Biochemiestudium

Von: , Frage gestellt am Mo, 13. Mär 2000

Hallo!
Ich mache gerade Abi und interessiere mich für einen Studiengang in Richtung medizinischer Forschung (Krebsforschung, Gentechnik etc.). Welcher Studiengang bietet sich da am besten an? Biochemie, Biologie, Medizin, Chemie? Wie sind die Zukunftsaussichten in diesen Studiengängen? Ich habe gehört, daß ja gerade die Biotech-Forschung voll im "Boom" inbegriffen ist.
Außerdem: wer kann mir Informationen über den Studiengang Dipl. Biochemie geben (Zukunftsausichten, Studienorte, Erfahrungen mit dem Studiengang)
Im voraus Danke für Eure Hilfe!

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Biochemiestudium

    Hallo,
    Interesse ist sicher immer eine gute Grundlage für die Wahl des Studienfaches. Allerdings ist es schlecht, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, da man dieses frühestens nach der Hälfte der Studienzeit (also nach 2 bis 3 Jahren etwa) erreichen kann. Insbesondere das Grundstudium ist alles andere als praxisnah. Gerade im Grundstudium kommt, dann schnell die "Wozu muss ich das lernen, das will ich später eh nicht machen"-Stimmung auf. Das zweite Problem ist, daß etwas was zur Zeit boomt am Ende Deiner Studienzeit (in etwa 6 bis 8 Jahren) garantiert nicht mehr boomt.
    Mit dem Ziel Medizinische Forschung sind einige Studiengänge möglich: Humanmedizin, Tiermedizin, Chemie, Biologie, Biochemie, Biotechnologie, Pharmazie ...
    Grad in der Forschung ist es egal, da zählt nur "Abschluß eines naturwissenschaftlichen Studiums" und Doktortitel. Von einer zu speziellen Ausbildung ist eher abzuraten, gerade aus dem Grund, daß sich Trends ändern können. Letztendlich kommt es auf die persönliche Neigung an und den Schulabschluß (Medizin, Biologie, Biochemie und Pharmazie sind NC Fächer). Mal einige Beispiele zu den persönlichen Neigungen:
    1.) Umgang mit Menschen: Wer das nicht kann sollte die Finger von Medizin lassen
    2.) Tierversuche: Medizin und Biologie, teilweise auch Phamazie scheiden aus für Leute, die damit Probleme haben.
    3.) Mathematik: Wird eigentlich in allen Naturwissenschaften benötigt, nicht ganz so stark ausgeprägt in Medizin.
    4.) Belastbarkeit: Chemie, Lebensmittelchemie und Pharmazie sind auch körperlich recht anstrengende Studiengänge.
    5.) Begabung: In Fächern mit Staatsexamen hat man noch Chanchen mit Auswendiglernen durchzukommen, vor allem bei dem Kreuzchenmachern, ähm Medizinern :-)

    Also erstmal gucken, was die Hochschulen in Deiner Nähe anbieten, da gibt es oft auch Informationsveranstaltungen über das Studienangebot. Einfach mal in die Lehrpläne schauen, was den Neigungen eher entspricht. Das was später im Beruf benötigt wird lernt man eh nicht an den Unis, dort lernt man nur sich das Wissen anzueignen und es zu verstehen.

    Ich selbst hab Chemie studiert und arbeite nun im Bereich Biophysik. Du siehst also, man ist keineswegs festgelegt mit der Wahl des Studienfaches.

    Fragen solltest Du Dich auch, ob es wirklich ein Studium sein soll. Ein Ausbilduung in einem Laborantenberuf oder als Technischer-Assistent kann vor allem für die eher praktisch veranlagten Leute durchaus eine Alternative sein. Als Studierte bringt man letztendlich mehr Zeit mit Papierwälzen als im Labor zu.

    Joern


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