Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwin

Von: , Frage gestellt am Do, 18. Sep 2003

Hi,

Da ich bemerken konnte, dass mir hier viele Leute weiterhelfen können. Hab ich gleich noch eine Frage und zwar:

Auf den Galapagos Inseln gibt es nur Spechtfinken. Was passiert jetzt wenn ich dort Buntspechte in das Gebiet der Spechtfinken aussetzen würde (laut Darwin!) ?

Meine Theorie besagt, dass nur der stärkere dieser beiden Vögel überlebt, da beide ja die selbe Nahrungsquelle benötigen.

Bin gespannt auf eure Antworten
mfg
Vale

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwin

    Hi Vale !!

    Zu dieser Thematik weiss ich nicht viel, doch hier meine Theorie: Meine Theorie besagt, dass nur der stärkere dieser beiden
    Vögel überlebt, da beide ja die selbe Nahrungsquelle
    benötigen.
    Nein, die Population der Spechtfinken würde sicherlich etwas zurückgehen, doch letztendlich würden beide Vögel überleben.

    In unseren Breitengeraden gibt es ein ähnliches Beispiel. Hier leben der Specht und der Kleiber. Letzterer hat eine ähnliche Lebensweise wie der Spechtfink und damit auch die selbe Nahrungsquelle wie der Specht.

    Gruss

    Thomas

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwi

      In unseren Breitengeraden gibt es ein ähnliches Beispiel. Hier
      leben der Specht und der Kleiber. Letzterer hat eine
      ähnliche Lebensweise wie der Spechtfink und damit auch die
      selbe Nahrungsquelle wie der Specht.
      Das kann ich bestätigen, Thomas,
      in unerem Garten koexistieren Kleiber, kleiner und großer Buntspecht und auch ein Grünspecht besucht uns hin und wieder.
      Gruß Eckard.

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwi

        Mal wieder vielen Dank für die Antworten hat mir sehr geholfen!!! Und meine nächste Frage kommt sicher bald ;-)

        mfg
        Vale

  2. Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
    Re: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwin

    Hallo, Meine Theorie besagt, dass nur der stärkere dieser beiden
    Vögel überlebt, da beide ja die selbe Nahrungsquelle
    benötigen.
    Eine solche Vorhersage zu treffen ist kaum möglich, das gleicht einer Wettervorhersage für die nächsten zehn Monate...! Das ist nämlich von ganz, ganz vielen Faktoren abhängig, was passiert. Man kennt nicht alle und die, die man kennt, kann man nicht hinreichend genau messen oder ihre Wirkung bestimmen.

    So bleiben - nach Darwin - mehrere Möglichkeiten:

    - die von dir genannte,
    - eine Koexistenz in sich überschneidenden ökologischen Nischen
    - die Adaption einer oder beider Arten an ökologische Nischen, die sich weniger überschneiden
    - das Aussterben beider Arten

    Gruß
    Jochen

  3. Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
    Re: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwin

    Hallo Vale,

    es geht bei konkurrierenden Arten nicht grundsätzlich nur um das Futterangebot, sondern auch, ob beide Arten dem selben Räuber-Beute-Schema entsprechen (eine Art also eher über Räuber [Katzen, Wiesel, Raubvögel, ...] dezimiert wird), beide sich beim Nistplatzangebot überschneiden, eine ähnliche Brutpflege betreiben (u.a. Vertreiben von Räubern), ein ähnliches Verhalten über die klimatischen Bedingungen (und auch Jahreszeiten) an den Tag legen, beim Beuteschema gleich variant sind (Insektenpopulationen unterscheiden sich in den entsprechenden Jahren erheblich), usw.

    Das läßt sich sogar soweit führen, daß eine minimal schlechtere Adaptation des Immunsystems an die aktuelle Umwelt einem Neophyten (neue Lebensform) relativ schnell den Garaus macht - in fremder Umgebung.

    Oft bietet sich bei Verdrängung einer Lebensform durch eine "Neue" für die alteingesessene aber doch noch eine (ökologische) Nische, die von der neuen Lebensform nicht besetzt wird (oder werden kann). Beipielsweise eine Baumart, die von der einen (Specht)Art tendentiell nicht bevorzugt wird, die für die andere dann übrigbleibt oder eine ganz spezielle Futterquelle, die tiefer im Holz sitzt und ein paar Millimeter einer längeren Zunge schon einen Unterschied machen.

    Das System der Verdrängung konkurrierender Arten ist also hochkomplex.

    Ähnlich zwei Fachleuten im gleichen Forum *lach*

    Stephan [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!