Fett - 'gut' und 'schlecht'

Hai, Ihr Bio-Chemie-Experten,

mir geht es um Verwendung von Fetten in der Küche - da texten einen ja Hinz und Kunz zu, daß man doch für alles mögliche kaltgepresste, pflanzliche Fette benutzen soll… (Cholesterin, ungesättigte Fettsäuren - alles in einen Topf und gut gerührt…)

Nun brut *ggg* ich gestern Bratkartoffeln in Butterschmalz und frug *gngngn* mich, was der Vorteil eines kaltgepressten Pflanzenöls gewesen wäre.

Cholesterin ignorier ich geflissentlich… (wo mein Körper sich doch sowieso die Cholesterinmenge und -variante macht, auf die er Bock hat)

Das Sonnenblumenöl höher zu erhitzen ist, bevor es verbrennt, war auch unerheblich… (Bratkartoffeln mach ich auf mittlerer Stufe)

Ungesättigte Fettsäuren dürften sich nach 25 min. schmurgeln auch erledigt haben…

Also - warum soll ich „gutes“ Öl nehmen und nicht „böses“ Butterschmalz???

Fragt sich - nein, Euch
Sibylle

Hallo Sibylle,

nun haben wir aber unser Fett weg!

Zum Thema:
In der Lebensmittelkunde und Medizin sehen wir viele Moden kommen und gehen.
Schließlich müssen einige (leider unbestreitbare) Tatsachen erklärt werden.
Da leben einige Völker gesünder als andere und es liegt, je nach Erklärungsmodell (aka Mode) am Olivenöl mit einer einfach ungesättigten Fettsäure, nein, brüllen andere, der Weinkonsum ist es, was andere vehement verneinen, weil sie das Gemüse/Hammelfleisch/Fisch/Käse/etc. als Lebensverlängerer ausgemacht haben.
Jeder will recht haben und hat sicher auch ein wenig recht, aber an einem(!) Faktor läßt sich ein solch komplexer Zusammenhang wie ‚Gesundheit‘ selten festmachen.
Da spielen sicher 1001 Faktoren eine Rolle, wahrscheinlich mehr.
Als da sind:
Ernährung
Bewegung
Lebenseinstellung
Menge der Nahrungsmittel
Soziale Situation
und was weiß ich noch alles.

Aber das ist zu kompliziert um es griffig und publikumswirksam darstellen zu können, daher immer wieder diese Vereinfachungen, die bis zu Verfälschungen vereinfacht werden.

Wenn Du einigermaßen abwecchlungsreich kochst/ißt, Dich ausreichend bewegst und Dich gut dabei fühlst, machst Du m.E. nichts falsch.

es gibt zwar einige krankhafte Fälle, aber den größten Teil der Menschen betrifft das nicht.

Außerdem finde ich spindeldürre Hungerhaken zum einen potthäslich undzum anderen krank (zumindestens meist im Kopf)

Gandalf

Hai-Sibylle,

Vorteile planzliches Fett:

mehr ungesättigte Fettsäuren (vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren) als in tierischem- und vor allem in Butterfett.

kein Cholesterin - unabhängig davon, ob nun die neuesten Forschungsergebnisse belegen, daß der körpereigene Cholesterinspiegel abhängig oder unabhängig von zugeführtem Cholesterin ist fährt man hier auf der völlig sicheren Seite.

mehr fettlösliche Vitamine

Vorteil kaltgepreßt:
Die Qualität des Fettes mindert sich durch Erhitzen (siehe Fritierfett), da gerade die Doppelbindungen der ungesättigten (pflanzlichen) Fettsäuren Quervernetzungen ausbilden, die sehr Magen-Darm-unverträglich sind.

Für die gebratenen Kartoffeln ist das tierische Fett also idealer gewesen. Bei Salaten würde ich (persönlich) allerdings (vor allem wegen Geschmack und so) pflanzliches Öl bevorzugen.

Hochachtungsvoll,

Stephan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hai, Grauer,

Generell stimm ich Dir zu - von wegen Ernährungsmoden - ich hab da 'ne Tante, die sich jede dieser Aussagen zu Herzen nimmt und für absolut wahr hält. Es ist ein besonderes Erlebnis, zuzuhören, wie sie „Ein Mensch braucht jeden Tag eine warme Mahlzeit“ und „Nur Rohkost ist gesund“ erklärungstechnisch unter einen Hut stopft…

Außerdem finde ich spindeldürre Hungerhaken zum einen
potthäslich undzum anderen krank (zumindestens meist im Kopf)

schlank - mager - Kate Moss? Oder: „Die will man nicht f*****, sondern füttern“? (Appelt)

…aber eigentlich wollte ich nur wissen, wie es begründet wird, daß pflanzliche Fette auch beim Braten gesünder wären…

Gruß
Sibylle

Hai, Stephan,

kein Cholesterin - unabhängig davon, ob nun die neuesten

Forschungsergebnisse belegen, daß der körpereigene
Cholesterinspiegel abhängig oder unabhängig von zugeführtem
Cholesterin ist fährt man hier auf der völlig sicheren Seite.

Na, oder auch nicht, sollten wir das Zeug doch für irgendetwas brauchen… egal - wenn ich Bock auf’ne Butterstulle habe, dann futter ich eine…

mehr fettlösliche Vitamine

Die haben sich nach ausgiebigen Braten doch auch erledigt, oder?

Für die gebratenen Kartoffeln ist das tierische Fett also
idealer gewesen.

Ah ja! Na, mein ich doch, daß sich Fettsäuren durch Hitze sättigen…

Bei Salaten würde ich (persönlich) allerdings
(vor allem wegen Geschmack und so) pflanzliches Öl bevorzugen.

*ggg* Soso, Du magst also keinen Tomatensalat mit lecker Butterflöckchen? Feldsalat mit Schmalz?

Gruß
Sibylle

Hi Sibylle,

…aber eigentlich wollte ich nur wissen, wie es begründet
wird, daß pflanzliche Fette auch beim Braten gesünder wären…

also auch da streiten sich die Gelehrten, weil Beobachtungen erklärt werden wollen.

Weitestgehender Konsens herscht bei der Behauptung, das Fett mit mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Distelöl, Leinöl) zum Bratenwenig geeignet sind, weil sie schnell verharzen und diese Harze zum einen nicht besonders munden und zum anderen auch nicht besonders bekömmlich sind.

Bei den einfach ungesättigten (z.B. Olivenöl) ist die Meinungslage dann nicht mehr so einheitlich.
Einige (Lebensmittel)Chemiker haben bewiesen, daß bei starkem Erhitzen auch die einfach ungesättigten Fettsäuren verharzen (wir Chemiker nennen so was dimerisieren), aber viele Südländer benutzen solche Fette unverschämterweise trotzdem zum Braten und leben (noch unverschämterweise) trotzdem gut damit.
Nun ist der Gebrauch von Olivenöl in der mediteranen Küche sehr verbreitet, aber man hüte sich, diesen isolierten Aspekt (wer Olivenöl ißt, lebt gesund) auf unsere Eßgewohnheiten zu übertragen.

Meine Meinung(!) ist, daß eine abwechslungsreiche Kost, dessen Portionsgröße auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist, soooooo schlecht nicht sein kann. Daher meide ich fast alle Ernährungsratgeber und lasse meine Kinder in Maßen (nicht Massen) auch Fritten und Süßkrams essen und bisher gedeihen sie prächtig. Allerdings müßen sie ihr Essen auch schwer erarbeiten, indem sie täglich mindestens drei Stunden draußen spielen, auch bei Regen und Frost, dafür gibt es geeignete Kleidung.

Wenn Dir also Pflanzenöl beim Braten geschmacklich zusagt, sehe ich keine Probleme damit.

Gandalf

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Hai Lander (wenn schon!),

Hai, Stephan,

kein Cholesterin - unabhängig davon, ob nun die neuesten

Forschungsergebnisse belegen, daß der körpereigene
Cholesterinspiegel abhängig oder unabhängig von zugeführtem
Cholesterin ist fährt man hier auf der völlig sicheren Seite.

Na, oder auch nicht, sollten wir das Zeug doch für irgendetwas
brauchen… egal - wenn ich Bock auf’ne Butterstulle habe,
dann futter ich eine…

Brauchen tun wir die Cholesterine schon. Nur über eine Cholesterinverpackung bleibt das Fett im Blut löslich bzw. emulgiert. Ansonsten würde der Blutkreislauf völlig verfetten. Allerdings kann der Körper alles Cholesterin, das er braucht, selbst herstellen.

mehr fettlösliche Vitamine

Die haben sich nach ausgiebigen Braten doch auch erledigt,
oder?

Nö, warum? Die meisten Vitamine sind hitzestabil. Das Herauslösen durch Kochen ins Wasser ist eher ein Problem, als eine Hitzeinaktivierung.

Für die gebratenen Kartoffeln ist das tierische Fett also
idealer gewesen.

Ah ja! Na, mein ich doch, daß sich Fettsäuren durch Hitze
sättigen…

Sie werden nicht satter, sondern vernetzter. War undeutlich von mir artikuliert.

Bei Salaten würde ich (persönlich) allerdings
(vor allem wegen Geschmack und so) pflanzliches Öl bevorzugen.

*ggg* Soso, Du magst also keinen Tomatensalat mit lecker
Butterflöckchen? Feldsalat mit Schmalz?

Keine Ahnung, habe ich noch nie probiert. Da ich aber weder Tomatensalat, noch Schmalz (zumindest im Salat) mag, werde ich wohl hier nie in Versuchung kommen.

Gruß
Sibylle

With respect,

Stephan

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Hi, Sybille,

kein Cholesterin -

Na, oder auch nicht, sollten wir das Zeug doch für irgendetwas
brauchen…

Ohne Cholesterin würdest Du ziemlich formlos aussehen, weil C. ein unabdinglicher Bestandteil der Zellmembranen ist.
Ganz nebenbei: Ein durchschnittlicher Mensch verarbeitet jeden Tag etwa die Menge ab C. die in ca. 40 Eiern enthalten sind.

mehr fettlösliche Vitamine

Die haben sich nach ausgiebigen Braten doch auch erledigt,
oder?

Jain. kommt drauf an, wie ausgiebig. Nach einigen Minuten ist noch einiges da. Im Wok z.B. wird bei sehr hohen Temperaturen gegart, allerdings nur kurz und der Verlust an Inhaltstoffen hält sich in Grenzen.

Gandalf

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Hai Lander (wenn schon!),

Hai, Stephan,

kein Cholesterin - unabhängig davon, ob nun die neuesten

Forschungsergebnisse belegen, daß der körpereigene
Cholesterinspiegel abhängig oder unabhängig von zugeführtem
Cholesterin ist fährt man hier auf der völlig sicheren Seite.

Na, oder auch nicht, sollten wir das Zeug doch für irgendetwas
brauchen… egal - wenn ich Bock auf’ne Butterstulle habe,
dann futter ich eine…

Brauchen tun wir die Cholesterine schon. Nur über eine
Cholesterinverpackung bleibt das Fett im Blut löslich bzw.
emulgiert. Ansonsten würde der Blutkreislauf völlig verfetten.
Allerdings kann der Körper alles Cholesterin, das er braucht,
selbst herstellen.

-> Quieeetsch, so nicht ganz richtig…kurze Fettsäuren werden doch an Serumalbumin als Transporter gebunden, langkettige FS werden über die Lipoproteine (jajaja, die enthalten Cholesterine ich weiß!!!) transportiert…aber nicht den Eindruck entstehen lassen, daß Cholesterin frei im Blut vorkommt. Das Zeug ist maximal amphiphatisch mit einem Sterangrundgerüst, das sowas von unpolar ist, daß es vieles ist aber sicher NICHT frei löslich im Blut!!!

mehr fettlösliche Vitamine

Die haben sich nach ausgiebigen Braten doch auch erledigt,
oder?

Nö, warum? Die meisten Vitamine sind hitzestabil. Das
Herauslösen durch Kochen ins Wasser ist eher ein Problem, als
eine Hitzeinaktivierung.

-> schon wieder Quieeeeetsch…erinnere mich dunkel an meine Biochemie Vorlesung und die sagt mir, daß ein nicht unerheblicher Teil weder Hitze noch Einfrieren noch Licht abkann…anbraten geht, aber lange kochen ist definitiv ein Vitaminkiller, genau so wie Sonnenlicht!!! (Ausnahme ist VitD, das erst durch Sonneneinstrahlung in den Keratinocyten gebildet wird)

Für die gebratenen Kartoffeln ist das tierische Fett also
idealer gewesen.

Ah ja! Na, mein ich doch, daß sich Fettsäuren durch Hitze
sättigen…

-> Nicht nur das, leider entstehen auch (gerade bei ungesättigten Fetten!!) diverse unerwünschte und CANCEROGENE Nebenprodukte! Die Doppelbindungen machen allen möglichen Quatsch in der Bratpfanne, es entstehen diverse seltsame Abbauprodukte, zusammen mit den Proteinen erst recht…wie war das, beim Frittieren von Kartoffeln entsteht doch sogar Acrylamid, wenn ich mich nicht irre…

Sie werden nicht satter, sondern vernetzter. War undeutlich
von mir artikuliert.

Bei Salaten würde ich (persönlich) allerdings
(vor allem wegen Geschmack und so) pflanzliches Öl bevorzugen.

*ggg* Soso, Du magst also keinen Tomatensalat mit lecker
Butterflöckchen? Feldsalat mit Schmalz?

Keine Ahnung, habe ich noch nie probiert. Da ich aber weder
Tomatensalat, noch Schmalz (zumindest im Salat) mag, werde ich
wohl hier nie in Versuchung kommen.

-> Pflanzliche, ungesättigte, gute Öle machen wirklich nur Sinn, wenn man sie entsprechend schonend behandelt. Die Braunglasflasche macht da schon Sinn (auch hier gilt, Licht ist ein Radikalstarter und somit setzt es zusammen mit O2 oxidative Prozesse in Gang), Kühlschrank oder zumindest ein dunkler, kühler Schrank sind die besten Aufbewahrungsorte…dann schmeckt das Olivenöl auch nach 3 Monaten noch, wenn man’s über Tomaten, Mozarella und Basilikum schüttet :smile:

Gruß
Felix

Gruß
Sibylle

With respect,

Stephan

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Hallo Quietsch,

Deine Angaben sind leider auch nicht ganz richtig (quieeetsch [sorry, den konnte ich mir jetzt wirklich nicht verkneifen :smile:)])

-> Quieeetsch, so nicht ganz richtig…kurze Fettsäuren
werden doch an Serumalbumin als Transporter gebunden,
langkettige FS werden über die Lipoproteine (jajaja, die
enthalten Cholesterine ich weiß!!!) transportiert…aber
nicht den Eindruck entstehen lassen, daß Cholesterin frei im
Blut vorkommt. Das Zeug ist maximal amphiphatisch mit einem
Sterangrundgerüst, das sowas von unpolar ist, daß es vieles
ist aber sicher NICHT frei löslich im Blut!!!

Das Serumalbumin ist das kleinste im (Blut)Plasma vorkommende Protein, macht aber gleichzeitig die größte Menge aus und dient (vor allem!) der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks aber auch als Transportprotein für u.a. Bilirubin, Fettsäuren, Penizillin, Thyroxin, Kalzium usw. hat eine Funktion als Reserve-Eiweiß.

Nicht, daß bei Deinen Angaben nun (im Gegenzug) der Eindruck entsteht, das Serumalbumin dient dem alleinigen Zwecke des Fettsäuretransports.

Werden Fettsäuren an Albumin (= Protein) gebunden, so entsteht automatisch (Terminologie) ein Lipoprotein. Ein Lipoprotein ist aber grundsätzlich eine Protein/Lipid-Kombination, egal wo, nicht nur im Blut und nicht nur zum Transport für Fettsäuren bestimmt.

Nicht, daß über Deine Angaben nun der Eindruck entsteht, Lipoproteine sorgen allein für den Fettsäuretransport.

Der Lipid-Transport erfolgt über Micellen, die zusammengesetzt sind aus:
Monoglyceriden,
freien Fettsäuren,
Gallensalzen,
Phospholipiden,
Cholesterin und
eingehüllten apolaren Lipiden.

Mit Deiner Aussage, daß Cholesterin amphipathisch ist, aber gleichzeitig so was von unpolar, widersprichst Du Dir etwas. Amphipathische Substanzen besitzen einen apolaren und einen polaren Teil.
Das Cholesterin ist nun theoretisch durch sein Steran- oder Gonan-Grundgerüst apolar, allerdings durch eine ansynthetisierte -OH-Gruppe schwach polar.

Nö, warum? Die meisten Vitamine sind hitzestabil. Das
Herauslösen durch Kochen ins Wasser ist eher ein Problem, als
eine Hitzeinaktivierung.

-> schon wieder Quieeeeetsch…erinnere mich dunkel an
meine Biochemie Vorlesung und die sagt mir, daß ein nicht
unerheblicher Teil weder Hitze noch Einfrieren noch Licht
abkann…anbraten geht, aber lange kochen ist definitiv ein
Vitaminkiller, genau so wie Sonnenlicht!!! (Ausnahme ist VitD,
das erst durch Sonneneinstrahlung in den Keratinocyten
gebildet wird)

Das wird gnadenlos übertrieben - ich erinnere mich ebenfalls dunkel an meine Biochemie-Vorlesungen. Vitamin C - allgemein als Hitze-instabil bekannt - wurde in früheren Zeiten auf den großen Seglern in Form von Kartoffeln als Vitamin C-Quelle zum Schutz vor Skorbut mitgeführt. Und weißt Du, wie lange Kartoffeln kochen müssen? Es reicht aber schon eine (mittelgroße) Kartoffel, um den nicht ganz geringen Tagesbedarf an Vitamin C so anzugleichen, daß zumindest kein Skorbut entsteht.

Ähnliches gilt für die anderen Vitamine auch. In den entbehrungsreichen Zeiten ist es natürlich wichtig, das allerletzte Quentchen Vitamine auch auszunutzen. Daher die (Bauern)Regel. Mehr steckt aber nicht dahinter.

Vitamin D ist in der (heutigen) Nahrung genügend vorhanden. Eine Herstellung von Vitamin D aus den Vorstufen über UV-Licht ist nicht notwendig. Deshalb sind Eskimos beispielsweise auch dunkelhäutig (Vitamin D aus Fisch) :smile:)

-> Nicht nur das, leider entstehen auch (gerade bei
ungesättigten Fetten!!) diverse unerwünschte und CANCEROGENE
Nebenprodukte! Die Doppelbindungen machen allen möglichen
Quatsch in der Bratpfanne, es entstehen diverse seltsame
Abbauprodukte, zusammen mit den Proteinen erst recht…wie
war das, beim Frittieren von Kartoffeln entsteht doch sogar
Acrylamid, wenn ich mich nicht irre…

Auf den unsicheren Boden der Kanzerogenese wollte ich mich nun doch nicht einlassen. Dafür gibt es keine gesicherten Belege, sondern nur Hypothesen.

Acrylamid ist in gebundener Form (und das tut es bereits im Frittierfett) bereits vernetzt und damit unschädlich. Als hochreaktives Gas ist es ein starkes Neurotoxin. Den Gag mit Acrylamid im Frittierfett kannst Du also getrost kicken - Bildzeitung-Horrorszenario.

-> Pflanzliche, ungesättigte, gute Öle machen wirklich nur
Sinn, wenn man sie entsprechend schonend behandelt. Die
Braunglasflasche macht da schon Sinn (auch hier gilt, Licht
ist ein Radikalstarter und somit setzt es zusammen mit O2
oxidative Prozesse in Gang), Kühlschrank oder zumindest ein
dunkler, kühler Schrank sind die besten
Aufbewahrungsorte…dann schmeckt das Olivenöl auch nach 3
Monaten noch, wenn man’s über Tomaten, Mozarella und Basilikum
schüttet :smile:

Den Trick, wie aus Ölen freie Radikale entstehen, mußt Du mir erzählen. Zudem der Körper genügend Dismutasen (CuZnSOD, MnSOD, EcSOD) für den Radikalenfang zur Verfügung hat. Auch Sauerstoff (O2) ist im Öl so gut wie nicht vorhanden, falls Du auf einen Elektronenefflux hinauswillst. Dazu bräuchten wir aber eine Wasserstoffquelle für die Absättigung der Doppelbindungen. Und eine Quervernetzung schafft UV-Licht nicht (zumindest nicht in 3 Monaten).

Beste Grüße (auch nach Neuseeland),

Stephan

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Hai, Grauer,

Einige (Lebensmittel)Chemiker haben bewiesen, daß bei starkem
Erhitzen auch die einfach ungesättigten Fettsäuren verharzen
(wir Chemiker nennen so was dimerisieren), aber viele

Aaaah!!!

Südländer benutzen solche Fette unverschämterweise trotzdem
zum Braten und leben (noch unverschämterweise) trotzdem gut
damit.

Tzzz - Frechheit von denen! Einfach gesund zu sein, wo sie sich doch soo ungesund ernähren… *kopfschüttel*

Meine Meinung(!) ist, daß eine abwechslungsreiche Kost, dessen
Portionsgröße auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist,
soooooo schlecht nicht sein kann.

Der Meinung kann ich mich nur anschließen - ich war doch nur neugierig…

Dank Dir, Gruß
Sibylle

Danke!!!
Hai, Ihr Bio-Chemie-Experten,

ich dank Euch für die Auskunft und werde in Zukunft auch das Vortäuschen eines schlechten Gewissens weglassen, wenn ich wieder Bratkartoffeln oder Schnitzel in Butter brate…

Gruß
Sibylle

Hi Stephan (inzwischen wieder aus Hamburg übrigens),
hach wat isset schön, so hat das Ganze doch inzwischen mit Sicherheit eine Darstellungskomplexität erreicht, bei der man sich fragen muß, ob die gute Sibylle das mit ihrer Frage nach bösem Fett wirklich beabsichtigt hat :smile: Natürlich war mir klar, daß auch meine Darstellung eine 10 Zeilen Kurzfassung der Story ist…trotzdem noch ein paar Kommentare, auch wenn es inzwischen echt arg in die Feinheiten geht…

Deine Angaben sind leider auch nicht ganz richtig (quieeetsch
[sorry, den konnte ich mir jetzt wirklich nicht verkneifen

-))])

-> Quieeetsch, so nicht ganz richtig…kurze Fettsäuren
werden doch an Serumalbumin als Transporter gebunden,
langkettige FS werden über die Lipoproteine (jajaja, die
enthalten Cholesterine ich weiß!!!) transportiert…aber
nicht den Eindruck entstehen lassen, daß Cholesterin frei im
Blut vorkommt. Das Zeug ist maximal amphiphatisch mit einem
Sterangrundgerüst, das sowas von unpolar ist, daß es vieles
ist aber sicher NICHT frei löslich im Blut!!!

Das Serumalbumin ist das kleinste im (Blut)Plasma vorkommende
Protein, macht aber gleichzeitig die größte Menge aus und
dient (vor allem!) der Aufrechterhaltung des
kolloidosmotischen Drucks aber auch als Transportprotein für
u.a. Bilirubin, Fettsäuren, Penizillin, Thyroxin, Kalzium usw.
hat eine Funktion als Reserve-Eiweiß.

Nicht, daß bei Deinen Angaben nun (im Gegenzug) der Eindruck
entsteht, das Serumalbumin dient dem alleinigen Zwecke des
Fettsäuretransports.

Werden Fettsäuren an Albumin (= Protein) gebunden, so entsteht
automatisch (Terminologie) ein Lipoprotein. Ein Lipoprotein
ist aber grundsätzlich eine Protein/Lipid-Kombination, egal
wo, nicht nur im Blut und nicht nur zum Transport für
Fettsäuren bestimmt.

Nicht, daß über Deine Angaben nun der Eindruck entsteht,
Lipoproteine sorgen allein für den Fettsäuretransport.

-> Quieeeeeeetsch (hihi) nene, Lipoproteine sind anders definiert. LDL (das Lipoprotein schlechthin im bezug auf Cholesterinhintransport) besitzt als Proteinkomponente das sog. ApoB 100. Chylomikronen, die den Großteil der Fettsäuren (langkettig!) im Körper transportieren, besitzen eine kürzere Splicevariante davon, ApoB48. HDL, die aus VLDL ApoE erhalten, sind die einzigen Transporter, die Cholesterin aus der Peripherie wieder zurück zur Galle schaffen. Freie Micellen hätten immer das Problem. daß Zellen sie nicht spezifisch aufnehmen könnten, für die Lipoproteine gibt es tatsächlich spezifische Rezeptoren auf der Oberfläche. Wenn Du ihn im Regal stehen hast, schau mal in den großen Löffler / Petrides, der gibt einen guten Abriß darüber (S.469 ff)

Freie FS-Micellen in dem Sinne haben wir also nicht wirklich im Blut meines Wissens nach. Die Zusatzinformationen über Serumalbumin druck ich mir gleich mal aus :smile:

Der Lipid-Transport erfolgt über Micellen, die zusammengesetzt
sind aus:
Monoglyceriden,
freien Fettsäuren,
Gallensalzen,
Phospholipiden,
Cholesterin und
eingehüllten apolaren Lipiden.

Wie gesagt, diese Micellen beinhalten als wichtigsten, strukturellen Bestandteil alle Proteine, an Albumin gebunden sind tatsächlich meines Wissens nach die kurzkettigen FS.

Mit Deiner Aussage, daß Cholesterin amphipathisch ist, aber
gleichzeitig so was von unpolar, widersprichst Du Dir etwas.
Amphipathische Substanzen besitzen einen apolaren und einen
polaren Teil.
Das Cholesterin ist nun theoretisch durch sein Steran- oder
Gonan-Grundgerüst apolar, allerdings durch eine
ansynthetisierte -OH-Gruppe schwach polar.

-> Amphiphatisch genug, um in die Membran eingefügt zu werden und dort die Membranfluidität zu regulieren…prinzipiell gilt aber doch, daß es sicher nicht frei im Blut löslich ist, wie Du schon sagst, SCHWACH polar. Ich wollte damit nur deutlich machen, daß es sicher nicht frei im Blut rumschwappt, zumal ein guter Teil davon auch noch verestert ist und somit nicht einmal die freie OH-Gruppe zur Verfügung steht.

Nö, warum? Die meisten Vitamine sind hitzestabil. Das
Herauslösen durch Kochen ins Wasser ist eher ein Problem, als
eine Hitzeinaktivierung.

-> schon wieder Quieeeeetsch…erinnere mich dunkel an
meine Biochemie Vorlesung und die sagt mir, daß ein nicht
unerheblicher Teil weder Hitze noch Einfrieren noch Licht
abkann…anbraten geht, aber lange kochen ist definitiv ein
Vitaminkiller, genau so wie Sonnenlicht!!! (Ausnahme ist VitD,
das erst durch Sonneneinstrahlung in den Keratinocyten
gebildet wird)

Das wird gnadenlos übertrieben - ich erinnere mich ebenfalls
dunkel an meine Biochemie-Vorlesungen. Vitamin C - allgemein
als Hitze-instabil bekannt - wurde in früheren Zeiten auf den
großen Seglern in Form von Kartoffeln als Vitamin C-Quelle zum
Schutz vor Skorbut mitgeführt. Und weißt Du, wie lange
Kartoffeln kochen müssen? Es reicht aber schon eine
(mittelgroße) Kartoffel, um den nicht ganz geringen
Tagesbedarf an Vitamin C so anzugleichen, daß zumindest kein
Skorbut entsteht.

Dann hat meine BC-Professöse tatsächlich übertrieben, ich hab da diese schöne Overhead-Folie im Kopf, wo sie uns gezeigt hat, wie schnell diese Teile unter Licht, Hitze oder beim Einfrieren kaputt gehen, leider hab ich dieses „tolle“ Buch dazu nicht und im Löffler steht nix drin, was ich in 5 min auffinden konnte…bevor ich da keine tatsächlichen Daten hab, geb ich mich hier mal geschlagen und muß gestehen, es eben nicht besser zu wissen als aus einer Vorlesung vor *denk* 3 Jahren…

Ähnliches gilt für die anderen Vitamine auch. In den
entbehrungsreichen Zeiten ist es natürlich wichtig, das
allerletzte Quentchen Vitamine auch auszunutzen. Daher die
(Bauern)Regel. Mehr steckt aber nicht dahinter.

Wenn meine Darstellung den Eindruck erweckte, daß nur Rohkost g’sund ist, dann bitte ich um Verzeihung, es ist natürlich richtig, daß es nicht unerheblicher Teil eine Zubereitung im Kochtopf oder der Pfanne überlebt. Ein Apfel von Zeit zu Zeit schadet trotzdem nicht :smile:

Vitamin D ist in der (heutigen) Nahrung genügend vorhanden.
Eine Herstellung von Vitamin D aus den Vorstufen über UV-Licht
ist nicht notwendig. Deshalb sind Eskimos beispielsweise auch
dunkelhäutig (Vitamin D aus Fisch) :smile:)

Sicher richtig, aber bei der unausgewogenen Ernährung der meisten Menschen heutzutage ist es sicher nicht immer richtig. Vorkommen in Fisch, Milchprodukten und Speisepilzen, Entstehung aus Ergosterol bzw 7-Dehydrocholesterin unter UV. Der Körper kann es in ausreichender Menge selbst synthetisieren oder wahlweise mit der Nahrung aufnehmen…Calciferole regulieren den Plasmacalciumspiegel durch intestinale Aufnahme, verstärkte renale Rückgewinnung und Ca2+ Mobilisierung aus den Knochen. Es wirkt vermutlich, wie auch andere Steroide, als Transkriptionsregulator für verschiedene Gene im Ca2+ Stoffwechsel.

-> Nicht nur das, leider entstehen auch (gerade bei

ungesättigten Fetten!!) diverse unerwünschte und CANCEROGENE

Nebenprodukte! Die Doppelbindungen machen allen möglichen
Quatsch in der Bratpfanne, es entstehen diverse seltsame
Abbauprodukte, zusammen mit den Proteinen erst recht…wie
war das, beim Frittieren von Kartoffeln entsteht doch sogar
Acrylamid, wenn ich mich nicht irre…

Auf den unsicheren Boden der Kanzerogenese wollte ich mich nun
doch nicht einlassen. Dafür gibt es keine gesicherten Belege,
sondern nur Hypothesen.

-> stimmt schon, Gandalf wäre sicher der Richtige, um zur Chemie des Bratens ein paar Sätze beizusteuern, kommt auch immer auf die Hitze, das Öl und die sonstigen Produkte an…Nitrosamine sind meines Wissens nach in erster Linie bei käsehaltigen (also proteinreichen) Nahrungsmitteln ein Problem, das wäre so eine der Substanzen, bei der mir am ehesten einfällt, daß da ein cancerogenes Potential besteht…

Acrylamid ist in gebundener Form (und das tut es bereits im
Frittierfett) bereits vernetzt und damit unschädlich. Als
hochreaktives Gas ist es ein starkes Neurotoxin. Den Gag mit
Acrylamid im Frittierfett kannst Du also getrost kicken -
Bildzeitung-Horrorszenario.

Merci bien, die Chemie dahinter war mir nicht bekannt, auch wenn ich zu bedenken gebe, daß Acrylamid auch nach einiger Zeit wieder depolymerisiert, aber da halt ich es auch eher mit Paracelsus (auf die Dosis kommt es an) und futter meine Tüte Kartoffelchips. Bisher beschränkte sich meine Informationsquelle diesbezüglich auf den Familienkreis, aber auch Pharmazeuten lesen und hören seltsame Dinge und ich hab das nicht selbst recherchiert. Nun bin ich schlauer! :smile:

-> Pflanzliche, ungesättigte, gute Öle machen wirklich nur
Sinn, wenn man sie entsprechend schonend behandelt. Die
Braunglasflasche macht da schon Sinn (auch hier gilt, Licht
ist ein Radikalstarter und somit setzt es zusammen mit O2
oxidative Prozesse in Gang), Kühlschrank oder zumindest ein
dunkler, kühler Schrank sind die besten
Aufbewahrungsorte…dann schmeckt das Olivenöl auch nach 3
Monaten noch, wenn man’s über Tomaten, Mozarella und Basilikum
schüttet :smile:

Den Trick, wie aus Ölen freie Radikale entstehen, mußt Du mir
erzählen. Zudem der Körper genügend Dismutasen (CuZnSOD,
MnSOD, EcSOD) für den Radikalenfang zur Verfügung hat. Auch
Sauerstoff (O2) ist im Öl so gut wie nicht vorhanden, falls Du
auf einen Elektronenefflux hinauswillst. Dazu bräuchten wir
aber eine Wasserstoffquelle für die Absättigung der
Doppelbindungen. Und eine Quervernetzung schafft UV-Licht
nicht (zumindest nicht in 3 Monaten).

Der Trick mit dem Licht und den freien Radikalen? Gib mir einen Zettel und einen Stift :smile: Schönes Beispiel (wenn auch mit etwas anderer Auswirkung) ist die lichtkatalysierte Reaktion von H2 und Cl2. Fülle beide Gase (im Dunkeln!!!) in einen Ballon, nimm einen Photoblitz und ‚Puff‘ steht Du in einer Wolke aus HCl-Gas. Das Ganze geht so fix, weil’s halt ein Radikalkettenmechanismus ist.

Ich bitte, diesen Versuch wenn möglich nicht live auszuprobieren, da de Reaktion a) sehr heftig ist und b) HCl kennt man ja…der mußte jetzt sein, auch wenn ich prinzipiell von der Mündigkeit und der Fachkompetenz der wer-weiss-was-Forumsleser ausgehe :smile:

Ahnlich funktioniert das auch mit ungesättigten FS, Licht hat tatsächlich die unangenehme Angewohnheit, eine Radikalisierung (ex vivo, also noch in der Flasche!) des Öls in Gang zu setzen, das dann langam aber sicher verdirbt. Das ranzige Öl ist nichts weiter als verschiedene Oxidations- und Abbauprodukte, die sich in Deinem guten, kaltgepreßten Olivenöl anreichern…so dem Seminar meiner (sehr weit zurückliegenden) Lebensmittelanalytik entnommen, ohne noch einmal in die Unterlagen geschaut zu haben…
Für den Geschmack ist es auch nicht wichtig, daß große Mengen an Fettsäuren umgesetzt werden, die Abbauprodukte verderben schon in geringer Konzentration das Öl, was nicht heißt, daß es physilogisch unwirksam oder gar gefährlich ist. Es schmeckt einfach nur noch fies! Und auch Du bewahrst Dein Öl vermutlich nicht unter Schutzgas auf, so daß in der Flasche immer O2 sein wird…
eine weitere Idee, die mir dazu grad kommt und die ich zur Debatte stelle, der Verderb von Wein mittels O2 müßte auch ähnlich funktionieren, oder? Den Bordeaux, den ich vor 4 Tagen angebrochen hab, war am folgenden Tag kaum noch trinkbar, da der Wein sich a) bereits sichtbar verfärbt hat und b) diverse Geschmacksstoffe bereits gelitten hatten und c) sich größere Mengen Sediment gebildet haben…die Flasche war angebrochen und nach Entnahme einer nicht genau weiter definierten *hicks* Menge Wein wieder verkorkt, so daß es sich auch hier meiner Ansicht nach nur um einen Radikalmechanismus handeln kann, denn das bißchen O2 reicht wohl eher nicht, mir eine halbe Flasche Wein in nur einer Nacht zu verderben…schließlich ist die Kontaktoberfläche nicht sooo groß und die Konvektion ebenfalls nicht. Einzige Alternative dazu wäre O2, der sich im Wein löst…

Es darf diskutiert und geantwortet werden

cheers,

Felix

Beste Grüße (auch nach Neuseeland),

Stephan

*ggg* wer sonst (owT)

schlank - mager - Kate Moss? Oder: „Die will man nicht f*****, sondern füttern“? (Appelt)

Hallo Quietsch (keine Chance, da wieder `rauszukommen :smile:,

klar, daß auch meine Darstellung eine 10 Zeilen Kurzfassung
der Story ist…trotzdem noch ein paar Kommentare, auch
wenn es inzwischen echt arg in die Feinheiten geht…

Selber schuld. Was stellt sie auch so eine Frage? War eigentlich klar, daß dies zum Schlachtfeld der Kompetenzen ausarten wird.

-> Quieeeeeeetsch (hihi) nene, Lipoproteine sind anders
definiert. LDL (das Lipoprotein schlechthin im bezug auf
Cholesterinhintransport) besitzt als Proteinkomponente das
sog. ApoB 100. Chylomikronen, die den Großteil der Fettsäuren
(langkettig!) im Körper transportieren, besitzen eine kürzere
Splicevariante davon, ApoB48. HDL, die aus VLDL ApoE erhalten,
sind die einzigen Transporter, die Cholesterin aus der
Peripherie wieder zurück zur Galle schaffen. Freie Micellen
hätten immer das Problem. daß Zellen sie nicht spezifisch
aufnehmen könnten, für die Lipoproteine gibt es tatsächlich
spezifische Rezeptoren auf der Oberfläche. Wenn Du ihn im
Regal stehen hast, schau mal in den großen Löffler / Petrides,
der gibt einen guten Abriß darüber (S.469 ff)

Ok, ein Gegenbeispiel für ein bakterielles Lipoprotein (und die [Bakterien] haben meines Wissens nach keinen Blutkreislauf):

http://www.jbc.org/cgi/content/abstract/M306587200v1

Oder spaßeshalber nochmal eins:

http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/100/19/11001

Lipoproteine sind also tatsächlich Proteine mit einem Lipid-Anteil.

-> Amphiphatisch genug, um in die Membran eingefügt zu
werden und dort die Membranfluidität zu
regulieren…prinzipiell gilt aber doch, daß es sicher
nicht frei im Blut löslich ist, wie Du schon sagst, SCHWACH
polar. Ich wollte damit nur deutlich machen, daß es sicher
nicht frei im Blut rumschwappt, zumal ein guter Teil davon
auch noch verestert ist und somit nicht einmal die freie
OH-Gruppe zur Verfügung steht.

Ok, wir sind uns einig. Daß Cholesterin frei im Blut vorliegt, hatte ich aber nie behauptet :smile: Ist aber in Ordnung, darauf nochmals explizit hinzuweisen. Wobei ich nicht weiß, ob dem auch so ist. Nicht alles was unpolar im Blutkreislauf `rumschwimmt integriert sich gleich in irgendeine Membran. Auch die Membranen der Zellen fusionieren ja nicht einfach mal so - wie man es beispielsweise bei Fetttröpfchen auf dem Wasser beobachten kann.

Dann hat meine BC-Professöse tatsächlich übertrieben, ich hab
da diese schöne Overhead-Folie im Kopf, wo sie uns gezeigt
hat, wie schnell diese Teile unter Licht, Hitze oder beim
Einfrieren kaputt gehen, leider hab ich dieses „tolle“ Buch
dazu nicht und im Löffler steht nix drin, was ich in 5 min
auffinden konnte…bevor ich da keine tatsächlichen Daten
hab, geb ich mich hier mal geschlagen und muß gestehen, es
eben nicht besser zu wissen als aus einer Vorlesung vor *denk*
3 Jahren…

Eine rohe Kartoffel ist dem Organismus leider nicht zugänglich. Deshalb bringt hier der höhere Vit.C Gehalt (vergl. zur gekochten Kartoffel) auch nichts. Zudem ist es sinnvoll, die oft schwer verdaulichen Pflanzenzellen über Kochen dem Körper überhaupt erst zugänglich zu machen. Sonst ist der Vit. Gehalt zwar höher, aber physiologisch nicht verwertbar.

Wenn meine Darstellung den Eindruck erweckte, daß nur Rohkost
g’sund ist, dann bitte ich um Verzeihung, es ist natürlich
richtig, daß es nicht unerheblicher Teil eine Zubereitung im
Kochtopf oder der Pfanne überlebt. Ein Apfel von Zeit zu Zeit
schadet trotzdem nicht :smile:

Klaro. Mein Reden. Äpfel sind auch verdaubar, rohe Kartoffeln nicht.

Sicher richtig, aber bei der unausgewogenen Ernährung der
meisten Menschen heutzutage ist es sicher nicht immer richtig.

Vorkommen in Fisch, Milchprodukten und Speisepilzen,
Entstehung aus Ergosterol bzw 7-Dehydrocholesterin unter UV.

Hä? Wat für `ne Satzstellung?? Da hat das Google-copy&paste wohl nicht richtig gefunzt?

Der Körper kann es in ausreichender Menge selbst
synthetisieren oder wahlweise mit der Nahrung
aufnehmen…Calciferole regulieren den Plasmacalciumspiegel
durch intestinale Aufnahme, verstärkte renale Rückgewinnung
und Ca2+ Mobilisierung aus den Knochen. Es wirkt vermutlich,
wie auch andere Steroide, als Transkriptionsregulator für
verschiedene Gene im Ca2+ Stoffwechsel.

Der Plasmakalziumspiegel liegt in striktem Gleichgewicht zum Knochenapatit. Dort ist auch praktisch das gesamte Kalzium des Körpers eingelagert. Reguliert wird das u.a. über Osteaklasten/Osteoblasten. Die paar Ionen im Blut sind verglichen zu der Menge (im kg-Bereich) vernachlässigbar. Und was hat das jetzt mit Vitamin D zu tun?

-> stimmt schon, Gandalf wäre sicher der Richtige, um zur
Chemie des Bratens ein paar Sätze beizusteuern, kommt auch
immer auf die Hitze, das Öl und die sonstigen Produkte
an…Nitrosamine sind meines Wissens nach in erster Linie
bei käsehaltigen (also proteinreichen) Nahrungsmitteln ein
Problem, das wäre so eine der Substanzen, bei der mir am
ehesten einfällt, daß da ein cancerogenes Potential
besteht…

Das ist sicherlich richtig. Aber - wie gesagt - über Hypothesen kann man sich die Köpfe einschlagen. Alles eine Frage der Ideologie.

Merci bien, die Chemie dahinter war mir nicht bekannt, auch
wenn ich zu bedenken gebe, daß Acrylamid auch nach einiger
Zeit wieder depolymerisiert, aber da halt ich es auch eher mit
Paracelsus (auf die Dosis kommt es an) und futter meine Tüte
Kartoffelchips. Bisher beschränkte sich meine
Informationsquelle diesbezüglich auf den Familienkreis, aber
auch Pharmazeuten lesen und hören seltsame Dinge und ich hab
das nicht selbst recherchiert. Nun bin ich schlauer! :smile:

Ich kenne das von den Polyacrylamid-Gelen, die aus Acrylamid polymerisieren. Die Lösung gilt als hochtoxisch (einatmen), das Polymerisationsprodukt kann man aber getrost essen (was natürlich keiner tut).

Der Trick mit dem Licht und den freien Radikalen? Gib mir
einen Zettel und einen Stift :smile: Schönes Beispiel (wenn auch
mit etwas anderer Auswirkung) ist die lichtkatalysierte
Reaktion von H2 und Cl2. Fülle beide Gase (im Dunkeln!!!) in
einen Ballon, nimm einen Photoblitz und ‚Puff‘ steht Du in
einer Wolke aus HCl-Gas. Das Ganze geht so fix, weil’s halt
ein Radikalkettenmechanismus ist.

Ich weiß, wie Radikale entstehen. Biologisch generierte Radikale wären beispielsweise das Superoxid Anion und das Hydroxylion (evtl. noch NO-). Diese reagieren aber alle unterschiedlich. Das Superoxid Anion ist z.B. nicht membran-gängig, das Hydroxylion und NO dagegen schon. Diese reaktiven Sauerstoffintermediate werden von Freßzellen hergestellt und in respiratorischen Entladungen gegen Pathogene (Bakterien usw.) wie kleine Bomben eingesetzt.

d.h. Radikale sind nicht gleich Radikale. Auch der Ort des Geschehens ist wichtig für ihre Schädlichkeit/Nützlichkeit. Ohne die Radikale ist eine Infektabwehr praktisch nicht möglich und wir würden das erste Jahr nach der Geburt nur schwerlich überleben.

Ich bitte, diesen Versuch wenn möglich nicht live
auszuprobieren, da de Reaktion a) sehr heftig ist und b) HCl
kennt man ja…der mußte jetzt sein, auch wenn ich
prinzipiell von der Mündigkeit und der Fachkompetenz der
wer-weiss-was-Forumsleser ausgehe :smile:

Habe ich nicht vor. Wie schon erwähnt, generiert der menschliche Körper selbst kilo- bzw. literweise Radikale um sich vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. Und auch als Elektronenefflux aus der Elektronentransportkette (Übergang Komplex I zu Komplex II über CoenzymQ).

Ahnlich funktioniert das auch mit ungesättigten FS, Licht hat
tatsächlich die unangenehme Angewohnheit, eine Radikalisierung
(ex vivo, also noch in der Flasche!) des Öls in Gang zu
setzen, das dann langam aber sicher verdirbt. Das ranzige Öl
ist nichts weiter als verschiedene Oxidations- und
Abbauprodukte, die sich in Deinem guten, kaltgepreßten
Olivenöl anreichern…so dem Seminar meiner (sehr weit
zurückliegenden) Lebensmittelanalytik entnommen, ohne noch
einmal in die Unterlagen geschaut zu haben…
Für den Geschmack ist es auch nicht wichtig, daß große Mengen
an Fettsäuren umgesetzt werden, die Abbauprodukte verderben
schon in geringer Konzentration das Öl, was nicht heißt, daß
es physilogisch unwirksam oder gar gefährlich ist. Es schmeckt
einfach nur noch fies! Und auch Du bewahrst Dein Öl vermutlich
nicht unter Schutzgas auf, so daß in der Flasche immer O2 sein
wird…
eine weitere Idee, die mir dazu grad kommt und die ich zur
Debatte stelle, der Verderb von Wein mittels O2 müßte auch
ähnlich funktionieren, oder? Den Bordeaux, den ich vor 4 Tagen
angebrochen hab, war am folgenden Tag kaum noch trinkbar, da
der Wein sich a) bereits sichtbar verfärbt hat und b) diverse
Geschmacksstoffe bereits gelitten hatten und c) sich größere
Mengen Sediment gebildet haben…die Flasche war
angebrochen und nach Entnahme einer nicht genau weiter
definierten *hicks* Menge Wein wieder verkorkt, so daß es sich
auch hier meiner Ansicht nach nur um einen Radikalmechanismus
handeln kann, denn das bißchen O2 reicht wohl eher nicht, mir
eine halbe Flasche Wein in nur einer Nacht zu
verderben…schließlich ist die Kontaktoberfläche nicht
sooo groß und die Konvektion ebenfalls nicht. Einzige
Alternative dazu wäre O2, der sich im Wein löst…

Auf den Wein will ich jetzt nicht eingehen. Das könntest Du evtl. hier als Frage zur Debatte stellen.

Für das Ranzigwerden ist ein definierter Fett/Ölabbau zu Fettsäuren (Lipasen) und eine nachfolgende Zersetzung zu Aldehyden und Ketonen notwendig. Das funktioniert nur über mikrobiellen Verderb und nicht über die Radikalenbildung.

Vielleicht noch zum Wein. Wein ist als vergorener Traubensaft für Mikroorganismen sehr viel zugänglicher als Fett/Öl. Ein paar Baktieren oder Hefen aus der Hautflora können hier in kurzer Zeit wahre Wunder vollbringen. Neben Essig werden auch div. andere Säuren (Propionsäure, …) Ketone und Aldehyd-Verbindungen generiert. Genauer kenne ich mich damit nicht aus - müßte ich die Lebensmitteltechnologie bzw. Biotechnologie Skripte nochmals durchlesen (wozu ich recht wenig Lust habe). Auch alles unabhängig von Radikalen.

Lots of greetings to Hamburg,

Stephan

Hi Steph,

Hallo Quietsch (keine Chance, da wieder `rauszukommen :smile:,

-> Verdammte Axt, aber hab ich mir selbst eingebrockt :smile:))

klar, daß auch meine Darstellung eine 10 Zeilen Kurzfassung
der Story ist…trotzdem noch ein paar Kommentare, auch
wenn es inzwischen echt arg in die Feinheiten geht…

Selber schuld. Was stellt sie auch so eine Frage? War
eigentlich klar, daß dies zum Schlachtfeld der Kompetenzen
ausarten wird.

-> das ist doch auch der Sinn, oder? Und bestimmt sitzt sie am PC und freut sich eins über unsere ‚Streitigkeiten‘ :smile: Da lernt der Mensch noch was :wink:

-> Quieeeeeeetsch (hihi) nene, Lipoproteine sind anders
definiert. LDL (das Lipoprotein schlechthin im bezug auf
Cholesterinhintransport) besitzt als Proteinkomponente das
sog. ApoB 100. Chylomikronen, die den Großteil der Fettsäuren
(langkettig!) im Körper transportieren, besitzen eine kürzere
Splicevariante davon, ApoB48. HDL, die aus VLDL ApoE erhalten,
sind die einzigen Transporter, die Cholesterin aus der
Peripherie wieder zurück zur Galle schaffen. Freie Micellen
hätten immer das Problem. daß Zellen sie nicht spezifisch
aufnehmen könnten, für die Lipoproteine gibt es tatsächlich
spezifische Rezeptoren auf der Oberfläche. Wenn Du ihn im
Regal stehen hast, schau mal in den großen Löffler / Petrides,
der gibt einen guten Abriß darüber (S.469 ff)

Ok, ein Gegenbeispiel für ein bakterielles Lipoprotein (und
die [Bakterien] haben meines Wissens nach keinen
Blutkreislauf):

http://www.jbc.org/cgi/content/abstract/M306587200v1

Oder spaßeshalber nochmal eins:

http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/100/19/11001

Lipoproteine sind also tatsächlich Proteine mit einem
Lipid-Anteil.

-> Jajaja, wenn Du im humanen System keinen Ausweg mehr findest, flüchstest Du ins Prokaryontenreich *hihi* Willst ja nur Recht behalten, bekommst Du in diesem Fall ja auch, aber ich bleib dabei, daß humane Lipoproteine als bereits genannte Proteine definiert sind. Viel spannender ist die Frage, sind humane Lipoproteine auch mit Lpiden modifiziert? Über die posttranslationale Modifikation weiß ich da nämlich nix und zumindest bei Membranproteinen sind ja Prenylmodifikationen und andere Lipidveresterungen absolut an der Tagesordnung. Wär ja fast sinnvoll, wenn die auch sowas hätten, oder?

-> Amphiphatisch genug, um in die Membran eingefügt zu
werden und dort die Membranfluidität zu
regulieren…prinzipiell gilt aber doch, daß es sicher
nicht frei im Blut löslich ist, wie Du schon sagst, SCHWACH
polar. Ich wollte damit nur deutlich machen, daß es sicher
nicht frei im Blut rumschwappt, zumal ein guter Teil davon
auch noch verestert ist und somit nicht einmal die freie
OH-Gruppe zur Verfügung steht.

Ok, wir sind uns einig. Daß Cholesterin frei im Blut vorliegt,
hatte ich aber nie behauptet :smile: Ist aber in Ordnung, darauf
nochmals explizit hinzuweisen. Wobei ich nicht weiß, ob dem
auch so ist. Nicht alles was unpolar im Blutkreislauf
`rumschwimmt integriert sich gleich in irgendeine Membran.
Auch die Membranen der Zellen fusionieren ja nicht einfach mal
so - wie man es beispielsweise bei Fetttröpfchen auf dem
Wasser beobachten kann.

-> jup, stimmt schon, aber prinzipiell ist Blutplasma kein zweiphasiges System, oder? Und korrigier mich, aber Cholesterin ist nicht gerade für seine Wasserlöslichkeit bekannt…was nicht heißt, daß es Möglichkeiten gibt, unpolare Substanzen im Blut zu stabiliseren. Ob Plasma nicht doch zumindest teilweise eine Emulsion ist, weiß ich gar nicht :smile:

Dann hat meine BC-Professöse tatsächlich übertrieben, ich hab
da diese schöne Overhead-Folie im Kopf, wo sie uns gezeigt
hat, wie schnell diese Teile unter Licht, Hitze oder beim
Einfrieren kaputt gehen, leider hab ich dieses „tolle“ Buch
dazu nicht und im Löffler steht nix drin, was ich in 5 min
auffinden konnte…bevor ich da keine tatsächlichen Daten
hab, geb ich mich hier mal geschlagen und muß gestehen, es
eben nicht besser zu wissen als aus einer Vorlesung vor *denk*
3 Jahren…

Eine rohe Kartoffel ist dem Organismus leider nicht
zugänglich. Deshalb bringt hier der höhere Vit.C Gehalt
(vergl. zur gekochten Kartoffel) auch nichts. Zudem ist es
sinnvoll, die oft schwer verdaulichen Pflanzenzellen über
Kochen dem Körper überhaupt erst zugänglich zu machen. Sonst
ist der Vit. Gehalt zwar höher, aber physiologisch nicht
verwertbar.

-> voll und ganz Deiner Meinung. Und mal ehrlich, frische Kartoffeln sind doch was Feines, oder? Mit ein bißchen Butter und Petersilie…der Gedanke, die dann roh zu essen…neeeeeeeee…by the way, ich weiß zwar, daß Kartoffeln roh ungesund sind, aber warum? Welche Substanzen zerkocht man denn da genau, die unliebsam sind?

Sicher richtig, aber bei der unausgewogenen Ernährung der
meisten Menschen heutzutage ist es sicher nicht immer richtig.

Vorkommen in Fisch, Milchprodukten und Speisepilzen,
Entstehung aus Ergosterol bzw 7-Dehydrocholesterin unter UV.

Hä? Wat für `ne Satzstellung?? Da hat das Google-copy&paste
wohl nicht richtig gefunzt?

-> Google copy&paste? Das verbiete ich mir :smile: Hab ich ehrlich aus dem Löffler abgetippt :smile:, hatte nur keine Lust zu mehr als Telegrammstil-Kurzfassung :stuck_out_tongue:

Der Körper kann es in ausreichender Menge selbst
synthetisieren oder wahlweise mit der Nahrung
aufnehmen…Calciferole regulieren den Plasmacalciumspiegel
durch intestinale Aufnahme, verstärkte renale Rückgewinnung
und Ca2+ Mobilisierung aus den Knochen. Es wirkt vermutlich,
wie auch andere Steroide, als Transkriptionsregulator für
verschiedene Gene im Ca2+ Stoffwechsel.

Der Plasmakalziumspiegel liegt in striktem Gleichgewicht zum
Knochenapatit. Dort ist auch praktisch das gesamte Kalzium des
Körpers eingelagert. Reguliert wird das u.a. über
Osteaklasten/Osteoblasten. Die paar Ionen im Blut sind
verglichen zu der Menge (im kg-Bereich) vernachlässigbar. Und
was hat das jetzt mit Vitamin D zu tun?

Es geht nicht um die Menge der Ionen, sondern um deren Konzentration! Ad 1, zu hohe Ca2+ Konzentrationen sind böse weil Ca diverse unlösliche Salze bilden kann (Bsp. Ca-Oxalat = Nierensteine) und somit das Ca-Level im Plasma niedrig sein muß…extrazelluläres Ca wird andererseits benötigt, denn wo das im Körper alles Signalfunktion hat, damit fang ich hier gar nicht erst an, weil das den Rahmen komplett sprengen tät, außerdem benötigen (wie Du weißt) die Muskelzellen Ca2+ auch in rauhen Mengen und das SR schreit auch danach, ab und zu mal nachgefüllt zu werden (Ca induced Ca release und Ca induced Ca uptake). VitD ist nur Regulator, das schließt denk ich mal die Osteoclasten ein…Löffler Seite 657 ff, wenn Du hast…Calciferole induzieren vermutlich die Differenzierung von Promomocyten zu Osteoclasten und deren Aktivierung. So weit mein Lehrbuch…

Merci bien, die Chemie dahinter war mir nicht bekannt, auch
wenn ich zu bedenken gebe, daß Acrylamid auch nach einiger
Zeit wieder depolymerisiert, aber da halt ich es auch eher mit
Paracelsus (auf die Dosis kommt es an) und futter meine Tüte
Kartoffelchips. Bisher beschränkte sich meine
Informationsquelle diesbezüglich auf den Familienkreis, aber
auch Pharmazeuten lesen und hören seltsame Dinge und ich hab
das nicht selbst recherchiert. Nun bin ich schlauer! :smile:

Ich kenne das von den Polyacrylamid-Gelen, die aus Acrylamid
polymerisieren. Die Lösung gilt als hochtoxisch (einatmen),
das Polymerisationsprodukt kann man aber getrost essen (was
natürlich keiner tut).

-> Acrylamidgele essen? Da kenn ich andere Ideologien zu, allerdings nur durch Mundpropaganda diverser Praktikumsleiter. Bei der Gefährlichkeit von EtBr mußte ich mich auch schon belehren lassen…denn das geht in gesunde Zellen auch nach mehrstündiger Inkubation nicht zwingend rein (zumindest nicht durch passive Diffusion durch die Membran!) und somit ist fraglich, in welchen Mengen es überhaupt in den Körper aufgenommen wird. Wenn es Studien zur Depolymerisation von Polyacrylamid gibt, immer her damit. Das ist wirklich mal Wissen, das im Laboralltag nützlich ist!

Der Trick mit dem Licht und den freien Radikalen? Gib mir
einen Zettel und einen Stift :smile: Schönes Beispiel (wenn auch
mit etwas anderer Auswirkung) ist die lichtkatalysierte
Reaktion von H2 und Cl2. Fülle beide Gase (im Dunkeln!!!) in
einen Ballon, nimm einen Photoblitz und ‚Puff‘ steht Du in
einer Wolke aus HCl-Gas. Das Ganze geht so fix, weil’s halt
ein Radikalkettenmechanismus ist.

Ich weiß, wie Radikale entstehen. Biologisch generierte
Radikale wären beispielsweise das Superoxid Anion und das
Hydroxylion (evtl. noch NO-). Diese reagieren aber alle
unterschiedlich. Das Superoxid Anion ist z.B. nicht
membran-gängig, das Hydroxylion und NO dagegen schon. Diese
reaktiven Sauerstoffintermediate werden von Freßzellen
hergestellt und in respiratorischen Entladungen gegen
Pathogene (Bakterien usw.) wie kleine Bomben eingesetzt.

d.h. Radikale sind nicht gleich Radikale. Auch der Ort des
Geschehens ist wichtig für ihre Schädlichkeit/Nützlichkeit.
Ohne die Radikale ist eine Infektabwehr praktisch nicht
möglich und wir würden das erste Jahr nach der Geburt nur
schwerlich überleben.

-> keine Einwände. Es ging ja aber eingangs um die Frage, was Radikale im Öl so machen, daß sie physiologisch evtl unbedeutsam sind, weiß ich auch! Beim Braten (um noch einmal auf Cancerogene zurückzukommen) ist wohl wenn überhaupt eher das Problem, daß reaktive Intermediate entstehen, die auf rein chemischer Weise mit diversen Biomolekülen in der Bratpfanne eine ganze Palette unerwünschter Endprodukte erzeugen, die u.U. nicht so gesund sein könnten…aber auch ich esse gern Bratkartoffeln und mache mir über die biologische Relevanz nur dann Gedanken, wenn ich mal wieder Bio-Kohle statt knuspriger Kartoffelscheiben produziere…was glücklicherweise eher selten vorkommt :smile:

Habe ich nicht vor. Wie schon erwähnt, generiert der
menschliche Körper selbst kilo- bzw. literweise Radikale um
sich vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. Und auch
als Elektronenefflux aus der Elektronentransportkette
(Übergang Komplex I zu Komplex II über CoenzymQ).

-> Spannendes Thema, kann man auf jeden Fall diverse Fachtagungen zu verbringen…oder sich bei einer Flasche Wein die Köpfe drüber heiß reden :smile:
Leckgeschlagene Mitos, seltsam agierende Makros, ich finds schon ziemlich skuril, daß sich immer noch Leute trauen, über oxidativen Streß zu reden, wo der Körper doch jeden Tag selbst solche Mengen an Radikalen herstellt, verwendet und abbaut…und offensichtlich bestens dagegen geschützt ist. Sicher ist das EIN Problem für Raucher, aber nicht DAS Problem. Oder?

Für das Ranzigwerden ist ein definierter Fett/Ölabbau zu
Fettsäuren (Lipasen) und eine nachfolgende Zersetzung zu
Aldehyden und Ketonen notwendig. Das funktioniert nur über
mikrobiellen Verderb und nicht über die Radikalenbildung.

-> wieder was gelernt, Du bist der Lebensmittelexperte :smile: Meine CTA-Ausbilder haben dann die Story wohl arg vereinfacht :smile:

Die Weinfrage stell ich ins Forum, am wahrscheinlichsten wird wohl sein, daß Beides stimmt…experimentell echt eine Herausforderung, denn Wein zu autoklavieren oder zu ultrafiltrieren würd den Trick nicht tun, weil man ihn entweder thermisch zersetzt oder den Schluff schon mitfiltriert…aber den Verderb an sterilem Wein zu untersuchen wär ja mal was :wink:

regards,

Felix

Hallo Quietsch,

am besten gebe ich meine wissenschaftlich so erfolgreich gestartete Karriere auf und widme meinen gesamten Lebensinhalt allein der Beantwortung bzw. der Reaktion auf Deine Forenbeiträge.

Hi Steph,

Hallo Quietsch (keine Chance, da wieder `rauszukommen :smile:,

-> Verdammte Axt, aber hab ich mir selbst eingebrockt :smile:))

Jepp, und rate mal, wer das so richig gut findet :smile:))

Selber schuld. Was stellt sie auch so eine Frage? War
eigentlich klar, daß dies zum Schlachtfeld der Kompetenzen
ausarten wird.

-> das ist doch auch der Sinn, oder? Und bestimmt sitzt sie
am PC und freut sich eins über unsere ‚Streitigkeiten‘ :smile: Da
lernt der Mensch noch was :wink:

Also eigentlich wollte ich ganz schlicht ihre Frage beantworten. Welcher Bock mich da reitet, hier stundenlang Expertisen anzufertigen muß ich noch herausfinden.

-> Jajaja, wenn Du im humanen System keinen Ausweg mehr
findest, flüchstest Du ins Prokaryontenreich *hihi* Willst ja
nur Recht behalten, bekommst Du in diesem Fall ja auch, aber
ich bleib dabei, daß humane Lipoproteine als bereits genannte
Proteine definiert sind. Viel spannender ist die Frage, sind
humane Lipoproteine auch mit Lpiden modifiziert? Über die
posttranslationale Modifikation weiß ich da nämlich nix und
zumindest bei Membranproteinen sind ja Prenylmodifikationen
und andere Lipidveresterungen absolut an der Tagesordnung. Wär
ja fast sinnvoll, wenn die auch sowas hätten, oder?

Nö. Das Problem ist, ich weiß , daß Lipoproteine eine eigene Protein-Gruppe darstellen. Sobald ich die Medline durchsuche kommen auf die Begriffe allerdings nur die LDLs und Co. zu tausenden. Und mich durch tausend Artikel zu quälen, nur um etwas zu belegen, ist mir dann doch zuviel der Mühe. Also: Prokaryonten + Lipoproteine - jeder Schuß ein Treffer.

Die Lipoproteine haben auch eine Signal-Funktion in der Zelle. Sphingosin 1-Phosphat (S1P) ist allerdings das einzige, was ich gerade dazu finde.

-> jup, stimmt schon, aber prinzipiell ist Blutplasma kein
zweiphasiges System, oder? Und korrigier mich, aber
Cholesterin ist nicht gerade für seine Wasserlöslichkeit
bekannt…was nicht heißt, daß es Möglichkeiten gibt,
unpolare Substanzen im Blut zu stabiliseren. Ob Plasma nicht
doch zumindest teilweise eine Emulsion ist, weiß ich gar nicht

)

Die emulgierenden Substanzen hatten wir ja schon aufgezählt. Und alles andere lagert sich ab bzw. wird dann von den Makrophagen wieder abgefressen.

-> voll und ganz Deiner Meinung. Und mal ehrlich, frische
Kartoffeln sind doch was Feines, oder? Mit ein bißchen Butter
und Petersilie…der Gedanke, die dann roh zu
essen…neeeeeeeee…by the way, ich weiß zwar, daß
Kartoffeln roh ungesund sind, aber warum? Welche Substanzen
zerkocht man denn da genau, die unliebsam sind?

Die Kartoffelstärke wird durch das Kochen für uns aufschließbar.

-> Google copy&paste? Das verbiete ich mir :smile: Hab ich
ehrlich aus dem Löffler abgetippt :smile:, hatte nur keine Lust zu
mehr als Telegrammstil-Kurzfassung :stuck_out_tongue:

Kleiner Scherz am Rande. Jetzt beleidigt?

Es geht nicht um die Menge der Ionen, sondern um deren
Konzentration! Ad 1, zu hohe Ca2+ Konzentrationen sind böse
weil Ca diverse unlösliche Salze bilden kann (Bsp. Ca-Oxalat =
Nierensteine) und somit das Ca-Level im Plasma niedrig sein
muß…extrazelluläres Ca wird andererseits benötigt, denn wo
das im Körper alles Signalfunktion hat, damit fang ich hier
gar nicht erst an, weil das den Rahmen komplett sprengen tät,
außerdem benötigen (wie Du weißt) die Muskelzellen Ca2+ auch
in rauhen Mengen und das SR schreit auch danach, ab und zu mal
nachgefüllt zu werden (Ca induced Ca release und Ca induced Ca
uptake). VitD ist nur Regulator, das schließt denk ich mal die
Osteoclasten ein…Löffler Seite 657 ff, wenn Du
hast…Calciferole induzieren vermutlich die
Differenzierung von Promomocyten zu Osteoclasten und deren
Aktivierung. So weit mein Lehrbuch…

Die Signalfunktion (zumindest) in der Zelle ist mir bekannt. Auch die Apoptose-Induktion über Ca-Efflux aus den Mitochondrien.

-> Acrylamidgele essen? Da kenn ich andere Ideologien zu,
allerdings nur durch Mundpropaganda diverser Praktikumsleiter.
Bei der Gefährlichkeit von EtBr mußte ich mich auch schon
belehren lassen…denn das geht in gesunde Zellen auch nach
mehrstündiger Inkubation nicht zwingend rein (zumindest nicht
durch passive Diffusion durch die Membran!) und somit ist
fraglich, in welchen Mengen es überhaupt in den Körper
aufgenommen wird. Wenn es Studien zur Depolymerisation von
Polyacrylamid gibt, immer her damit. Das ist wirklich mal
Wissen, das im Laboralltag nützlich ist!

Bei nachweislich kanzerogenen Substanzen wäre ich grundsätzlich vorsichtig (EtBr). Es kommt allerdings nur schwer durch die Oberhaut und die schuppt sich ja bekanntlich nach außen ab. Also auch halb so wild. Dennoch …

-> Spannendes Thema, kann man auf jeden Fall diverse
Fachtagungen zu verbringen…oder sich bei einer Flasche
Wein die Köpfe drüber heiß reden :smile:
Leckgeschlagene Mitos, seltsam agierende Makros, ich finds
schon ziemlich skuril, daß sich immer noch Leute trauen, über
oxidativen Streß zu reden, wo der Körper doch jeden Tag selbst
solche Mengen an Radikalen herstellt, verwendet und
abbaut…und offensichtlich bestens dagegen geschützt ist.
Sicher ist das EIN Problem für Raucher, aber nicht DAS
Problem. Oder?

Die Lungen (vor allem die Epithelzellen) erfahren beim Rauchen einen erhöhten oxidativen Streß. Das ist mit einer erhöhten Produktion von Radikalenfängern verbunden. Damit sind Raucher theoretisch gegen andere Abgase besser geschützt als Nichtraucher. Das kompensiert sich allerdings wieder durch den Rauch der Zigaretten und Co.

Sorry für das Abwürgen (kurze Antworten) … mein Tag hat leider nicht mehr als 24 h + Nacht. :smile:))

Beste Grüße,

Stephan

Hi Stephan,
um diese Diskussion nicht ausarten zu lassen…ich stimme Dir in (fast) allen Punkten zu, der Rest wird (wenn überhaupt) bei einem Glas Wein ausdiskutiert :smile:

Es war mir ein Fest :wink:

Felix