Hallo,
wir haben imBüro grad eine Frage diskutiert, die ich gerne mal hier weiterreichen möchte.
Das gemeine Huhn (Suppen- bzw. Brathuhn) hat ja auch ein männliches pendant: den Hahn.
Worin besteht nun aber der unterschied zwischen Hahn und dem weithin bekannten Gockel…und was haben wir im Supermarkt in der Truhe (etwa auch Hähne??)
Ich wäre euch sehr dankbar, wenn jemand dieses Mysterium aufklären könnte, damit meine Kollegen und ich (alles Stadtmenschen) nicht dumm sterben müssen.
Vielen Dank für euer Feedback
der Nightflyer
P.S. sorry für evt. Fehlposting aber mir ist nix besseres eingefallen als dieses
die Frage hätt ich unter Ess- und Trinkkultur vermutet, aber damit dieses Brett nicht zum Kochbrett degeneriert, ist sie vielleicht auch hier ganz gut aufgehoben.
Diesmal überlasse ich die Warenkunde nicht dem Stuttgarter Ministerium, sondern der CMA:
wo unter anderem zu lesen ist, dass die Bezeichnung Hähnchen unabhängig vom Geschlecht des toten Tieres ist.
Eine Bezeichnung fehlt allerdings auf der zitierten Seite, die ich hier anfüge:
Ein richtig schön ausgemästetes Hähnchen, sorgfältig gegrillt, auf dem Idealweg zwischen schmurgelndem Fett und goldbrauner Kruste, ist ein sogenannter
Goldbroiler
(Gibts seit rund dreizehn Jahren in dieser Form und unter diesem Namen nicht mehr, aber die Bezeichnung Broiler für Masthähnchen wird in der Tierzucht immer noch verwendet.)
Hallo, Martin,
jetzt hast Du dem armen Nightfly den Gockel unterschlagen, aber ich eile zu Hilfe (eigentlich sollten wir jetzt nach dem Eßkultur- ins Sprachbrett übersiedeln - ein wahrhaft interdisziplinäres Thema!)
Der Kluge (ethymologisches Wörterbuch) vermeldet: Gockel Sm „Hahn“ erw. reg. (15.Jh., Form 16.Jh.). Zuerst als Gockelhahn bezeugt. auch " Güggel, Göcker, Gockel u.ä. (auch mit i aus ü Gückelhahn). Eine Nachahmung des Sammelrufes des Hahns.
Alles klar? Es ist immer wieder der gleiche Mistkratzer, in der Fabel Henning genannt.
Besten Gruß
Eckard
jetzt hast Du dem armen Nightfly den Gockel
unterschlagen, aber ich eile zu Hilfe (eigentlich sollten wir
jetzt nach dem Eßkultur- ins Sprachbrett übersiedeln - ein
wahrhaft interdisziplinäres Thema!)
und wenn wir dann noch Nationalökonomie dazu nehmen: Das legendäre „Huhn im Topfe eines jeden Franzosen“ als Inbegriff für einen bescheidenen bürgerlichen Wohlstand mit dem Schönheitsfehler, dass sich davon kein „Grenznutzen“ im Sinn von Delta Huhn nach Delta Franzose abgeleitet ermitteln läßt?
Oder Kulturgeschichte: Die Sonnen-königliche Wachtel, die in vielen Schichten, mit dem Ochs angefangen über Kalb, Schwein, Kapaun … am Spieß zu braten ist und die Säfte jeder Schicht aufnehmen soll: Am Ende wird dann alles der Dienerschaft hingeworfen außer der Wachtel selber.
Der Gockel selber ist halt leider ein Opfer des Lebensmittelrechtes geworden…
Das gemeine Huhn (Suppen- bzw. Brathuhn) hat ja auch ein
männliches pendant: den Hahn.
Suppenhuhn und Brathuhn (=Brathähnchen, Brathändl, Broiler,
Gummiadler…) oder wie man das sonst noch nennen kann, sind
schon mal 2 unterschiedliche Kategorien.
Worin besteht nun aber der unterschied zwischen Hahn und dem
weithin bekannten Gockel…
Tja, ein Hahn ist nur ein männliches Hühnerviech.
Ein Gockel steht aber auf’m Mist oder stolziert übern Hühnerhof.
Den meisten Hähnchen bleibt das versagt.
und was haben wir im Supermarkt in
der Truhe (etwa auch Hähne??)
Während das Brathähnchen sicher immer ein nur für diesen Zweck
gemästetes zartes Geflügelviech ist, wird das Suppenhuhn wohl
eher ein nachgenutztes Legehenne sein (eben nur noch für die
Suppe tauglich, weil nicht mehr so zart).
Männliche und weibliche Kücken entstehen ja in etwa gleicher Zahl.
Die Hühnchen haben eine höhere Berufung und dürfen einige Monate
sich regelmäßig den Pürzel aufreißen um danach als Suppenhuhn
oder Katzen-/Hundefutter zu enden.
Dagegen gehen die Hähnchen gleich den kürzeren Weg bis zum Grillspieß.
Höchstens die überzähligen Hühnchen werden da mitgenommen.
Ich wäre euch sehr dankbar, wenn jemand dieses Mysterium
aufklären könnte, damit meine Kollegen und ich (alles
Stadtmenschen) nicht dumm sterben müssen.
Das tut Ihr armen Stadtmenschen sowieso
Milch kommt aus der Tüte, Fleisch vom Fleischer, Brot vom Bäcker
und Grillhähnchen eben aus der Kühltruhe, oder?
Gruß Uwi