Schwanger von Tiersperma...?

Von: , Frage gestellt am Mi, 10. Sep 2003

Kann mir mal einer ne fachmännische Erklärung geben, warum eine Frau nicht von Tiersperma schwanger werden kann ? Wenn z.B. eine Frau mit einem Affen schläft, kommt kein Menschenaffe heraus, aber warum nicht. Haltet mich nicht für pervers, die Frage ist ernst gemeint :-)

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 3 hilfreich
    Re: Schwanger von Tiersperma...?

    Kann mir mal einer ne fachmännische Erklärung geben, warum
    eine Frau nicht von Tiersperma schwanger werden kann ? Wenn
    z.B. eine Frau mit einem Affen schläft, kommt kein
    Menschenaffe heraus, aber warum nicht. Haltet mich nicht für
    pervers, die Frage ist ernst gemeint :-)
    Mh, das ist mal ne lustige Frage. Soviel ich weiß, hat das was mit der Kompatibilität zu tun. Die DNA der Affen und der Menschen unterschiedet sich. Wenn nun ein Affensperma ein Menschenei befruchten will bildet sich keine zygote.
    Wie war das noch bei Esel und pferd. Die beiden ( haben beide vers. Chromosomensätze) haben sex und raus kommt das maultier, was dann auch als bastard bezeichnet wird. dieses vieh ist unfruchtbar. und hat einen anderen chromosomensatz als Esel und pferd.


    oder wie war das jetzt nochmal????????ßß

    nun gut..
    Wie verbleiben wir denn jetzt?
    Sabrina

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      komplett offtopic

      Hi Sabrina!

      Bist an einem guten Tag zu w-w-w gekommen!


      Gruß Püla

    • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Schwanger von Tiersperma...?

      Hi, Mh, das ist mal ne lustige Frage. Soviel ich weiß, hat das was
      mit der Kompatibilität zu tun. Die DNA der Affen und der
      Menschen unterschiedet sich. Wenn nun ein Affensperma ein
      Menschenei befruchten will bildet sich keine zygote.
      Soweit dass die DNA der beiden miteinander in Kontakt kommt wirds wahrscheinlich gar nicht erst kommen. Das Affenspermium dürfte spätestens beim "Anbohren" der Eizelle scheitern, da hier verschiedene Erkennungsmechanismen beteiligt sind und wenn nicht schon vorher durch Freund/Feind Kennung dann ist spätestens hier Sense. Wie war das noch bei Esel und pferd. Die beiden ( haben beide
      vers. Chromosomensätze) haben sex und raus kommt das maultier,
      was dann auch als bastard bezeichnet wird. dieses vieh ist
      unfruchtbar. und hat einen anderen chromosomensatz als Esel
      und pferd.
      Pferd und Esel sind Arten die noch sehr nahe verwandt sind daher ist eine Kreuzung noch möglich, auch wenn die Nachkommen Unfruchtbar sind (ein Argument dafür, dass es sich tatsächlich um zwei verschiedene Arten und nicht Unterarten oder so handelt).

      Kann in sehr seltenen Fällen wohl auch bei Löwe und Tiger vorkommen. Obwohl sich beide unter natürlichen Bedingungen sicher nie so "nahe" kämen.

      JD

  2. Antwort von nach 15 Stunden 5 hilfreich
    Re: Schwanger von Tiersperma...?

    Hallo, Kann mir mal einer ne fachmännische Erklärung geben, warum
    eine Frau nicht von Tiersperma schwanger werden kann ?
    Ich will's mal versuchen ;-)

    Bei der Befruchtung "verschmelzen" Eizelle und Spermium. Davor muß zunächst das Spermium die Eizelle finden. Das geht über chemische Lockstoffe, die von der Eizelle ausgehen und denen das Spermium folgt. Bei verschiedenen Arten werden die Lockstoffe der Eizelle nicht erkannt und die Spermien schwimmen planlos umher und finden das Ei garnicht erst.

    Finden sie es doch, müssen sie "andocken". Auch das geschieht über Art-spezifische Rezeptoren, die passen müssen wie der Schlüssel zum Schloß. Für die Cracks: Stichwort Akrosomenreaktion. Bei artfremden Partnern geht das nicht, so daß es nicht zur Befruchtung kommt.

    Sind die Arten nahe verwandt (Pferd+Esel), paßt das gerade noch und es kommt zur Befruchtung. Jetzt hat die nun als Zygote bezeichnete befruchtete Eizelle zwei Vorkerne (den weiblichen und den männlichen), die in der Zelle "verschmelzen" ("Karyogamie") und bei der Zellteilung neu sortiert werden.

    In aller Regel funktioniert das und es entsteht eine Chimäre (eine Kreuzung verschiedener Arten). Diese ist aber steril, weil sie keine funktionsfähigen Keimzellen mehr bilden kann. Der Vorgang der Keimzellenbildung nennt man Meiose. Dabei werden die Chromosomen paarweise angeordnet (immer eins vom Papa und das gleiche (=homologe)von der Mama). Die Chimäre hat aber von Vater und Mutter unterschiedliche Chromosomensätze mitbekommen, also ist eine suabere Paarbildung nicht möglich, die Aufteilung auf die Keimzellen geht schief, so daß die entstehenden Keimzellen nicht alle nötigen Informationen enthalten, um wieder "fruchtbar" zu sein. Haltet mich nicht für
    pervers, die Frage ist ernst gemeint :-)
    Sowas kommt in der Natur tatsächlich vor, gar nicht mal soooo selten. Jetzt hoffentlich nicht unbedingt bei Menschen, aber zB. besteht die Gefahr der artfremden Befruchtung bei niederen Organismen (zB. Algen) und Wassertieren, die ihre Eier frei im Wasser befruchten lassen (zB Seesterne, Seeigel, Korallen). Bei höheren Wirbeltieren kann der "Begattungsdrang" bei Abwesenheit passender Gelegenheiten (zu niedrige Rangstellung oder keine Weibchen da) zur Triebbefriedigung unter Zuhilfenahme anderer Arten geschehen. Man sieht ja, daß "spitze" Hund manchmal alles bespringen, was ihnen vor die Schnauze kommt.

    Gruß
    Jochen

  3. Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
    Re: Schwanger von Tiersperma...?

    Interessant wäre die Frage im Hinblick auf Schimpansen. Neulich habe ich in Forschung aktuell im Deutschlandfunk gehört, dass Forscher herausgefunden haben (durch DNA-Analyse), dass Schimpansen eindeutig keine Affen, sondern eine Menschenart sind.

    Solange die Asylanträge stellen solle dass keine allzugroßen Probleme bereiten. Aber könnte hier evtl eine Befruchtung möglich sein?

    Gruß
    Tilo

    • Antwort von nach 19 Stunden 5 hilfreich
      Anm: Gattung und Art

      Hallo, Interessant wäre die Frage im Hinblick auf Schimpansen.
      Neulich habe ich in Forschung aktuell im Deutschlandfunk
      gehört, dass Forscher herausgefunden haben (durch
      DNA-Analyse), dass Schimpansen eindeutig keine Affen, sondern
      eine Menschenart sind.
      Der Text aus dem Originalartikel von Derek E. Wildman et al. aus PNAS (DOI 10.1073/pnas.1232172100) lautet:

      The role of natural selection in shaping 99.4% identity between humans and chimpanzees at nonsynonymous DNA sites: Implications for enlarging the genus Homo.

      Genus heißt Gattung. Sehen wir uns mal kurz die Systematik an. Daß wir es hier mit Wirbeltieren bzw. Säugetieren zu tun haben, ist klar. Die gemeinsame Ordnung sind die Primaten (Herrentiere). Diese Ordnung hat zwei Unterordnungen: Man unterscheidet die Halfaffen (Prosimiae) von den Affen (Simiae). Die Schimpansen und der Mensch gehören zur Unterordnung der Affen. Bei den Affen unterscheidet man nochmal die Zwischenordnungen Altwelt- von Neuweltaffen. Wir gehören zu den Altweltaffen. Dort gibt es die Überfamilien der Hundskopfartigen und der Menschenartigen (Hominoidea). Die Familie der Menschenartigen umfaßt sechs Familien, darunter die Große Menschenaffen (Pongidae) und die Menschen (Hominidae).

      Die Pongidae enthalten die Gattungen Pongo, Gorilla und Pan.

      Die Gattung Pan umfaßt die Schimpansen-Arten, darunter zB. der Gemeine Schimpanse (Pan troglodytes) oder der Bonobo (Pan paniscus).

      Die Familie der Hominidae unterteilt man noch in zwei Überfamilien, den Australopithecinen mit der einzigen Gattung Ardipithecus und den Homininae mit der Gattung Homo. Die meisten Arten der Hominiden-Familie sind ausgestorben (zB. Australopithecus robustus oder Homo habilis). Es gibt nur eine rezent Art in der Gattung Homo, das sind wir: Homo sapiens. Der Neandertaler gehört auch zu unserer Art. Um uns abzugrenzen, unterscheidet man die Unterarten H.sap.neanderthalensis und andere von dem heutigen Menschen H.sap.sapiens.

      Während Schimpansen also zur Gattung Pongo innerhalb der Familie der Pongidae gezählt werden, wird der heutige Mensch zur Gattung Homo in der Familie der Hominidae gerechnet.

      Die Unterscheidung dieser beiden Familien beruht stark auf der innigen Wunschvorstellung des Menschen, sich möglichst stark vom Affen zu unterscheiden. Je genauer und je weniger selbstverherrlichend wir aber nachsehen, umso deutlicher wird, daß die althergebrachte systematische Einteilung (der Hominoidea) nicht sonderlich sinnvoll ist (biologisch, für unser Ego mag das anders sein....). Der Artikel zeigt das erneut auf molekulargenetischer Ebene.

      Der Begriff "Art" übrigends ist so definiert: Zu einer Art gehören alle Lebewesen, die gemeinsam fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen können. Die Einteilungen in Gattungen, Familien, Ordnungen usw. sind demgegenüber recht willkürlich und versuchen nur "Stufen der Ähnlichkeit" zu unterscheiden.

      Obwohl Pongo und Homo vielleicht zu ein und der selben Gattung gehören sollten, heißt das nicht, das sie eine Art sind. Die begriffe Art und Gattung dürfen nicht durcheinander gebracht werden. Dummerweise unterscheiden wir im allltäglichen Sprachgebrauch bei "Mensch" zB nicht zwischen der Gattung Mensch (Homo) und der Art (zB. Homo sapiens).

      Gruß
      Jochen

  4. Antwort von nach 20 Stunden 2 hilfreich
    Re: Schwanger von Tiersperma...?

    Hallo,

    wie bereits weiter unten erwähnt funktioniert die Befruchtung oder die Ausreifung der befruchteten Eizelle zu einem "Kind" nicht. Das Arten in der Evolution auseinander hervorgehen ist inzwischen allgemein bekannt.

    Um aus der alten Art A zwei neue Arten B und C entstehen zu lassen, müssen diese beiden neuen Arten sich trennen, das heißt genetisch isolieren. Dies kann z.B. durch eine geografische Trennung (neues Gebirge entsteht) oder eine biologische Trennung (Art C ändert z.B ihr
    Balzverhalten und wird von Art B nicht mehr als Partner akzeptiert) geschehen. Dies ist ein langwieriger Prozeß, der sich in Zeitraümen von vielen Generationen abspielt.

    Wenn sich die Arten B und C entgültig getrennt haben, können sie keine (fortpflanzungsfähigen) Nachkommen mehr zusammen zeugen. Eine einfache Definition von Art, die diese taxonomische Kategorie als einzige zumindest theoretisch klar ausweist. Leider können wir mit unserem kurzen Leben nur eine Zeitscheibe aus dem Artbildungsprozeß einsehen, so dass wir in einigen Fällen Arten bzw. Unterarten vorfinden, die sich noch nicht vollständig getrennt haben, und z.B. noch sterile Nachkommen miteinander zeugen können (Pferd und Esel).

    Der heutige Mensch hat sich aber von seinen nächsten Verwandten, den Schimpansen, bereits vollständig getrennt, daher können beide zusammen keine "Kinder" mehr bekommen.

    Viele Grüße

    Bianca

  5. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    ethische Frage

    Hi,

    Art- und insbesondere Gattungsgrenzen sind nicht so feststehend, denn sie sind vom Menschen erdacht worden.

    Nur bezweifel ich, dass diesen Versuch selbst der hart gesottenste Wissenschaftler machen würde - nicht mal im Reagenzglas.

    Gesetzt den Fall, es klappt wider Erwarten doch, würde es die angebliche "Spitzenstellung" des Menschen in der Evolution doch stark ankratzen. Ausserdem würde derjenige Forscher als ethisch untragbar, unwissenschaftlich etc. gebrandmarkt und in die Wüste geschickt.

    Einen wissenschaftlichen Beweis, das keine Hybrid entstehen, kann man endgültig wohl nur per in-vitro- Experiment führen, aber wozu....

    Andreas

    • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
      Re: ethische Frage

      Hallo, Art- und insbesondere Gattungsgrenzen sind nicht so
      feststehend, denn sie sind vom Menschen erdacht worden.
      Richtig für Gattungen. Für die Artgrenze gibt es eine klare "Alles-oder-Nichts"-Definition. Nur bezweifel ich, dass diesen Versuch selbst der hart
      gesottenste Wissenschaftler machen würde - nicht mal im
      Reagenzglas.
      Es gibt nichts, was nicht irgendwann irgendwer mal machen würde (Siehe Dürrenmatts "Die Physiker"). Gesetzt den Fall, es klappt wider Erwarten doch, würde es die
      angebliche "Spitzenstellung" des Menschen in der Evolution
      doch stark ankratzen.
      Nur für die mit einem selbstverliebt-verherrlichend-verklärtem Weltbild. Für die anderen hat der Mensch eh keine "Spitzenstellung". Ausserdem würde derjenige Forscher als
      ethisch untragbar, unwissenschaftlich etc. gebrandmarkt und in
      die Wüste geschickt.
      Warum? Die Grenzen der Manipulation sind genauso fließend wie die der Gattungen. Wie haben schon gezielt Chimären aus Menschen und Viren gezüchtet ("Gentherapie") sowie aus Menschen und Schweinen (Schweine mit menschlichen Genen, als Organersatzteillager) und aus Menschen und Kühen (Hormonproduktion, glaube ich). Ab wievielen Genen wird das unmoralisch? Einen wissenschaftlichen Beweis, das keine Hybrid entstehen,
      kann man endgültig wohl nur per in-vitro- Experiment führen,
      aber wozu....
      Nein, dafür braucht man schon ein in-vivo-Experiment. Möglicherweise fehlen im Reagenzglas ja unbekannte aber notwendige Zutaten.

      Tja, wozu? Wer weiß das schon. Ein Trost: Die Natur weiß auch nicht was sie tut - und wir sind auch nur das Ergebnis nicht-zielgerichteter Experimente.

      Grüße
      Jochen



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