Welt steht Kopf?

Also: Unsere netzhaut empfängt ein Bild auf dem Kopf stehend, das Gehirn dreht es dann wieder um.
Gut, ich weiß, dass Bäume nicht am Himmel hängen, aber wo ist denn nun der „Fehler“: Spinnt mein Auge, oder mein Gehirn? Oder hat das etwas mit Physik zu tun: Lichtbrechung etc., bei einer Kamera steht das Bild ja auch auf dem Kopf usw.
Oder steht die Welt wirklich auf dem kopf und wir merken’s nur nicht???
(Mal davon abgesehen, dass Äpfel wirklich nicht nach oben fallen…)

Gerd (der schon fleißig Handstand übt)

Hi,

Also: Unsere netzhaut empfängt ein Bild
auf dem Kopf stehend, das Gehirn dreht es
dann wieder um.

[…]

tun: Lichtbrechung etc., bei einer Kamera
steht das Bild ja auch auf dem Kopf usw.

Das ist die Erklaerung.

Oder steht die Welt wirklich auf dem kopf
und wir merken’s nur nicht???

Im Gehirn gibt es im Grunde kein oben und unten, da gibt es nur Neuronen, und die scheinen die Sinnesinformationen irgendwie in ein konsistentes Weltmodell einzubauen - wie das genau funktioniert weiss man aber nicht (das menschliche Gehirn gilt als das komplexeste bekannte Gebilde).
Man hat in Experimenten Leuten Brillen aufgesetzt, die das Bild auf den Kopf stellen - nach einiger Zeit (ich glaube ein paar Tage) kompnsiert das Gehirn den Effekt und „klapt das Bild wieder um“.

Gruss

Thorsten

Hallo Gerd

Also: Unsere netzhaut empfängt ein Bild
auf dem Kopf stehend, das Gehirn dreht es
dann wieder um.
Gut, ich weiß, dass Bäume nicht am Himmel
hängen, aber wo ist denn nun der
„Fehler“: Spinnt mein Auge, oder mein
Gehirn? Oder hat das etwas mit Physik zu
tun: Lichtbrechung etc., bei einer Kamera
steht das Bild ja auch auf dem Kopf usw.
Oder steht die Welt wirklich auf dem kopf
und wir merken’s nur nicht???
(Mal davon abgesehen, dass Äpfel wirklich
nicht nach oben fallen…)

Du machst gleich 2 Denkfehler

  1. Das Gehirn weiss gar nicht das das Bild auf dem Kopf steht.
  2. Das Sehen ist ein Prozess der, teilweise, erlernt werden muss.

„Oben“ und „Unten“ bekommen erst einen Sinn wenn das Gehirn gelernt hat die Eindrücke des Gleichgewichts-Organs mit dem Bild zu verknüpfen.
Wenn einem Säugling was runterfällt schaut er zuerst mal auf die Hände und stellt fest das das Ding weg ist, dann schaut er manchmal auch zuerst zur Decke ob das Ding jetzt wohl dort zu finden ist. Mit der Zeit lernt er, dass das Ding immer unten zu finden ist. Jetzt gib dem Kleinen mal seinen ersten Luftballon und schau was passiert wenn er ihn losslässt !

Das Gehirn lernt einfach die verschiedenen Signale durch Regeln miteinander zu Verknüpfen.
Schwierig wird es dann wenn die Regeln nicht mehr passen, z.B. wenn du etwas mit einem Spiegelbild machen musst.

MfG Peter(TOO)
(der die Zeitung auch lesen kann wenn sie auf dem Kopf steht)

Alle Sinne arbeiten NATÜRLICH indirekt. Deine Wahrnehmung entsteht im Kopf. Das Licht, was vom Baum durch’s Auge auf deine Netzhaut fällt, löst dort an einer Sehzelle nur eine chmische Reaktion aus, die in einen Nervenimpuls transformiert wird. Dieser wird ans Hirn weitergeleitet und „verarbeitet“, d.h. ihm wird letztlich eine „Bedeutung“ beigemessen. Dieser Nervenimpuls hat selbst keine „Farbe“ und auch keinen „Ort“. Das alles wird erst im Hirn aus einer großen Zahl eingehender Impulse von sehr vielen Sehzellen verrechnet und für dich (für dein Hirn) entsteht der EINDRUCK eines Bildes.

Es ist völlig egal, wie die Welt „da draußen“ wirklich ist. Wir werden’s nie erfahren. Denn alles, was wir erfahren können, sind SINNESEINDRÜCKE von der Welt, aber nicht die Welt SELBST. Wir sind immer und ganz essentiell darauf angewiesen, unsere Umwelt zu interpretieren.

Viel Spaß dabei

Jochen

mal physikalisch
Hallo Gerd!!

Das Bild trifft tatsächlich verkehrt auf unsere Netzhaut auf - das hat rein physikalische Gründe, die ich später erläutere. Das Gehirn kompensiert diesen Vorgang, damit für uns wirklich oben oben ist und unten unten ist.

Mit diesem physikalischen, also optischen Effekt, haben wir recht oft zu tun. Jede Fotokamera nimmt das Bild verkehrt auf, nur brauchen wir danach den Film nur umdrehen :smile:
Und Dias („dia“ heißt soviel wie umgedreht) stecken wir schon von Haus aus kopfüber in den Projektor.

Der Effekt läßt sich mit Worten nur sehr schwer erklären, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß er in jedem Physikbuch, in dem die Optik behandelt wird, beschrieben ist, also schlag doch einmal nach!

mfg!

BStefan

Nach den ersten (leider unbefriedigenden) Antworten habe ich mich tatsächlich mal in größere Unannehmlichkeiten gestürzt und zusammen mit meiner Frau (was sehr viel Spaß gemacht hat) unsere slten Schulbücher und Lexikas durchgekämmt. Wir sind tatsächlich fündig geworden - die Lochkamera hat uns den Weg gezeigt. Im Prinzip eigentlich ganz einfach, jedenfalls wissen wir nun, dass die Welt nicht Kopf steht!
Aber du hast recht: In worten schwer zu erklären.
Wer möchte, dem schicke ich ein einleuchtendes, selbsterklärendes Bild.

Gerd

Es ist immer schön, wenn man jemanden helfen konnte!

mfg!

BStefan