Hi,
Hi Gandalf,
lies doch mal Wolfgang Schmidbauer: " Jäger & Sammler, als
sich die Evolution zum Menschen entschied", da wird es eben
überzeugend anders dargestellt als du (und viele andere bisher
auch) es siehst.
naja, ehrlich gesagt ist es keine Kunst etwas geschickt darzustellen... und überzeugend erst recht nicht. Ich habe dieses Buch nicht gelesen, von daher möchte ich es nicht von vornherein als Unsinn deklarieren, zumal in den meisten noch so wüsten Theorien zumindest ein Körnchen Wahrheit stecken kann...
Hi Ernesto,
J u S haben sich ausgewogen
ernährt,
sie haben das gegessen, was sie kriegen konnten. Wenn ein
großes Tier erlegt wurde, gabs die nächste Zeit Fleischmengen,
die einen 'modernen' Ernährungsberater sicher grauen ließen.
Gabs wenig, wurde Kohldampf geschoben, auch nicht sehr
ausgewogen.
--> war wohl nichts mit ausgewogen
doch, hochwertige Pflantennahrung gab es immer reichlich
Wirklich "hochwertige" Pflanzennahrung ist so eine Sache. Klar, Sojabohnen etc. sind sicher eine hochwertige Nahrung andererseits sind solche Pflanzen nun nicht gerade flächendeckend verbreitet. Jäger und Sammler eben und nicht Ackerbau.
Der Aufschluss weniger "wertvoller" Pflanzennahrung ist für ein nicht spezialisiertes Lebewesen wie den Menschen eher schwierig. Er hat keine eigenen Verdauungsenzyme um den hohen Rauhfaseranteil verwerten zu können und verfügt auch nicht über ein Pansensystem oder wenigstens einen ordentlichen Blinddarm wie "ordentliche" Pflanzenfresser. Dem großen Panda, als aktuelles Beispiel, gehts mit seiner wenig vollwertigen Grundnahrung ebenso...
kannten keine Kriege,
Das ist eine Frage der Definition von Krieg. Wenn Du Krieg als
große Sache siehst, die ganze Völker einbezieht, magst Du
recht haben, aber kleine, wenn auch recht brutale und für
viele tötliche Konflikte gab es sicher, weil die Recourcen
immer sehr knapp waren.
das gerade nicht!!!!!!!!!!!
Na, da würde ich keinen großen Eimer drauf wetten aber dank eher kleinerer Gruppen waren die Möglichkeiten für Konflikte auch eher in kleinerem Rahmen. Ausserdem sollens ja eher Familienverbände gewesen sein... und eine Krähe hackt der anderen ja seltener ein Auge aus :)
Aber von einer friedfertigen Idylle in der alle lieb und nett zu einander waren würde ich so pauschal nicht ausgehen...
keine Seuchen,
Das ist sicher nicht wahr. Wie kommst Du darauf?
Kleine Gruppen!
Gut, dadurch dass es rel. überschaubare Gruppen waren und man zumindest nicht in riesigen Verbänden auf engstem Raum lebte konnte es seltener Seuchen von der Dimensio der Pest oder spanischen Grippe geben, aber deshalb von Seuchenfreiheit zu reden wäre etwas blauäugig.
keine sozialen
Probleme,
Wie kommst Du darauf?
alle besaßen dasselbe und davon wenig!
Hm, dann sollte es in vielen Landstrichen dieser Erde äusserst friedfertig zugehen. So pauschal ists nicht haltbar.
keine Hungersnot,
Die gab es mit Sicherheit immer wieder, weil die
Nahrungsquellen immer unterschiedlich sprudelten. GAb es eine
lange Dürre oder einen überlangen Winter, der die Pflanzen im
Mai erfrieren ließ, sah es sicher bitter aus.
Geht ratzfatz. Vorallem wenn man keine Reserveproduktionen laufen hat und vernünftige Vorratshaltung... und die entsprechenden Methoden dazu.
sie hatten selten Parasiten
Wenn man sich die Naturvölker haute anschaut, haben ca. 80 %
Würmer nd andere Parasiten. Das dürfte damals nicht anders
ausgesehen haben
die heute seltenen J & S haben keine!
Da würdest Du Deine Innereien für verwetten??? Parasiten und die dazugehörenden Wirte sind ein herrlich eingespieltes System, mit sehr feinen Anpassungen aneinander. Diesem System ist der "moderne Technokrat" nur durch seine Lebensweise entronnen... Nicht zu vergessen die vielen lustigen Dinge die vom erjagten Essen auf einen hopsen können :)
waren selten krank,
Krankheiten dürften dafür verantwortlich sein, daß ca. 80 %
der Kinder nicht das 10. Lebensjahr erreichten. Das nennst Du
selten. ICh nenn Dein Argument eher seltsam.
trifft auf J & S nicht zu!
Man sollte das Rundherum nicht vergessen...
In einer solchen Umgebung galt noch richtig "Survival of the fittest". Vieles was zu schwächlich war wurde frühzeitig ausgelöscht. Ich schätze schon das der damalige Mensch im vergleich zu uns heute bedeutend zäher und widerstandsfähiger war. Aber keine Krankheiten? Keine Parasiten? In einer Umgebung die voll damit ist? In der jedes Lebewesen im Zugzwang gegen Pathogene steht? Seeehr unwahrscheinlich.
trotzdem wurden sie nach geltender
wissenschaftl. Meinung meistens nur 30 - 40 Jahre alt.
Nun endlich meine Frage: Woran starben sie so früh?
An den Konflikten, den Hungersnöten, den Parasiten, den
Krankheiten.
eeben nicht!
Sondern weil ein Mammut drauf getreten ist, oder was?
Was denn?
Gandalf
Ernesto
Mal im Ernst. Solche Dinge sind natürlich irgendwo wahr aber man sollte diese Aussagen erstens genausowenig glauben wie solche, die sagen dass es heute nur besser und toll ist. Aber so allgemien und verklärt ists auch nicht angebracht. Die Bodenhaftung sollte man bei einem solchen Thema nicht vergessen.
Das Jäger und Sammlertum macht, besonders die Jagd auf größere Tiere, eine gewisse Sesshaftigkeit nötig. Und damit und der dadurch gegebenen Nähe zu den eigenen Fäkalien ergibt sich schon das ein oder andere Risiko.
Tschö
JD