Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

Von: , Frage gestellt am Di, 30. Sep 2003

Wie kann man, möglichst mit einfachsten Mitteln den Sauerstoff-Gehalt der Luft von 21 auf unter 10 %, besser unter 5 % absenken?
Bin Chemiker (ist aber schon 25 Jahre her, dass ich studiert habe) und weiß, dass das mit heißem Cu-Geflecht geht, bzw. -um Stickstoff absolut O2-frei zu bekommen- mit "Fieser-Lösung".
Ich suche nach einer ganz einfachen Methode (Molekular-Siebe??), um aus ganz gewöhnliche Luft den Sauerstoff möglichst weit zu entfernen. ==> um so eine Art "Schutz-Gas" zum Schweißen und Löten zu machen.

Also: Wie kann man für den Handwerker/Heimwerker ein "Maschinchen" bauen, das ihm aus Luft ein "Schutzgas" macht???(Rest-Sauerstoff-Gehalt von ca 5 % dürften nicht stören)

9 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 29 Minuten 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

    Hi Helmuth,

    zum einen gibt es die Möglichkeit, die Luft durch eine Pyrogallol-Lösung zu blubbern. Aber das ist auf die Dauer sicher zu kostspielig.

    Dann kannst Du flüssigen Stickstoff verdampfen. Den kriegst Du als Feuerwehrmann ohne Probleme bei Gaslieferanten.

    Die Azidmethode (NaN3-zersetzung) ist sicher auch zu teuer und gefährlich.

    Stickstoff ließ sich auch irgendwie im Kipsch herstellen, aber auf die schnelle fällt mir die Mischung nicht ein.

    Gandalf

    • Antwort von nach 35 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

      Hi Gandalf,
      flüssigen Stickstoff = auskondensieren des O2, also das typische Kühlfallenproblem? Ein paar Dewargefäße (also im schlimmsten Falle handelsübliche Thermoskannen?) sollten da doch reichen, in Reihe geschaltet müßte doch eine O2 Konzentation von weniger als 5% locker erreichbar sein.....fragt sich nur, ob man da nicht gleich den flüssigen Stickstoff als Schutzgas nehmen kann, den man in eine plietsch konstruierte Verdampferapparatur schüttet. Die Kühlfallenmethode hat den Charme, daß man den Stickstoff lange Zeit verwenden kann und nur kleinere Mengen braucht, allerdings sollte man das verflüssigte O2 entsprechend vorsichtig handhaben, oder?

      Cheers,

      Felix
      zum einen gibt es die Möglichkeit, die Luft durch eine
      Pyrogallol-Lösung zu blubbern. Aber das ist auf die Dauer
      sicher zu kostspielig.

      Dann kannst Du flüssigen Stickstoff verdampfen. Den kriegst Du
      als Feuerwehrmann ohne Probleme bei Gaslieferanten.

      Die Azidmethode (NaN3-zersetzung) ist sicher auch
      zu teuer und gefährlich.

      Stickstoff ließ sich auch irgendwie im Kipsch herstellen, aber
      auf die schnelle fällt mir die Mischung nicht ein.

      Gandalf

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

      Hallo Gandalf,
      das ist mir alles zu aufwändig; den Umweg über die Luftverflüssigung (Lindeverfahren)macht die Industrie bereits. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 41 Minuten 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

    Lieber Helmuth,

    ich fürchte "das kost´ teuer Geld" wie Meister Röhricht sagt.
    Denn in 1 cbm Luft sind 210 Liter Sauerstoff. Wenn Du auf ca. 5 Vol% runter willst, so sind das immer noch 150 Liter = knapp 7 Mol Sauerstoff, die Du binden willst. Das heißt du brauchst zum Beispiel:
    - 3,5 Mol Kohlenstoff (= 41 Gramm) oder
    - 7 Mol Magnesium (= 168 Gramm) oder
    - 7 Mol Kupfer (= 441 Gramm)
    und das Ganze noch bei der richtigen Temperatur vollständig umgesetzt....

    Da ist das folgende billiger und einfacher:
    http://schutzgasschweissgeraet.quatimo.de/

    Ich rate den Baumarkt Deines Vertrauens zu besuchen.

    Gruß
    Bernd [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

    Hallo Helmuth,

    ich kann Dir auch nur empfehlen, mit Schutzgas zu operieren, also Stickstoff zu benutzen und damit den Sauerstoff fern zu halten. Das ist in der Industrie gängige Praxis, da alles andere deutlich teurer und schwieriger ist.

    Gruß Kubi

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

      Hallo Kubi,
      das iset gerade: Ich will ein Maschinchen "erfinden", das es ermöglicht, OHNE Schutzgas, nur mit der überall verfügbren LUFT (minus möglichst viel o2)zu schweißen.
      Für das Inertisieren (z.B. in der Chemischen Industrie)könnte man sich den Umweg über Luftverflüssigung und Auftrennen in N2 und O2 sparen!- [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

        Hallo Helmuth, das iset gerade: Ich will ein Maschinchen "erfinden", das es
        ermöglicht, OHNE Schutzgas, nur mit der überall verfügbren
        LUFT (minus möglichst viel o2)zu schweißen.
        Das dürfte trotzdem aufwendiger und teurer sein als ein Stickstoffvorrat (soll's etwas mehr sein, halt als Flüssig-Tank). Für das Inertisieren (z.B. in der Chemischen Industrie)könnte
        man sich den Umweg über Luftverflüssigung und Auftrennen in N2
        und O2 sparen!-
        Tut man dort auch. Das überläßt man den spezialisierten Industrien. Die chemische Industrie kauft den benötigten Stickstoff fertig als Flüssigstickstoff, bzw. läßt sich bei größeren Mengen einen Generator auf's Gelände stellen. Der ist dann entweder eine Membran-Technik oder eine Mini-Luftzerlegungsanlage.

        Gruß Kubi

  4. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    Re: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

    Hallo Helmuth: In der Industrie wird der Sauerstoff mit Membrantechnologie aus der Luft abgetrennt. Firmen für Industriegase
    (z.B. http://www.carbagas.ch; od. ev. Linde Gas) stellen solche Anlagen zur Verfügung und überwachen sie auch selber via Internet. Die Reinheit von solchem N2 liegt zwischen 97-99,9%. Ob auch kleine Anlagen für Handwerker lieferbar sind, weiss ich nicht. MfG [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Sauerstoff-Entfernung aus der Luft

      Hallo Paul,
      das ist ein brauchbarer Hinweis!
      Mir ist klar, dass die großtechnische Luftzerlegung energetisch nicht zu toppen ist (vor allem, weil der N2 für die Ammoniaksynthese ohne O2 sein muss.)
      Aber für den mobilen Einsatz bzw. auf Schiffen (zur Inertisierung) in Entwicklungsländer, für den Heimwerker usw. ist die Beschaffung von Schutzgas in Flaschen sehr umständlich und ein O2-restgehalt von 1% würde "den Kohl nicht fett machen". Da würden auch ein paar Cent für elektrischen Strom nicht so sehr zu Buche schlagen.
      Ich kann mich auch an meine Zeit bei der Werkfeuerwehr erinnern; da hatten wir einen ganzen LKW-Anhänger voller N2-Flaschen, um z.B. Flüssiggase oder extrem brennbare Flüssigkeiten "umzudrücken".
      Helmuth [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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