Inzest - ab welcher wiederholungsstufe tödlich

hallo

neulich sah ich den „Spiegel“ und las einen artikel über ein dorf indem nur zwillinge geboren worden sind.

jeder mit jedem und jede mit jeder…

da der ort klein ist, ist da nicht viel an neuem material zu erwarten.

meine frage: ab wann zeigt sich das das miteindander… kinderproduzieren folgen hat?
ab der 3, 4 oder erst 5. generation?

wurde das mal gestestet oder hochgerechnet…

Das Tabu des Inzest hat sehr rationale Gründe, besonders mit dem heutigen Wissen über Genetik und die damit verbundenen Folgen für die Nachkommen. Da Geschwister untereinander oder Eltern und Kinder über sehr viele ähnliche Gene verfügen, ist die Gefahr der Erkrankung des Nachwuchses an Erbkrankheiten sehr viel größer als bei fremden Menschen, die miteinander Kinder zeugen. Dies hatten die Menschen - auch ohne irgendwelche Kenntnisse über Vererbungsregeln - schon sehr früh erkannt.

danke

meine frage: ab wann zeigt sich das das miteindander…
kinderproduzieren folgen hat?

Das Tabu des Inzest hat sehr rationale Gründe, besonders mit
dem heutigen Wissen über Genetik und die damit verbundenen
Folgen für die Nachkommen. Da Geschwister untereinander oder
Eltern und Kinder über sehr viele ähnliche Gene verfügen, ist
die Gefahr der Erkrankung des Nachwuchses an Erbkrankheiten
sehr viel größer als bei fremden Menschen, die miteinander
Kinder zeugen. Dies hatten die Menschen - auch ohne
irgendwelche Kenntnisse über Vererbungsregeln - schon sehr
früh erkannt.

Hallo

  1. „Folgen haben“ bedeutet ja nicht „tödlich“ , insofern erscheint Dein Artikel sofort suspekt .

  2. Du schreibst etwas über die angeblich schlechten Wirkungen des Inzestes woraus ich schließe , du wünscht Dir eine bestimmte Antwort .

  3. Die Vererbungslehre ist sehr kompliziert und Das genetische Prinzip ist ein konservatives .

Was ich über Inzest weiß , ist folgendes :
Der Staat ist gegen Inzest , unter anderem , weil es zu sprachlichen und gesellschaftlichen Abschottungen und Sammlung genetischer Besonderheiten kommen kann .
Eine Reparatur von Genen über Vermischung ist mir nicht bekannt , es erfolgt allenfalls eine Art Verdünnung , Verminderung .
Es gibt sogar Erbkrankheiten , welche sich unbedingt auf alle Beteiligten ausbreiten .
In Anbetracht des Alters des Inzestverbotes ist auch kaum eine genaue genetisch wissenschaftliche Basis zu vermuten .
In dem Dorf in Indien können also alles gesunde Menschen sein , das sie krank seien ist zunächst reine Unterstellung und das sie sterben möglicherweise reines Wunschdenken .
Übrigens kann eine Inzestehe nach meinen Kenntnissen beantragt werden , wenn besondere Gründe vorliegen .
MfG

Hallo Dirk,

Beim zitieren…

Das Tabu des Inzest hat sehr rationale Gründe[…] Dies hatten
die Menschen - auch ohne irgendwelche Kenntnisse
über Vererbungsregeln - schon sehr früh erkannt.

… sollte man auch die Quellen angeben: z.B. http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon… oder http://www.inzest-net.com/inzest.htm (wer da von wem abgeschrieben hat. läßt sich für mich im Moment nicht nachvollziehen).

Zu deiner Frage:

meine frage: ab wann zeigt sich das das miteindander…
kinderproduzieren folgen hat?
ab der 3, 4 oder erst 5. generation?
wurde das mal gestestet oder hochgerechnet…

Ein paar Informationen zum Thema Inzest und erhöhtes Risiko von Behinderungen, Erbkrankheiten, Totgeburten etc. findest du hier:
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/20.05.2003/5711…
http://www.medical-tribune.de/GMS/bericht/nachhaken
http://www.uni-koeln.de/pi/i/1997.085.htm
http://www.kinderaerzte-lippe.de/verwandtenehen.htm

Informationen zur Vererbung und Häufigkeit von Erbkrankheiten:
http://www.vobs.at/bio/gen-mol/g-human02.htm

Vor allem bei rezessiv vererbten Erbkrankheiten ist durch Verwandtenehen (oder Kinderproduzieren, wie du es nennst) ein erhöhtes Risiko gegeben. Die Wahrscheinlichkeit, daß zwei nichtverwandte Menschen den gleichen rezessiv vererbten genetischen ‚Defekt‘ aufweisen, ist einfach deutlich geringer als bei Verwandten. Im Prinzip kann bereits in der ersten Generation die Erbkrankheit auftreten. Z.B. könnten Vater und Mutter Träger des Allels ‚a‘ sein, das in homozygot rezessiver Konstitution zu einer Erbkrankheit führt: Vater ‚Aa‘ x Mutter ‚Aa‘ ergibt mit 25% Wahrscheinlichkeit ein Kind mit den Allelen ‚aa‘.

Je nachdem, welche Genfrequenzen in einer gegebenen Population (Dorf, Insel, Kontinent) für bestimmte Gendefekte vorliegen, ist die ‚Gefahr‘ bei Verwandtenehen höher oder niedriger einzustufen.
Lethale Gendefekte können sich in einer Population im übrigen nicht sehr stark anreichern, da die natürliche Selektion entgegenwirkt.

Weitere pauschale Antworten sind hier in der Diskussion sicher nicht hilfreich.

Viele Grüße
Eva

danke - das ist sehr interessant gewesen.