aus wie viel Mineralien bestehen Mensch und Tier?

Von: , Frage gestellt am Do, 31. Jul 2003

Hallo,

die Meinungen gehen auseinander: 127, 106, 87 oder 86 Mineralien und Spurenelemente?

Bei Pflanzen 86?
Mensch und Tier 127?

Bin kein Biologe. Ich denke, von euch kann es mir bestimmt jemand beantworten.

Liebe Grüße

Erika

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 14 Stunden 3 hilfreich
    Re: aus wie viel Mineralien bestehen Mensch und Ti

    Hallo Erika,

    die Frage ist nicht ganz einfach zu verstehen. Was verstehst du unter Mineralien? Im allgemeinen versteht man darunter den Oberbegriff für feste, chemisch u. physikalisch einheitliche Bestandteile der Erdkruste. Steine sind häufig Gemenge von Mineralien. Wahrscheinlich meinst du mit Mineralien aber etwas anderes, nämlich Elemente. Mineralien bestehen aus Elementen. Manche Mineralien bestehen nur aus einem Element, die meisten jedoch bestehen aus mehreren Elementen (das sind aber keine Gemenge bzw. Gemische, sondern richtige, chemische Verbindungen). Beispiel: Silizium ist ein Element, das kommt auch als Mineral auf der Erde vor (glitzert metallisch schillernd). Mikroprozessoren und die spiegelnde Fläche in den CDs sind zB. aus Silizium. Sauerstoff ist auch ein Element, allerdings kommt dieses Element nicht als Mineral vor, denn reiner Sauerstoff ist ja gasförmig und Minerale, sagte ich ja schon, sind per Definition feste Bestandteile der Erdkruste. Es gibt chemische Verbindungen der Elemente Silizion und Sauerstoff, die bezeichnet man als Siliziumoxid. Das ist kein Element mehr (es besteht ja aus zwei unterschiedlichen Elementen), aber ein Mineral. Ein sehr häufiges noch dazu, nämlich Quarz! Der Bergkristall und der Sand sind nichts anderes als Siliziunumoxid. Mit Einschlüssen und Färbungen nennt man das Rauchquarz, Rosenquarz, Amethyst, Citrullin usw. Das sind Mineralien.

    Die Zahl der Elemente ist recht begrenzt. Man kennt heute mind. 112 Elemente. Einige davon sind dir sicher bekannt: Gase wie Wasserstoff, Helium, Stickstoff, Sauerstoff, Chlor; Nichtmetalle wie Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel; Metalle wie Natrium, Magnesium, Aluminium, Eisen, Kupfer, Silber, Gold, usw. Außer den Gasen kommen die alle auch als Mineralien vor. Da sich aber aus den 113 Elementen eine gigantische Zahl unterschiedlicher Verbindungen herstellen lassen, gibt es sehr viel mehr unterschiedliche Mineralien.

    Spurenelemente sind diejenigen Elemente, die in unserem Körper nur in Spuren vorkommen. Das sind zB. Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kupfer, Mangan, Selen, Zink, Molybdän, Kobalt, Zinn, Vanadium, Nickel. Du siehst, wie überall mach auch hier die Dosis das Gift. Diese Spurenelemente sind absolut lebensnotwendig für dich - zuviel Chrom, Nickel oder Kupfer kann dich aber krank machen oder die sogar das Leben kosten (Schwermetalle!).

    Doch jetzt zurück zu deiner Frage:

    Natürlich findet man in Lebewesen nur extrem selten feste Bestandteile, die auch Bestandteil der Erdkruste sind, also Mineralien. Ein Beispiel wäre das Calciumapatit in deinen Zähnen, das ist eine Verbindung aus Calcium, Phosphor und Sauerstoff, die oft auch Fluor und Chlor enthält.

    Die Frage wäre so besser gestellt: Wieviele Elemente enthält der Mensch?

    Nun, das ist leider nicht so gut zu beantworten, weil ja wie gesagt die Spurenelemente teilweise nur in wahnsinnig niedrigen Konzentrationen vorkommen, so dass man sie nur sehr schwer messen kann. Daher ist man auch nie wirklich sicher, ob man auch alle gefunden hat. Ganz pragmatisch kann man aber davon ausgehen, dass so ziemlich jedes (natürliche) Element (ja, es gibt auch künstlch erzeugte Elemente) auch irgendwo in unserem Körper vorkommt. Ausnehmen möchte ich hier die Eledgase (Helium, Neon, Argon,...). Weiterhin würde ich auch annehmen, dass radioaktive Elemente auch nicht vorkommen (bzw. zumindest keine biologische Funktion haben). Damit bleiben, wenn ich mich nicht verzählt habe, 76 Elemente übrig.

    Die wird man in allen Lebewesen finden, wobei es sicher es Unterschiede gibt, welches Element in welchem Organismus häufiger vorkommt.

    Ich hoffe, das hat geholfen, auch wenn's ein bißchen lang und umständlich war.

    Grüße
    Jochen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
      Nachtrag...

      Jetzt fragst du dich vielleicht, warum Mineralwasser Mineralwasser heißt, wo da doch gar keine Mineralien drin sind?

      Das heißt deshalb so, weil gelöste Mineralien drin sind. Auf dem Weg durch die Erdkruste löst das Wasser Mineralien auf, genau so, wie man ja Salz (ein Mineral!) in Wasser lösen kann. Dann bekommt man Salzwasser, was eigentlich auch ein Mineralwasser ist.

      Da in "echtem" Mineralwasser aber viele unterschiedliche Mineralien aufgelöst sind, kann man nicht mehr sagen, welche Mineralien das waren. Statt dessen gibt man bei Analysen, was drin ist, die Ionen an, das sind meist die Kationen (Na+, Mg++, K+ usw.) und die Anionen (Sufat: SO4--, Phosphat: PO4---, Karbonat: CO3--).

      Gruß
      Jochen

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: Nachtrag...

        Hallo Jochen,

        das hört sich ja sehr kompliziert an.

        Bei verschiedenen Produkten geben die Hersteller Auskunft über Mineralien-/Elementeanzahl, Kristallsalz aus dem Himalaya = 84 Elemente, Noni-Saft = über 100 Mineralien, Almin = 106 Mineralien etc. Nun habe ich mich neulich mit einem Bekannten unterhalten, der Ökolandwirt ist und sich damit ein wenig auskennen sollte. Er meinte, der Mensch besteht aus 87 Mineralien.

        Ehrlich gesagt, bin ich jetzt wegen der Elemente und Mineralien richtig verwirrt.

        Was bleibt an Mineralien/Elementen übrig, wenn man z. B. die Asche einer Urne analysieren würde?

        Lieben Gruß

        Erika

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re^2: Nachweisgrenze

          Hallo Erika, das hört sich ja sehr kompliziert an.
          ist es auch ;-)
          Bei verschiedenen Produkten geben die Hersteller Auskunft über
          Mineralien-/Elementeanzahl, Kristallsalz aus dem Himalaya = 84
          Elemente, Noni-Saft = über 100 Mineralien, Almin = 106
          Mineralien etc.
          Bei solchen Angaben bin ich als naturwissenschaftlich ausgebildeter Chemiker immer ziemlich skeptisch, weil es bei vielen Herstellern solcher Produkte bewust oder mangels Wissens zu einem Wildwuchs kommt. Da werden Begriffe falsch oder zumindestens unkorrekt verwendet, Dinge verwechselt oder verdreht ...

          Wenn Du mit entsprechender Analytik rangehst, kannst Du in jeder(!) Verbindung fast alle Elemente nachweisen. Aber wenn dann keine exakten Angaben
          1. Der angewendetetn Untersuchungsmethoden

          und
          2. Die gefundenen Konzentrationen

          gemacht werden sind Aussagen wie Kristallsalz aus dem Himalaya = 84
          Elemente,
          völlig wertlos. In jedem Meersalz lassen sich wie gesagt mit Sicherheit auch 84 Elemente nachweisen. Nun habe ich mich neulich mit einem Bekannten
          unterhalten, der Ökolandwirt ist und sich damit ein wenig
          auskennen sollte. Er meinte, der Mensch besteht aus 87
          Mineralien.

          Sagen wir es mal so; ich esse zu einem großen Teil Lebensmittel, die irgendwelchen ökologischen Standarts entsprechen, der größe Teil davon Demeter-Qualität, aber das naturwissenschaftliche Wissen von Landwirten und Händlern sie solche Ware herstellen/verkaufen halte ich für gelinde gesagt mäßig. Aber es ist auf der anderen Seite kein Widerspruch, Antroposophie und exakte Naturwissenschaften sind nicht immer einer Meinung und es gibt häufig eine babylonische Sprachverwirrung, wenn sie aufeinaderstoßen. Daher ist es immer mit Vorsicht zugenießen, wenn ein Naturwissenschaftler sich über Antroposopie ausläßt und umgekehrt. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt wegen der Elemente und
          Mineralien richtig verwirrt.

          ich hoffe meine Ausführungen haben das ein wenig gelindert. Was bleibt an Mineralien/Elementen übrig, wenn man z. B. die
          Asche einer Urne analysieren würde?

          Wie schon gesagt
          Wenn Du mit entsprechender Analytik rangehst, kannst Du in jeder(!) Verbindung fast alle Elemente nachweisen.

          Gandalf

        • Antwort von nach 3 Tagen 1 hilfreich
          Re^2: Ein Beispiel:

          Hallo Erika, das hört sich ja sehr kompliziert an.
          Ehrlich gesagt, bin ich jetzt wegen der Elemente und
          Mineralien richtig verwirrt.
          Entschuldige, verwirren wollte ich dich gewiß nicht. Ich kann das auch nicht viel einfacher erklären, aber ich kann dir mal ein Beispiel geben, wie das mit den Elementen und Mineralien gemeint ist. Vielleicht wird's dann ein wenig klarer.

          Elemente sind die Grundbausteine, aus denen die materielle Welt besteht. In dem Beispiel nimm mal an Elemente = Menschen. Ein Element hat ganz bestimmte Eigenschaften, übertragen auf die Menschen seien das berufliche Fertigkeiten. So gibt es Bäcker, Mechaniker, Fahrer, Elektriker, Schreibkräfte, Schneider ... insgesamt könnte man so - um im Beispiel zu bleiben - 102 verschiedene Menschen-Typen (bzw. Berufe!) unterscheiden, also 102 Elemente eben. Diese Elemente können alleine vorkommen (ein Haufen Bäcker, ein Haufen Schneider usw). Sie können aber auch in Verbindungen vorkommen. Diese Verbindungen sind Teams, die zusammen arbeiten und etwas machen, was einer alleine nicht kann, zB. ein Werkstatt-Team, wo drei Mechaniker, ein Fahrer, ein Elektriker und eine Schreibkraft zusammenarbeiten. Wie du siehst, kann man Teams (also Verbindungen) ganz unterschiedlich zusammenstellen und es kann irrsinnig viele verschiedene Teams geben. Auch kann man (mit entsprechenden Methoden) die Mitarbeiter der Teams voneinander trennen und in anderen Kombinationen zusammensetzen. Das geht nicht mit einzelnen Menschen (also Elementen): da kann man einen Bäcker und einen Mechaniker nicht einfach auseinandernehmen und zB als "Bäniker" und "Mechacker" wieder zusammensetzen!

          Manche Teams arbeiten räumlich immer ganz eng zusammen (zB, weil sie sich Arbeitsmaterialien teilen) und man muß sich schon was einfallen lassen, um die mal voneinander zu trennen. Andere Teams sind eher locker assoziiert und unter entsprechenden Bedingungen gehen die einzelenen Mitarbeiter ihre eigenen Wege: diese Teams lösen sich auf.

          Also Zusatzinfo: Die Elemente kann man aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften elegant in einem System anordnen. Innerhalb dieses Ordnungssystems treten bestimmte chemische Eigenschaften periodisch auf, so daß man dieses System als Periodensystem der Elemente bezeichnet. Du kannst dir das zB mal unter http://www.periodensystem.info/ anschauen. Bei verschiedenen Produkten geben die Hersteller Auskunft über
          Mineralien-/Elementeanzahl, Kristallsalz aus dem Himalaya = 84
          Elemente, Noni-Saft = über 100 Mineralien, Almin = 106
          Mineralien etc. Nun habe ich mich neulich mit einem Bekannten
          unterhalten, der Ökolandwirt ist und sich damit ein wenig
          auskennen sollte. Er meinte, der Mensch besteht aus 87
          Mineralien.
          Wie Gandalf schon sagte: Solchen "naturwissenschaftlichen" Angaben von Quellen ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund kann man nicht trauen. Ohne Angaben der Mengen und Meßgenauigkeiten sind diese Angaben ohnehin wertlos. Was bleibt an Mineralien/Elementen übrig, wenn man z. B. die
          Asche einer Urne analysieren würde?
          Auch hier entscheidet wohl wieder die Meßgenauigkeit über die Zahl an Elementen, die man finden wird. Entsprechend meiner vorigen Antwort würde ich hier auch - beliebig gute Meßtechnik vorausgesetzt - sagen, daß man alle möglichen Elemente finden wird, außer den Edelgasen und den überschweren und künstlichen radioaktiven Elementen, also 76. Womöglich allerdings doch noch ein paar natürliche radioaktive Elemente wie Radium, also mindestens 76. Aber wie gesagt, das ist eine Vermutung! Soweit ich weiß, hat das noch keiner versucht zu messen (wozu auch?), also: Hinterfrage solche Aussagen bitte, bevor du sie glaubst. Frage nach den Messergebnissen, frage, wo die Ergebnisse veröffentlicht sind!! Und bevor du ein irrsinns Geld ausgibst für Himalajasalz, weils besser ist als normales Salz, dann laß dir bitte zeigen, wer das wann und wie und mit welchem Ergebnise gemessen hat. Selbstverständlich sollte das Ergebnis von unabhängigen Fachleuten (=Naturwissenschaftlern) auf diesem Gebiet bestätigt sein. Wenn man dir das nicht zeigen kann, gib dein Geld für sinnvollere Sachen aus!

          Und, bitte, bitte, glaube nicht den Werbefuzzies. Die wollen dich nicht informieren, sondern ihre Sachen verkaufen. Und das möglichst lukrativ. Da wird oft halbwissenschaftlicher Unsinn verwurstelt. Ich habe zB. nach den Meldungen über das Ozonloch schon Werbeblätter bekommen, daß man doch die "ozonreichen Wälder der Bayrischen Waldes" besuchen sollte... Schade nur, daß Ozon ein ganz starkes Pflanzengift ist! Das hatte der Werbetexter wohl nicht bedacht.

          Liebe Grüße
          Jochen

          • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
            Re^3: Ein Beispiel:

            Danke, euch beiden,

            wenn es schwierig ist, alle Elemente nachzuweisen, kann natürlich jeder mit Zahlen herumjonglieren. Mich hat es weiter gebracht. Ich werde jetzt eine Portion Skepzis walten lassen und schon mal kritisch nachfragen. Mal sehen, ob mir dann jemand sagen kann, wo das geschrieben steht.

            Noch mal vielen, vielen Dank für eure ausführlichen Antworten.

            Lieben Gruß

            Erika

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