Re: Ein Buntspecht unter Spechtfinken nach Darwin
Hallo Vale,
es geht bei konkurrierenden Arten nicht grundsätzlich nur um das Futterangebot, sondern auch, ob beide Arten dem selben Räuber-Beute-Schema entsprechen (eine Art also eher über Räuber [Katzen, Wiesel, Raubvögel, ...] dezimiert wird), beide sich beim Nistplatzangebot überschneiden, eine ähnliche Brutpflege betreiben (u.a. Vertreiben von Räubern), ein ähnliches Verhalten über die klimatischen Bedingungen (und auch Jahreszeiten) an den Tag legen, beim Beuteschema gleich variant sind (Insektenpopulationen unterscheiden sich in den entsprechenden Jahren erheblich), usw.
Das läßt sich sogar soweit führen, daß eine minimal schlechtere Adaptation des Immunsystems an die aktuelle Umwelt einem Neophyten (neue Lebensform) relativ schnell den Garaus macht - in fremder Umgebung.
Oft bietet sich bei Verdrängung einer Lebensform durch eine "Neue" für die alteingesessene aber doch noch eine (ökologische) Nische, die von der neuen Lebensform nicht besetzt wird (oder werden kann). Beipielsweise eine Baumart, die von der einen (Specht)Art tendentiell nicht bevorzugt wird, die für die andere dann übrigbleibt oder eine ganz spezielle Futterquelle, die tiefer im Holz sitzt und ein paar Millimeter einer längeren Zunge schon einen Unterschied machen.
Das System der Verdrängung konkurrierender Arten ist also hochkomplex.
Ähnlich zwei Fachleuten im gleichen Forum *lach*
Stephan
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