Re: GFS - Klasse 12 - PCR
Moin,
PCR steht für Polymerase Chain Reaction. Dabei wird mit Hilfe eines Enzyms (der Polymerase) üblicherweise ein genau definierter Abschnitt der DNA so stark vervielfältigt (kopiert), so daß er einer weiteren Analyse zugänglich wird. Welcher Abschnitt kopiert wird, entscheiden die Sequenzen kurzer Oligonukleotide, die Primer genannt werden. Diese binden an die DNA mit der komplementären Sequenz. Damit sie das können, muß die normalerweise doppelsträngige DNA erstmal denaturiert (=in die Einzelstränge zerlegt) werden (da man das durch starkes Erhitzen (Kochen) erreichen kann, nennt man diesen Vorgang auch "Schmelzen" der DNA). Die Primer binden also dann, nach Abkühlen des Reaktionsansatzes, an die einzelsträngige DNA (der "Hin"-Primer an den einen Strang, der "Rück"-Primer an den anderen(komplementären)), daran bindet das Enzym und fängt an, die Primer zu verlängern. dabei entsteht wieder doppelsträngige DNA. Die wird dann wieder geschmolzen, dann wird wieder abgekühlt und die Primer binden und dann werden die Primer wieder verlängert usw. Dabei wird nach jedem "Zyklus" (Denaturieren, Primerbindung, Primerverlängerung) die Anzahl der DNA-Kopien verdoppelt. Nach 20 Zyklen hat man also schon 2^20 = eine Million mal so viele Kopien. Die kann man dann besser analysieren, zB. nachsehen, ob da eine Mutation drin ist.
Das Dumme dabei: Ein "normales" Enzym geht beim Erhitzen kaputt. Anfangs hat man daher nach jedem Abkühlen per Hand neues Enzym zugeben müssen. Das war umständlich und Schweineteuer.
Dann kam Mullis auf die Idee, dieses Enzym aus Bakterien zu isolieren, die in heißen Quellen leben. Dieses Enzym hält 95°C locker aus. Jetzt konnte man einfach nur noch duch regelmäßiges Erhitzen und Abkühlen im Reagenzglas beliebige Mengen jeder DNA kopieren.
Genauer steht das alles nochmal dort (in der Einleitung):
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1072/
Gruß
Jochen