TagundNacht
Von: , Frage gestellt am Di, 11. Nov 2003
Hallo, ihr Lieben!
Nein, ich habe keine astronomische oder geologische Frage, obwohl es damit zusammenhängt!
Neulich, bei der letzten von einer der inzwischen vielen Dokumentation im TV zum Thema Stonehenge/Avebury, Megalith"kultur" allgemein, wo die These eines englischen Forschers vorgestellt wurde, daß Stonehenge ursprünglich nicht ein sonnen- sondern ein mondorientiertes "Planetarium" gewesen sei, mit Bauanfang in der Zeit der Jäger&Sammler und zwar Ende der letzten Eiszeit (vor ca 4-5000Jahren?), da kam mir eine sehr merkwürdige Frage:
"Seit wann eigentlich findet das Leben der Menschen (hauptsächlich) `am Tage´ statt?"
Wenn tatsächlich die frühen Jägervölker (zu ihrer eigenen Arterhaltung) `immer´ die Dunkelheit der späten Abendstunden und der Nacht genutzt haben, um ihren Vorteil gegenüber den "arglos die Nacht zum Ruhen nutzenden" Tieren zu nutzen? Also eine nur andere Art des "Fallenstellens" betreibend, die natürlich nur funktioniert bei tierischen Opfern, die tatsächlich die Nacht zum Ruhen nutzen, also zB nicht gerade Katzen.
Natürlich war es der Mond (und v.a. wenn er "voll" war), der den Menschen damals (und das wirklich nur dem "männlich"-jagenden Teil?) zur Orientierung half.
Und wann und wie haben diese Jäger dann "ausgeruht"?
In der Doku wurde davon gesprochen, daß die Menschen "damals" die mondlose Zeit (also around Neumond) unter anderem zum Ruhen genutzt haben, aber auch zum Beispiel zur Fortpflanzungs"tätigkeit", zum "Beischlaf".
Dieser Aspekt wirft für mich auch ein ganz neues Licht auf die Frage der Menstruation[szyklen] (aber auch auf die des "Liebe bei/ohne Licht `machen´").
Daß der weibliche Menstruationszyklus nicht exakt mit dem Mondzyklus einherkommt ist meiner Ansicht nach überhaupt keine Widerlegung seiner Mondbedingtheit:
Gewächshäuser beweisen die Herstellbarkeit eines (vom ursprünglich "natürlich" bestimmten) offenbar völlig willkürlichen Rhythmus!
Natürlich handelt es sich im Grunde um 2 verschiedenartige natürliche Rhythmen, die sich gewisserweise (einseitig aufeinander) abgestimmt haben, und diese Abstimmung ist irgendwodurch begründet.
Eine konkrete Frage an die Biologen unter euch:
Gibt es in der Tierwelt, neben solchen Erscheinungen wie der `Brunftzeit´, ähnliche Erscheinungen wie die menschenweibliche Menstruation, oder gibt es die nur bei Menschen?
Wegen dieser Fragekomponente mein posting hier im Biologie-Brett, obwohl meine eigentliche Frage ja auch v.a. eine psychologische und philosophische Komponente hat, ja, sogar eine sprachwissenschaftliche, wie man am Begriff "Weihnachten" sieht und der Tatsache, daß früher "in Nächten und nicht in Tagen" gezählt worden ist, was am englischen "a fortnite" für "14 Tage" noch zu sehen ist.
Unterliegen wir nich vielleicht alle einem Irrtum, wenn für uns "das Leben" an sich im wesentlichen bei Helligkeit/am Tage/bei Sonne stattfindet?
Wenn ich mir "das vergangene Jahr" oder irgendein Jahr vorstelle, stelle ich mir ja immer einen ("hellen") Zeitraum, `im Lichte´ vor, oder?! Oder doch "ein Jahr lang Nacht"?
Ist dies, wie in der Dokumentation vermutet wurde, tatsächlich erst seit dem Übergang zu einer hauptsächlich ackerbauenden "Produktionsweise" der Fall?
Also stehen wir historisch aktuell erneut mitten in einem Übergang zu einer cybermäßig-virtuellen tagundnacht-losen Lebenswelt?
Warum aber verharrt unser Bewußtsein, daß "nachts die eigentliche Zeit der Ruhe" ist? Haben wir Angst, daß uns dann tagsüber die Felle wegschwimmen könnten?
Natürlich hätte ich auch gerne gewußt, wie sich das Lebensgefühl, nicht nur das Zeit"zähl"gefühl bei Menschen ändert, die hauptsächlich "des Nachts" tätig sind! Damit meine ich aber sowohl "im Arbeitsprozeß (`anschaffend´)" als auch "eigenkreativ tätig".
Gibt es da einen Wandel, was den "wesentlichen Teil des Tages" (oder eben "der Nacht"!) betrifft?
Mir zum Beispiel "kommen nachts erst die richtigen Ideen".
Pfui!!! Das meinte ich v.a. "wissenschaftlich" und literarisch!
Aber warum nun wieder eigentlich "pfui!" ???
Nur der UHR ist wirklich Tag und Nacht völlig gleich!
Und ich habe große Bedenken, ob es mir gelungen ist, euch meine "eigentliche" Frage deutlich zu machen, und habe deshalb noch eine weitere sprachwissenschaftliche Komponente:
Woher
kommt der Begriff "untertage" und warum heißt er so ???
Ist "übertage" wirklich das Gegenstück dazu?
Abschließend an die Moderation/Administration:
Hätte ich die Frage lieber erstmal unter "Sonstiges" gepostet? Aber es ist doch gar nicht "eine von den sonstigen Fragen", nur eine die zumindest ich nicht eindeutig einem bestimmten Brett zuordnen kann!!!
Ich bitte auch diesbezüglich herzlichst um Hilfe!
Liebe Grüße, eure Elli
