines Wissens sind dreifarbige (weiss/schwarz/orange) Katzen
steril.

Was sich einfach erklären läßt:
Diese Katzen haben durch ein Seggregationsfehler während der Meiose mind. drei X-Chromosomen erhalten. Bei der Bildung der eigenen Keimzellen geht dann noch mehr schief, so daß diese nicht mehr in der Lage sind, nach Befruchtung zu einer Katze heranzuwachsen.

Viele Grüße!
Jochen

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Hallo Jochen: Deine Erklärung taugt für die gefleckten Katzen, aber erklärt die Realität beim Menschen (schwarz + weiss = hellbraun) nicht.
Meine Ausführungen zu „gefleckter“ (menschlicher) Organismus gelten klar nicht für die gefleckten Katzen. Ich hätte „menschlich“ (siehe oben) einfügen müssen, und erwähnen dass ein hypothetisch „gefleckter“
Mensch (etwas makaber!) mir nur als Chimäre möglich scheint.
Gruss von Paul Stoll

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Hallo Jochen: Melatonin und Melanin sind nicht dasselbe! Melatonin ist
ein Indolderivat; Melanin ist ein polymeres Pigment und wird aus der Aminosäure Tyrosin gebildet, dieses Melanin ist für die menschliche
Hautbräunung zuständig.
Gruss von Paul Stoll

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Asche auf mein Haupt!
Du hast Recht! Aber, bitte, bitte, glaub mir, das war ein Flüchtigkeitsfehler!!

Danke jedenfalls für die Klarstellung,

viel Grüße,
Jochen

Hallo Paul!

Hallo Jochen: Deine Erklärung taugt für die gefleckten Katzen,
aber erklärt die Realität beim Menschen (schwarz + weiss =
hellbraun) nicht.

Ja, das hatte ich ja auch vorher schon erklärt.

Meine Ausführungen zu „gefleckter“ (menschlicher) Organismus
gelten klar nicht für die gefleckten Katzen. Ich hätte
„menschlich“ (siehe oben) einfügen müssen, und erwähnen dass
ein hypothetisch „gefleckter“
Mensch (etwas makaber!) mir nur als Chimäre möglich scheint.

Das hatte ich wohl mißverstanden. So gebe ich dir natürlich Recht.

Übrigends hat man Chimären-Experimente mit der Fellfarbe gemacht, z.T., um die Migration embryonaler Zellen einfach verfolgen zu können. Testorganismen waren natürlich nicht Menschen, sondern Mäuse, Ratten und ich glaube auch Schweine. Die Chimären wurden zu unterschiedlichen Entwicklungsstadien (Morula, frühe / späte Blastula) gemacht, was ganz unterschiedliche „Fleckenbildung“ zur Folge hatte. Die Migration epithelialer Zellen ist dann noch nach Zelltransplantation im Gastrulastadium und später untersucht worden.

Herzliche Grüße!
Jochen

Hallo Jochen:

Meines Wissens sind dreifarbige (weiss/schwarz/orange) Katzen
steril.

Diese Katzen sind alles andere als steril, aber immer Kätzinnen, da das Schildpatt-Färbungsgen auf beide X-Chromosomen vorhanden sein muss. Gelegentlich taucht mal ein Schildpatt-Kater auf, dieser hat zwei X Chromosomen zu seinem Y mitbekommen und der ist dann tatsächlich aus den unten genannten Gründen steril.

Viele Grüsse, Nicola

Was sich einfach erklären läßt:
Diese Katzen haben durch ein Seggregationsfehler während der
Meiose mind. drei X-Chromosomen erhalten. Bei der Bildung der
eigenen Keimzellen geht dann noch mehr schief, so daß diese
nicht mehr in der Lage sind, nach Befruchtung zu einer Katze
heranzuwachsen.

Viele Grüße!
Jochen