Re^4: 'Natur'-Völker mit 'umgekehrter Rollenvertei
Hi Andreas,
Ein Volk, dessen Frauen sich mit vorwiegend - der relativ zu
Landwirtschaft und Sammeln riskanten - Jagd und Kriegführung
befassen, würde einen hohen Verlust an gebährfähigen Frauen,
damit einen Einbruch bei dem Nachwuchs haben. Es sei denn man
schickt nur ältere Frauen auf die Jagd...Auf einen Mann
weniger kommt es da nicht so an. Selbges kann man bei fast
allen Säugern beachten.
ja, das trifft natürlich zu - und ist daher sicherlich auch der Grund, warum eben in den allermeisten Völkern und Gruppen die Männer für die "gefährlicheren Jobs" zuständig sind/waren.
Jagdmethoden, die nicht auf höher entwickelten Waffen, sondern
auf Muskelkraft, räumliches Koordinationsvermögen und
kurzzeitige Höchstgeschwindigkeit der meisten Hand- und
Fernwaffen der Naturvölker kommen den biologischen
Leistungsvoraussetzungen des durchschnittlichen
(Naturvolk-)Mannes eher entgegen, als denen der Frau.
Zustimmung - wobei ich mir allerdings vorstellen kann, dass Training doch sehr viel bringt (Kondition, Kraft etc.).
Und die natürliche Auslese wird auch dazu führen, dass in diesen Völkern vornehmlich kräftige Frauen vorkommen. Ähnliches bemerkt man ja auch allgemein bei Naturvölkern: ihre genetischen Eigenschaften sind ihrer Lebensweise angepasst - so haben z.B. Menschen aus Naturvölkern, in denen große Strecken zurückgelegt werden müssen (es mehr auf Ausdauer, als auf Geschwindigkeit ankommt), optimale "Ausdauerläufer-Muskeln", während in anderen Völkern die Menschen eindeutig "Sprinter-Muskeln" haben.
Und wenn man höher entwickelte Waffen (hierzu zähle ich sehr wohl auch Pfeil und Bogen, sowie Speere und Steinschleudern) einsetzt, dann kommt es nicht mehr auf die pure Muskelkraft und Geschwindigkeit drauf an (Vögel, baumbewohnende Tiere, schnell flüchtende Tiere etc. lassen sich mit Pfeil und Bogen sicherlich besser erlegen, als sie in den Bäumen zu verfolgen und im Würgegriff zu töten ;-)). Für Pfeil und Bogen braucht man natürlich auch Kraft, aber man muss dazu sicherlich kein "Muskelprotz" sein. Und außerdem, man muss ja auch nicht die schwere Beute in einem Stück nach Hause zerren - dann nimmt man sich eben Messer, Beil etc. mit und trägt die Beute zerteilt nach Hause.
Und
Säuglinge auf die Jagd mitschleppen, ist vielleicht auch nicht
so intelligent, wenn die dann durch rumschreien die Jagd zum
vorzeitigen Misserfolg führen(na ja, vielleicht als Köder für
Raubkatzen...)
Ich glaube kaum, dass die (kleinen) Kinder auf die Jagd mitgenommen wurden - erstens aus dem Grund, den du bereits genannt hast, und zweitens würde das die Überlebenschancen der Kinder doch immens mindern (Verletzungen bei der Jagd, verloren gehen, schlappmachen...).
Sicherlich lässt sich das aber entsprechend organisieren (Männer hüten die Kinder während die Frauen auf der Jagd sind, und es müssen ja nicht immer alle Frauen gleichzeitig auf die Jagd gehen, sodass bestimmt einige im Lager bleiben können, um die Säuglinge zu stillen, dann wird sich eben abgewechselt), und das muss hierbei auch der Fall gewesen sein, denn sonst hätten diese Völker keine Chance gehabt zu existieren.
Grüße,
Nina
Grüße,
Nina