Cr (II) acetathydrat

Von: , Frage gestellt am Di, 28. Mär 2000

Ich habe gelesen, daß das Acetathydrat Cr2(O2CCH3)4(H2O)2 seit langem als anomal bekannt war, da es rot und fast diamagnetisch ist.

Vielleicht stehe ich jetzt völlig auf dem Schlauch...aber was ist daran so besonders das es rot und fast diamagnetisch ist???
Woran liegt das?
Und warum sind einkernige Cr (II) Verbindungen blau bzw. violett und stark paramagnetisch die zweikernige Verbindung (s.o) aber nicht???

Bin für jede Hilfe echt dankbar!!!

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: Cr (II) acetathydrat

    Ich habe gelesen, daß das Acetathydrat
    Cr2(O2CCH3)4(H2O)2 seit langem als anomal
    bekannt war, da es rot und fast
    diamagnetisch ist.

    Vielleicht stehe ich jetzt völlig auf dem
    Schlauch...aber was ist daran so
    besonders das es rot und fast
    diamagnetisch ist???
    Außer dem von Dir genannten Chrom(II)-acetat kannte man eben bis vor kurzer Zeit nur Chrom(II)-Verbindungen, die blau und paramagnetisch waren. Da Farbe und Magnetismus vom Metallatom (in einer bestimmten Oxidationszahl) abhängig sind, fiel es einfach auf, daß in dieser Verbindung Chrom(II) so völlig anders auftritt als normal. Woran liegt das?
    Und warum sind einkernige Cr (II)
    Verbindungen blau bzw. violett und stark
    paramagnetisch die zweikernige Verbindung
    (s.o) aber nicht???
    Tja, ohne Dich mit theoretischen Grundlagen zu quälen, läßt sich diese Frage nicht leicht beantworten (zumal ich Deinen "anorganischen Bachground" nicht kenne). Die "geeignetste" Theorie wäre die Ligandenfeld-Theorie (MO geht aber auch). Falls Du Dich interessierst, empfehle ich Dir - neben diversen Lehrbüchern der Anorganischen Chemie - die Seite

    http://wwwchem.uwimona.edu.jm:1104/courses/IC10Kout....

    Grund für das ungewöhnliche Verhalten des Chrom(II)-acetats ist eine Vierfach-Bindung zwischen den beiden Chromatomen (Vierfachbindungen sind eine Spezialität der Anorganischen Chemie); dadurch entstehen (und das ist jetzt stark vereinfacht) "Hybridorbitale" der beiden Cr-Atome, die genau so mit Elektronen besetzt werden können, daß es keine ungepaarten mehr gibt. Daraus resultiert: kein Magnetismus (der schwache Paramagnetismus, der beobachtet wurde, resultiert aus Verunreinigungen mit Cr3+) und damit auch eine Farbänderung.

    Vielleicht war das keine grosse Hilfe, aber es war auch keine einfache Frage...

    Bernd

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