Hallo!
Lamarck hat ja gesagt ,dass ein Maulwurf fast blind ist, weil er seine Augen unter der Erde nicht braucht und sie sich deshalb zurückgebildet haben! Gibt es auch nach Darwin eine Erklärung dafür??
Oder die Sache mit dem Hals der Giraffe! Nach Lamarck ein inneres Bedürfnis! Wie ist das bei Darwin?? War es eine zufällige Mutation, dass „plötzlich“ eine Giraffe mit einem längeren Hals entstand??Wie ist der Nachteil dieses langen Halse aufgrund der wenigen Wirbel(?) zu rechtfertigen??
Ist nach Darwin dann nicht eigentlich alles Zufall!(weil die Mutationen sind ja zufällig!)
Muss einer Selektion eigentliche eine Mutation vorausgehen?? Oder gibt es auch aufgrund veränderter Selektionsbedingungen Mutationen??
Ist die adaptive Radiation dasselbe wie sympatrische Artbildung??
Wär echt toll, wenn ir jemand helfen könnte!
Danke im Voraus
Maren
Hallo Maren,
Ist zwar nicht mein Fachgebiet aber ich versuchs mal.
Die Natur bastelt dauernd Mutationen, aber die meisten sind gar nicht lebensfähig und sterben schon als Embrio ab. Manche bringen weder Vor noch Nachteile, solange sich die Umwelt nicht ändert.
Lamarck hat ja gesagt ,dass ein Maulwurf fast blind ist, weil
er seine Augen unter der Erde nicht braucht und sie sich
deshalb zurückgebildet haben! Gibt es auch nach Darwin eine
Erklärung dafür??
Die Augen benötigen recht viel Energie, insofern ist es ein Vorteil.
Oder die Sache mit dem Hals der Giraffe! Nach Lamarck ein
inneres Bedürfnis! Wie ist das bei Darwin?? War es eine
zufällige Mutation, dass „plötzlich“ eine Giraffe mit einem
längeren Hals entstand??Wie ist der Nachteil dieses langen
Halse aufgrund der wenigen Wirbel(?) zu rechtfertigen??
Zumindest haben die Nachteile z.b. beim Trinken leichtere Beute, ihrem Überleben keine nenneswerten Nachteile gebracht.
Ist nach Darwin dann nicht eigentlich alles Zufall!(weil die
Mutationen sind ja zufällig!)
Die Technik versucht zielgerichtet eine Lösung zu finden, was aber auch immer in der Praxis getestet werden muss. Und nicht jede Lösung bewährt sich. Und zufällige Lösungen gibt es auch in der Technik.
Muss einer Selektion eigentliche eine Mutation vorausgehen??
Oder gibt es auch aufgrund veränderter Selektionsbedingungen
Mutationen??
Wenn man Pech hat, sind zuwenig Variationen vorhanden und die Rasse stirbt aus.
Nein muss nicht. Ein praktisches Beispiel ist die Pest, wer das entsprechende mutierte Gen hatte, hat hat überlebt, die Anderen nur teilweise.
Und noch ein aktuelles Beispiel: Multiresistenz gegen Antibiothika bei Bakterien: Bringt im normalen Leben keinerlei Vorteil für das Bakterium. Der Vorteil ergibt sich erst wenn die Selektions-Kriterien durch Antibiothika geändert werden.
MfG Peter(TOO)
Hi,
schade, hab keine Zeit zum „Schwafeln“…
daher kurz.
Ist nach Darwin dann nicht eigentlich alles Zufall!(weil die
Mutationen sind ja zufällig!)
Muss einer Selektion eigentliche eine Mutation vorausgehen??
Oder gibt es auch aufgrund veränderter Selektionsbedingungen
Mutationen??
Mutation als spontan auftretendes Ereignis, oder auch durch Umwelteinflüsse wie z.B. Gifte „gefördertes“ Ereignis, ist tatsächlich Zufall. Nur wie er sich auswirkt dann nicht mehr. Ob eine neue Mutation Erfolg hat oder nicht (sofern sie überhaupt lebensfähig ist) hängt davon ab welchen Vorteil oder Nachteil sie in ihrem natürlichen Umfeld hat.
Andererseits darf man nicht vergessen das die diversen Parameter bei Lebewesen von Natur aus varieren. Die Schienbeine ausgewachsener Elefanten sind nicht alle gleich lang. Und wenn aus irgendeinem Grund einmal die Lebenstüchtigkeit eines Elefanten von der Länge seiner Schienbeine abhängig wäre… oder begünstigt, dann kann sich das Spektrum der Schienbeinlängen im Laufe der Generationen durchaus verschieben.
JD
Hallo, Maren
erstmal möchte ich auf Nightfly’s Beitrag verweisen.
Maulwurf fast blind ist, weil er seine Augen
unter der Erde nicht braucht
Ich halte diese These für gewagt wenn nicht falsch. Für den Maulwurf ist gutes Sehen kein besonders überlebenswichtiges Merkmal. Mutative Veränderungen des Sehvermögens wirken sich nicht in besseren Überlebenschancen aus. Sie wscheiden daher als Selektionsmerkmal aus.
Oder die Sache mit dem Hals der Giraffe!
Ist nach Darwin dann nicht eigentlich alles
Zufall!(weil die Mutationen sind ja zufällig!)
Bei jedem Giraffen-Individuum kann eine Mutation auftreten. Abhängig von rein zufälligen (Umwelt-)Faktoren
Und dann setzt die Selektion anhand folgender Kriterien ein: Verbessert oder verschlechtert diese Mutation die Überlebens- und Fortplanzungschancen? Gibt diese Mutation dem Tier eine größere oder kleinere Chance seine (mutierten) Gene an Nachkommen weiterzugeben? Dabei spielen natürlich auch die langen Zeiträume und die Anzahl der Generationen (damit auch die Häufigkeit des Auftretens von Mutationen) eine erhebliche Rolle.
Grüße
Eckard.
Hallo Maren!
Lamarck hat ja gesagt ,dass ein Maulwurf fast blind ist, weil
er seine Augen unter der Erde nicht braucht und sie sich
deshalb zurückgebildet haben!
So ungefähr. Beachte aber, daß Lamarck von der Vererbung erworbener Eigenschaften ausgeht. Nach Lamarck benutzt ein Maulwurf seine Augen nicht. Durch dieses Nicht-benutzen bilden sich seine Augen im Laufe seines Lebens zurück. Wenn er dann Nachwuchs hat, werdem diesem schon diese gerade erworbenen Merkmale vererbt, d.h., die Kinder haben schlechtere Augen als die Eltern, weil die Eltern ihre Augen während ihres Lebens verschlechtert haben.
Gibt es auch nach Darwin eine Erklärung dafür??
Ja aber sicher. Die Funktionalität der Augen wird über die Generationen hinweg nicht aufrecht erhalten, weil die Individuen mit schlechteren Augen keinen Nachteil mehr haben.
Oder die Sache mit dem Hals der Giraffe! Nach Lamarck ein
inneres Bedürfnis!
Auch hier wieder: Die Eltern strecken sich nach hohen grünen Zweigen und verlängern dabei ihren Hals. Dieses Merkmal, den zu Lebzeiten verlängerten Hals, vererben sie an ihre Kinder.
Wie ist das bei Darwin?? War es eine
zufällige Mutation, dass „plötzlich“ eine Giraffe mit einem
längeren Hals entstand??
Das ist schon richtig so. Die Anführungszeichen bei „plötzlich“ sind angebracht - wir reden hier über einen Zeitraum von vielen Generationen, wo immer wieder diejenigen, die zufällig einen etwas längeren Hals hatten, einen etwas größeren Fortpflanzungserfolg hatten als diejenigen mit kürzerem Hals.
Wie ist der Nachteil dieses langen
Halse aufgrund der wenigen Wirbel(?) zu rechtfertigen??
Das kann man nicht genau sagen. Offensichtlich scheinen aber die Vorteile zu überwiegen. Als Vorteil gilt übrigends auch, wenn Weibchen einen Langen Hals attraktiver finden als einen kurzen Hals. Vielleicht gerade _weil_ ein solcher Hals eigentlich nachteilig ist und ein Tier mit einem langen Hals praktisch beweißt, dass es einen starken Kreislauf etc. hat und so fit ist, die Nachteile auszugleichen. Darum haben zB viele Vögel ein eigentlich hinderliches Prachtgefieder.
Ist nach Darwin dann nicht eigentlich alles Zufall!(weil die
Mutationen sind ja zufällig!)
Die Mutationen sind zufällig. Die Selektion (abgesehen von Gendrift) nicht.
Muss einer Selektion eigentliche eine Mutation vorausgehen??
Was sollte sonst selektiert werden? Beispiel (Du spielst die Selektion und ich die Mutation): Ich zeige Dir zwei exakt gleiche, weiße Kleider und frage dich, welches du willst. Wie solltest du dich entscheiden? Wenn ich _nach_ deiner Entscheidung das gewählte Kleid erst Rot färbe und du magst kein Rot, wie hättest du das beeinflussen können?
Oder gibt es auch aufgrund veränderter Selektionsbedingungen
Mutationen??
Die Mutationsrate ist durchaus abhängig von Umweltbedingungen und damit auch von Selektionsbedingungen. Durch Selektion können sogar Teile des Genoms gezielt höhere Mutationsraten aufweisen als andere. Aber _welche_ Mutationen dann konkretr auftreten, ist und bleibt zufällig.
Ist die adaptive Radiation dasselbe wie sympatrische
Artbildung??
Nein, nicht ganz.
Bei der sympatrischen Artbildung entsteht eine neue Art innerhalb des Verbreitungsgebiets der Ausgangspopulation, also ohne geographische Isolation, aber in Folge mit einer sexuellen Isolation.
Das Gegenteil ist die allopatrische Artbildung (allos,gr.: anders; patria, gr.: Heimatland). Dabei wird der Genpool einer Population (Splitterpopulation) von anderen Populationen der Elternart abgetrennt und wird kein Genfluss mehr möglich, so können neue Arten entstehen.
Adaptive Radiation bezeichnet die vielfältige Abwandlung eines Bauplans (Grundmuster) infolge intensiver, in relativ kurzen Zeiträumen erfolgter Artbildungen. Diese Artbildungsprozesse können sowohl sym- als auch allopatrisch sein. Auf den Galappagos-Inseln findet man beides.
Gruß
Jochen