Zittern vor Zorn
Von: , Frage gestellt am Do, 25. Sep 2003
Hallo,
weiß jemand genau, welche Vorgänge in einem menschlichen Körper ablaufen, daß dieser vor Wut zittert?
Vielen Dank und Gruß
Maja
Hallo,
weiß jemand genau, welche Vorgänge in einem menschlichen Körper ablaufen, daß dieser vor Wut zittert?
Vielen Dank und Gruß
Maja
Hallo Maja,
Blutdruck wird erhöht,
Herzfrequenz wird erhöht,
Gefäße werden erweitert (höherer Durchfluß),
Temperatur wird leicht erhöht (von der Leber gesteuert),
Durchblutung der Skelettmuskulatur wird erhöht,
Reflexzonen und Motoneuronen (Nerven, die die Muskeln steuern) zu den motorischen Endplatten werden sensitiviert.
Gleichzeitig wird das Immunsystem und der Magen-Darmtrakt ausgebremst (kostet zuviel Energie, die gerade für die Erregung benötigt wird).
Bestimmte Gehirnareale werden aktiviert, die teilweise eine Hemmschwelle aufbauen, gleichzeitig eine potentielle (explosive) Reaktion vorbereiten.
Das "Zittern" kommt daher, daß über die starke (warme) Durchblutung der Muskeln und die hohe Empfindlichkeit der Motoneuronen (und die Sensibilisierung auf Reaktionen durch Streß-Hormone) die Muskeln teilweise derartig unter Spannung stehen, daß sie sich über das Zittern abzureagieren versuchen, bevor es zu einer Verkrampfung kommt. Letztere kann aber einem Wutanfall durchaus auch vorkommen (z.B. Fäuste ballen).
Beste Grüße,
Stephan
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
vollkommen vergessen ...
Auf Grund der hohen Durchblutung läuft die Birne dann rot an und man beginnt deswegen (und wegen der Temperaturerhöhung) auch zu "dampfen".
Das Schmerzzentrum wird ebenfall desensibilisiert, damit man im schlimmsten Fall bis zum bitteren Ende (Amok/Bewußtseinstrübung) weiterkloppen kann, ohne daß einen die eigenen Dellen zu sehr stören (und den triumphalen Sieg damit verhindern würden).
Das Schmerzzentrum wird ebenfall desensibilisiert, damit man
im schlimmsten Fall bis zum bitteren Ende
(Amok/Bewußtseinstrübung) weiterkloppen kann, ohne daß einen
die eigenen Dellen zu sehr stören (und den triumphalen Sieg
damit verhindern würden).
gab es nicht füher sogar drogen, die genau diese wirkung verstärken sollten ? ("berserkerwahn")
Ja, es gab Halluzinogene, die das Schmerzzentrum lähmten, die Hemmschwelle über die Maßen absenkten und ein quasi automatisiertes Handeln erzwangen. Dem voraus ging eine Prägung auf ein eindeutiges Feindbild, eine (meist) ideologische Festigung und eine Perspektive auf einen Abgang als "Held" mit den post-mortem Vergünstigungen im Paradies/Walhalla/ewige Jagdgründe. Wobei der Abgang nicht zwangsläufig der Fall sein mußte. Das berserkerhafte Auftreten (blutbeschmiert, Bärenfelle, aneinandergekettet) rechte meist schon aus, die Feinde in die Flucht zu schlagen.
Jedenfalls, der (meist männliche) Wutausbruch stammt aus diesen vergangenen Zeiten, als man rein physische Durchsetzungsmaßnahmen zum eigenen Überleben und dem der eigenen Kultur treffen mußte.
gab es nicht füher sogar drogen, die genau diese wirkung
verstärken sollten ? ("berserkerwahn")