Bio-Bergbau
Von: , Frage gestellt am So, 26. Mär 2000
Weiß jemand über Bio-Bergbau Bescheid und zwar chemisch
gesehen?
Freue mich über jede Hilfe!
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Dieses Verfahren nennt sich Bio-leaching. Es nutzt aus, daß einige Mikroorganismen (MO) in der Lage sind wasserunlösliche Schwermetallsulfide in wasserlösliche Sulfate zu verwandeln. Normalerweise werden bei diesem Verfahren Abraumhalden mit diesen MO gepimft und mit Wasser beregnet. Gleichzeitig wird Luft von unten eingeleitet, weil die MO Sauerstoff benötigen. Das Sickerwasser wird aufgefangen und aufgearbeitet.
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Gandalf
Bioleaching
(biolog., mikrobielle Erzlaugung, mikrobielle Laugung). Bez. für den mikrobiellen Aufschluß von mineral. Stoffen u. die damit mögliche Metallgewinnung mit Hilfe von Mikroorganismen, die über biochem. Reaktionsmechanismen schwer lösl. Metallverb. in Lsg. bringen können. So lassen sich nach herkömmlichen Meth. nicht mehr abbauwürdige Erze wirtschaftlich nutzbar machen, insbes. Kupfer- u. Uranerze. Aus Gründen des Umweltschutzes könnte B. in Zukunft auch zur Rückgewinnung von Wertmetallen aus Ind.-Rückständen zum Einsatz kommen.
Eine zentrale Rolle beim B. spielen chemolithoautotrophe Thiobacillus-Arten (s. Schwefelbakterien) wie T. thiooxidans u. T. ferrooxidans (s. a. Chemolithotrophie), die bei pH-Werten von 2 bis 3 wachsen u. ihre Energie aus der Oxid. von Sulfiden, elementarem Schwefel, Thiosulfaten od. Tetrathionaten zu Sulfaten beziehen. Beim B. ist zwischen direkter u. indirekter bakterieller Laugung zu unterscheiden: Bei der direkten Laugung wird das sulfid. Mineral enzymat. katalysiert über mehrere Zwischenstufen im unmittelbaren Kontakt mit dem Bakterium zum Sulfat oxidiert nach
MS + Sauerstoff --> MSO4
u. damit das Metall (M), z. B. Cu, Zn, Pb, Mo, Sb, Co, Ni, in Lsg. gebracht. Pyrit (FeS2) wird zu Fe(III)-Sulfat umgesetzt.
Bei der anschließenden indirekten Laugung werden unlösl. Metallsulfide durch Fe(III)-Sulfat auf rein chem. Weg in ihre lösl. Sulfate u. Schwefel umgewandelt, wobei lediglich das laugende Agens vom Mikroorganismus produziert od. regeneriert wird, d. h. der Mikroorganismus wirkt nur katalyt. durch Säurebildung, z. B. nach der Gleichung
Schwefel + Sauerstoff + Wasser --> Schwefelsäure
In der prakt. Anw. überlagern sich meist beide Laugungsmechanismen, so daß das B. insgesamt auf dem Zusammenspiel biochem. u. chem. Oxid. beruht, wobei der Kreislauf von Fe2+ u. Fe3+ von entscheidender Bedeutung ist.
Lit.: Präve et al. (4.), S. 835–858.
E bioleaching
F biolessivage
I biolisciviazione
S biolixiviación
Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 2.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1999