Re: Schwimmen im Atomkraftwerk
Hallo,
ich bin gewiss kein Freund der Atomkraft, aber das sind unsinnige Horrorstories!
In dem Buch "Ganz unten" von Günther Wallraff arbeitet der
Autor zeitweise als Türke "Ali" zeitweise in einem
Atomkraftwerk, um über die dortigen Mißstände zu berichten
(eg. Schweisser werden aus der Türkei eingeflogen, arbeiten 2
Stunden, haben die Jahrestrahlenhöchstdosis erreicht und
fliegen zurück).
Damit ein Mitarbeiter überhaupt im Kontrollbereich arbeiten darf, bedarf es eines amtlichen Gesundheitszeugnisses und jährlicher ärztlicher Untersuchungen (für Arbeiter Kat. A). Mag sein, dass es irgendwo irgendwann irgendwie solche Missstände gibt, iA ist es aber besser, nicht irgendwelche 0-8-15 Schweisser (nichts gegen die türkische Schweisskunst, das betrifft alle Nationen) solche Arbeiten erledigen zu lassen, sondern Leute, die sich im entsprechenden Einsatzgebiet auskennen.
Für schlimm halte ich eher, dass sich die MA teilweise darum reissen, in den Kontrollbereich zu gehen, da das Risikozuschläge bedeutet. Da kommt es dann zu Fällen, dass die MA versuchen ihre Dosimeter zu manipulieren um länger drin bleiben zu dürfen.
Andere Arbeiter berichten ihm über Reinigungen am Rand vom
Ablagerungsbecken:
Hat er "Ablagerungsbecken" geschrieben? Eigentlich heißt es Abklingbecken. Das wenigstens sollte er wissen. Wenn er nicht mal die einfachsten Fachausdrücke kennt, lässt das Rückschlüsse auf seine "Recherchetätigkeit" zu.
"Dann arbeitet einer direkt am Becken, und einer hält ihn
fest, also gesichert mit einem Seil. Denn wenn einer in das
Wasser fällt, muß er innerhalb von 10 Sekunden wieder
rausgezogen werden, weil man in dem Wasser nicht schwimmen
kann."
Wieso sollte man nur 10 Sekunden drin schwimmen können? Das ist normales Wasser. Das Wasser dient der Abschirmung und der Kühlung der abgebrannten Brennelemente. Die Abschirmung funktioniert recht gut. Das Wasser selber strahlt nicht, es können aber durch Leckage der Brennelemente Spaltprodukte darin enthalten sein, so dass sich verschlucken oder schwimmen nicht empfiehlt. In jedem Fall wird die Strahlendosis mit Annäherung an die Brennelemente steigen.
Übrigens: Dachdecker arbeiten oft direkt an der Dachkante, gesichert nur durch ein Seil (manchmal auch nicht, man ist ja ein echter Mann). Weil wenn der Mann fällt, kann er höchstens wenige Sekunden in der Luft schwimmen (hängt von der Höhe des Dachs ab).
Gruss, Niels