Optimale Umgebungstemperatur nicht 37 Grad?

Hi,
warum ist es für den Körper nicht am angenehmsten, mit ca. 37 Grad C Umgebungstemperatur zu leben? So wäre doch der geringste Stoffwechselaufwand erforderlich, um die Körpertemperatur zu halten - oder wie ist das?

Danke im voraus für Eure Antworten und schöne Grüße,
Gabi

Hi Gabi,

angenehm und optimal driften hier auseinander: Der Mensch braucht Reize, zu denen auch Temperaturwechsel gehören. Wenn’s eher zu kalt ist, schützt sich der Mensch durch Kleidung und Behausung und erfährt so ein dauerndes Auf und Ab. Bei tropischen Temperaturen schwitzt der Mensch, mal mehr, mal weniger - auch das ist Abwechslung. Bei fehlenden Reizen entwickelt sich Hospitalismus, in der Extremform auch bekannt als Kaspar-Hauser-Syndrom.

Gruß Ralf

Das Problem ist folgendes:

Du hast zwar 37 Grad Körpertemperatur, benötigst ja aber zum Leben einen Stoffwechsel. Dieser baut den Zucker bzw. Kohlenhydrate, die Du isst ab und baut daraus über den Vorgang der Glykolyse bzw. Zitronensäurezyklus ATP auf. ATP (Adenosintriphosphat) ist die Körpereigene Energie. Diese wird dann zu ADP+P (Adenosindiphosphat + Phosphor) gespalten. Bei diesem ganzen Prozess wird ein Haufen Energie in Form von Wärme frei.

Dies bedeutet, wenn wir in einer 37 Grad warmen Umgebung leben würden, würden wir dadurch noch wärmer werden. Die hätte aber zur Folge, dass ab eine Körpertemperatur von ca 41 Grad die Denaturierung der Proteine einsetzt. (d.h. Das Körpereigene Eiweiss wird zerstört.) Dies hat den Tod zur Folge.

Es ist also ganz gut, dass es nicht ganz so warm ist.

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Hallo,

Dies bedeutet, wenn wir in einer 37 Grad warmen Umgebung leben
würden, würden wir dadurch noch wärmer werden. Die hätte aber
zur Folge, dass ab eine Körpertemperatur von ca 41 Grad die
Denaturierung der Proteine einsetzt. (d.h. Das Körpereigene
Eiweiss wird zerstört.) Dies hat den Tod zur Folge.

da können wir dann doch froh sein, dass wir diesen Sommer überlebt haben :smile:
Glücklicherweise gibt es noch die Verdunstung mit deren Hilfe wir unseren Körper auch bei Temperaturen jenseits 40 Grad Celsius auf Normaltemperatur halten können. Aber natürlich hast du recht, da der Körper ständig Wärme als Abfallprodukt produziert, wird es bei Temperaturen weit unter 37 Grad schon unmöglich, allein durch „Luftkühlung“ die Wärme abzuleiten.

Gruss, Niels

Hi Gabi,

wie unten schon gesagt, muß die Wärme weg, damit Dein Stoffwechsel weitergehen kann.
Üblicherweise werden 25 °C als die angenehmste Temperatur empfunden, das Optimum ist aber auch abhängig von der Luftfeuchtigkeit. Das weil bei höherer Luftfeuchtigkeit die Verdunstung des Schweis immer schwieriger wird.

Wenn die Luft sehr trocken ist, werden, zumindestens kurzzeitig, auch deutlich höhere Temperaturen toleriert (Sauna).

Gandalf

Hallo Gabi,

um ein wenig in die Tiefe zu gehen:

Die Körpertemperatur wird von der Leber hochgehalten. Hier (Leber) herrschen tropische 42°C. Durch die hohe Temperatur wird beschleunigt:

  • Entgiften von Stoffwechselendprodukten usw.
  • Regulation des Immunsystems (Fieber, Akutphase)
  • Verwertung der Nahrungsmittelbestandteile, die aus dem Dünndarm über die Pfortader unmittelbar in die Leber eingeschwemmt werden.

An den Rest des Körpers gibt die Leber eine Kerntemperatur von 37°C für die inneren Organe und eine entsprechende Körpertemperatur - je nach Wetterlage - an die Extremitäten ab.

Herrschen nun 37°C Außentemperatur, so wird die Leber ihre hohe Temperatur nicht mehr los und der Organismus überhitzt - oder stirbt an seinen Stoffwechselendprodukten/Fieber/usw.

Gegengesteuert wird durch Kühlung über Schweißdrüsen, Erweiterung der Blutgefäße, höherer Blutdruck und beschleunigte Herzfrequenz (um das Blut schneller in kühlere Bereiche - Hautoberfläche - zirkulieren zu lassen).

Optimal sind für den Organismus also eher Temperaturen, bei denen er seine 37°C Körpertemperatur loswerden kann, ohne kühlen zu müssen und natürlich ohne weiter hochheizen zu müssen - also ca. 24 - 28°C - je nach Konstitution und physiologischen Zustand (Schlaf, Arbeit, Ruhe, …).

Beste Grüße,

Stephan

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