Re: Kalkreduktion durch Abkochen?
Hallo Sebastian: Durch abkochen kann man(n) den Kalkgehalt im Leitungswasser sehr wohl absenken. Im Trinkwasser variiert der Kalkgehalt zwischen 1-37 Härtegraden (1 Härtegrad, dH = 0,001 gr CaO/100 ml H2O) je nachdem ob das Grundwasser aus kalkarmem oder kalkreichem Boden stammt. Bei 25°C sind 0,00153 gr CaCO3/100 ml H2O löslich; bei 75°C sind 0,00190 gr CaCO3/100 ml H2O löslich. Im Leitungswasser ist der Kalk als Ca(HCO3)2 Calciumhydrogencarbonat gelöst, das im H2O eine höhere Löslichkeit hat als CaCO3.
CaCO3 + H2O + CO2 <---> Ca(HCO3)2; diese Reaktionsgleichung zeigt dass ein Gleichgewicht vorliegt. Wird kalkhaltiges Wasser erhitzt entweicht CO2 wodurch das Gleichgewicht nach links zum schlechter löslichen CaCO3 verschoben wird, wodurch CaCO3 ausfällt. Das Gegenteil tritt ein wenn CO2 ins H2O dosiert wird.
Wird Wasser in Behältern erhitzt die aus Aluminium-Legierungen bestehen (Bügeleisen etc.) ist ein gewisser Kalkgehalt erwünscht, ansonst korrodiert das kalkfreie Wasser das Aluminium zu stark; empfohlen wird in solchen Fällen eine Mischung aus Kalt- und Heisswasser. Abgelagerten Kalk (Kesselstein) kann man(n) mit verdünnter Essigsäure (Salatessig) gut auflösen.
Ist kalkfreies oder ionenfreies Wasser erforderlich werden Ionenaustauscher eingesetzt, ein energiefressendes erhitzen des H2O entfällt dadurch. Gruss
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