Wertigkeit der Elemente?

Von: , Frage gestellt am So, 21. Sep 2003

Also meine Frage bezieht sich auf die Wertigkeit der Elemente.

Es heißt ja, dass Wasserstoff 1-wertig ist, da es in der 1. Hauptgruppe steht. Das heißt es kann eine Bindung eingehen. Sauerstoff ist 2-Wertig, kann also 2 Bindungen eingehen, deswegen hat auch Wasser die Formel: H2O.

Soweit alles schön und gut, aber wieso kann Sauerstoff 2 Bindungen eingehen und z.B. nicht mehr oder weniger. Was ist denn mit den Elementen (Atomen), die in der 7. Hauptgruppe stehen? Können die 3 eingehen oder wie?
WWer hat denn festgelegt, das die Elemente in der 6. hauptgruppe 2 Bindungen eingehen? Was ist denn mit der 3. 4. 5. usw?
Würde mich nur mal gerne interessieren. ich wusste das auch mal, nur leider hab ichs vergessen :(

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 7 Minuten 0 hilfreich
    Re: Wertigkeit der Elemente?

    Und noch eine Frage: Was sagt das Bohrsche Atommodell. ich weiß, das es heutzutage nichtmehr akzeptiert wird, aber ich möchte es trotzdem gerne wissen. Was besagt es? Soweit ich mich erinnern kann, besagt dieses Modell doch, das das negative Elektron (in einem Wasserstoffatom) den positiven Atomkern umkreist. Oder?

    • Antwort von nach 24 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Wertigkeit der Elemente?

      Das 1913 aufgestellte Bohr'sche Atommodell für das Wasserstoff-Atom nimmt an, daß sich das Elektron auf einer Kreisbahn um den ruhenden Kern bewegt. Dabei herrscht dynamisches Gleichgewicht zwischen der Coulombkraft u. der Zentrifugalkraft: e2/4pe0r2 = me r w2 (1). Hierbei sind e die Elementarladung, eo die elektrische Feldkonstante, r der Abstand zwischen Elektron u. Proton, me die Elektronenruhemasse u. w die Kreisfrequenz. Die Gesamtenergie des Wasserstoff-Atoms, die sich aus kinetischer Energie des Elektrons mer2w2/2 u. potentieller Energie der Elektron-Kern-Anziehung – e2/4pe0r zusammensetzt, kann man mit Hilfe der Gleichgewichtsbedingung (1) als ...
      Formel nachschlagen

      ausdrücken. Um die für das soweit identische Rutherford'sche Atommodell existierenden Diskrepanzen zu den Gesetzen der klassischen Physik zu vermeiden, stellte Bohr in Form von Postulaten Forderungen für das von den Gesetzen der klassischen Physik abweichende Verhalten des Elektrons im Atom auf: 1. Es sind nur diskrete Bahnen mit bestimmten Energien En erlaubt. Diese Energieterme identifizierte Bohr mit den spektroskopischen Werten En = – Rhc/n2, wobei R die Rydbergkonstante, h die Planck'sche Konstante, c die Vakuumlichtgeschwindigkeit u. n eine natürliche Zahl, die sog. Hauptquantenzahl (s. Atombau) ist. 2. Die Bewegung des Elektrons auf einer solchen Bahn erfolgt strahlungslos. Ein Elektron kann von einer Bahn mit geringerer Bindungsenergie En unter Emission elektromagnetischer Strahlung auf eine Bahn mit einer größeren Bindungsenergie Em (m<n) übergehen. Die Frequenz der dabei emittierten Strahlung beträgt

      Formel nachschlagen


      Zur Berechnung der Rydbergkonstanten R verwendete Bohr das sog. Korrespondenzprinzip, wonach die Gesetze der Atomphysik mit wachsendem Bahnradius in diejenigen der klassischen Physik übergehen sollen. Für den Übergang zwischen benachbarten Bahnen (n–m = 1) bei großem n erhält man damit: n = 2 R c/n3 (4). Diese Frequenz wird mit der klassischen Umlauffrequenz n = w/2 p aus der Gleichgewichtsbedingung (1) gleichgesetzt, womit man für die Rydbergkonstante folgenden Ausdruck erhält: R = mee4/8 eo2 h3 c = 109737,315 cm–1 (dieser Wert wird üblicherweise als R¥ bezeichnet). Die Radien der Bohrschen Bahnen ergeben sich zu rn = n2 h2 4p eo/e2 me (5). Für den 1. Bohr'schen Kreis erhält man hieraus einen Radius von ao = 0,5291772·10–10 m (sog. Bohr'scher Radius, s.a. atomare Einheiten). Die quantenmechanische Interpretation des Bohr'schen Radius findet man bei Atombau.

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Wertigkeit der Elemente?

        Also erstmal danke an eure Antworten. Und ich muss sagen: Ich bin ein verpeilten! :)

        Ich hab seit der 7. Klasse chemie und müsste das alles eigentlich wissen. Tu' ich auch :) Ich hatte nur heute so einen Blackout. Als ich den ersten Satz einer Antwort gelesen habe viel es mir wie schuppen von den Augen!
        Klar: 6. hauptgruppe = 6 elektronen auf der aussenbahn, 8 passen drauf, also 2 wertig (2 bindungen) deswegen H2O (beispiel)
        Sorry wegen meiner kurzweiligen Dummheit :D

        Und auch die erklärung zum Bohrschen Atommodell hat mir geholfen. Vielen dank an euch und nochmal Entschuldigung wegen meinem *ähem* Aussetzer ;)

  2. Antwort von nach 18 Minuten 0 hilfreich
    Re: Wertigkeit der Elemente?

    Von E. Frankland 1852 eingeführte Bez. für die Eig. eines Atoms, Ions od. Radikals, sich mit anderen Atomen, Ionen od. Radikalen in definierten Verhältnissen zu vereinigen. Synonym hierzu wird der Begriff Valenz verwendet. In ihrer histor. Ableitung wird die W. ausgedrückt durch die Anzahl von H- od.a. einwertigen Atomen (z.B. Cl, Na), mit denen sich ein Atom des betreffenden Elements formal zu Mol. verbinden könnte. Nach der frühen Valenzlehre von Lewis (vor der Entwicklung der Quantenmechanik) beruht die Neigung von Atomen od. Ionen zur Bldg. chemischer Bindungen auf dem Bestreben, Elektronenschalen zu komplettieren, insbes. die Edelgaskonfiguration zu erreichen. Man nennt diese, im strengen Sinne nur für die ersten beiden Kurzperioden des Periodensystems gültige Gesetzmäßigkeit die Oktett-Regel. Die W. wird also durch die Anzahl der Valenzelektronen bestimmt. Dementsprechend spricht man von 0-, 1- bis 8-W., wobei am häufigsten die W. 1–3 auftreten. Auch Atomgruppierungen, Ionen u. Komplexionen schreibt man bestimmte W. zu. Bei Schwefelsäure u. Phthalsäure bzw. Phosphorsäure spricht man von zwei- bzw. dreiwertigen (früher: zwei- bzw. dreibasigen) Säuren u. entsprechend bei Calciumhydroxid von einer zweiwertigen (früher: zweisäurigen) Base. Aus Formulierungen wie „Sauerstoff u. Magnesium sind zweiwertig“ geht jedoch deren unterschiedliche Verhaltensweise nicht hervor, weshalb man der Einfachheit halber oft statt der W. stillschweigend die Oxidationszahl (Valenzzahl od. die elektrochemische Wertigkeit) angibt in der Formulierung „Sauerstoff ist minus (negativ) zweiwertig, Magnesium plus (positiv) zweiwertig“. In der Formel- u. chemischen Zeichensprache kennzeichnet man diese W. als –II bzw. II [Stock-System; Beisp.: Fe(II), Chrom(III)-chlorid] od. in der – eigentlich für die sog. Ionenwertigkeit (Ladungszahl, Symbol z) reservierten – Schreibweise 2– bzw. 2+ (s.a. Ewens-Bassett-System).

    Etwas Licht ins Dunkel gebracht!

    G gcLOONEY

  3. Antwort von nach 38 Minuten 0 hilfreich
    Re: Wertigkeit der Elemente?

    Hallo,
    also, das Periodensystem ist so angeordnet, dass die Elemente in Gruppen , entsprechend ihrer Valenzelektronen stehen.
    Das sind die Elektronen, die auf der äußersten Schale sind.
    D.h. Wasserstoff steht in der 1. Hauptgruppe, hat also ein Valenzelektron, Elemente der 2. Hauptgruppe haben 2 Valenzelektronen usw.
    Die Elemente sind in chemischen Bindungen bemüht, eine möglichst stabile Konfiguration zu erhalten. Die stabilste Konfiguration ist hierbei die Edelgaskonfiguration (die sind ja auch ziemlich Reaktionsträge).
    Um diese Konfiguration zu erreichen, geben die Elemente Elektronen, entsprechend ihrer Valenzelektronenzahl an den Bindungspartner ab oder nehmen sie auf(wer ein Elektron abgibt oder bekommt hängt von der elektronegativität der Atome ab - der negativere bekommt die Atome).
    Die elektronegativeren Elemente sind dabei bemüht, ihre Schale aufzufüllen, um damit Edelgaskonfiguration zu erlangen ( Bsp. Sauerstoff, steht in der 6. Hauptgruppe --> 6 Valenzelektronen --> will aufnehmen --> geht 2 Bindungen ein --> erreicht damit Neon Konfiguration)
    Das elektropositivere Element gibt seine Valenzelektronen ab --> erreicht dabei die nächst niedrigere Edelgaskonfiguration.

    Das ist jetzt natürlich nur eine grobe Erklärung, ich hoffe aber es hat weitergeholfen :o) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Wertigkeit der Elemente?

    Hallo Daniel: Eine gute Datenquelle in Sachen Wertigkeit oder Oxydationszahl ist das Periodensystem der Elemente vom VCH-Verlag, kostet ca. 6-7 Euro (kopiert 0,2 Euro). Dort findest Du die Elektronen-
    konfiguration mit den Energieniveaus s (max. 2 Elektronen), p (max. 6 El.), d (max. 10 El.), f (max. 14 El.). Die Ordnungszahl eines Elementes gibt die Anzahl Elektronen an die das Element besitzt. Füllst
    Du nun die Energieniveaus s, p, d, f systematisch auf, siehst Du wieviele Elektronen das Element bis zum nächst niedrigen vollen Energieniveau abgeben kann, respektive wieviele Elektronen das Element
    aufnehmen kann bis das angebrauchte Energieniveau voll ist. Daraus kannst Du ableiten welche Oxidationszahlen od. Wertigkeiten das Element
    einnehmen kann. Deine eruierten Werte kannst Du mit den Oxydationszahlen der VCH-Tabelle vergleichen und prüfen ob Du die Theorie richtig erfasst hast. Viel Spass und MfG [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!