Nucleosidherstellung

Hi!
Mit welchen Reagentien kann man Ribsosen (oder Zucker im allgemeinen) mit Nucleinbasen im Labor verknüpfen?

Ich habe in den normalen Organik-Büchern dazu keine Informationen erhalten. Noch eine Frage zum Thema: Wie kann man das anomere Zentrum hierbei im Bezug auf die anderen Hydroxygruppen unterscheiden. Das Sauerstoffatom im Ring müsste ja im Stile einer Methoxygruppe eher Elektronendichte an das C’1 übertragen (+M überwiegt -I Effekt)als abziehen, ist das richtig?
Kann mir hier jemand weiterhelfen (ggf. durch eine schöne Internetseite)

Gruß
Benedikt

Hallo!

Mit welchen Reagentien kann man Ribsosen (oder Zucker im
allgemeinen) mit Nucleinbasen im Labor verknüpfen?

Die Verknüpfung Zucker + Nukleobase im labor ist alles andere als trivial, weil neben den geünschten noch eine ganze Reihe anderer Reaktionszentren zur Verfügung stehen. Deswegen wird die Nukleosid-Synthese fast immer der Natur überlassen und Derivate werden partialsynthetisch hergestellt.

Einen der einfachsten Wege z. B. zur Herstellung von Adenin beschreibt Vorbrüggen (Tetrahedron Letters, 36 (43), 7845-7848 (1995); falls du eine Bibliothek zur Hand hast). Dabei werden Ribose und N6-Benzoyladenin mit Hexamethyldisilazan und Trimethylchlorsilan zur Reaktion gebracht, wobei sich ein persilyliertes Adenin bildet, das dann mit Trimethylsilyltriflat gespalten wird. Diese Reaktion ist aber nicht allgemein anwendbar und versagt etwa bei Thymidin. Wenn man sehr gemein ist, könnte man auch sagen, die Bildung des richtigen Produkts ist Zufall… Natürlich ändern aber die Silylgruppen die elektronischen Strukturen im Zucker wesentlich, womit zum Teil auch deine zweite Frage beantwortet ist.

Der klassische Weg (falls es so etwas gibt, schliesslich ist die Reaktion nicht sehr praxistauglich) besteht eher darin, die Nukleobase zu schützen (meist wiederum mit Silylgruppen) und mit dem Zuckerderivat umzusetzen. Der Zucker trägt dabei häufig Benzylgruppen an den zu schützenden OH-Gruppen und eine geeignete Abgangsgruppe (zum Beispiel auch das leicht einzubringende Acetat) am C1. Ich bin aber kein Zuckerchemiker und kann daher über die Riboseseite weniger sagen…

Ich hoffe, doch etwas Aufklärung (oder doch Verwirrung?) gebracht zu haben :smile:
Gruss
Bernd

Hallo Berndt,

deine Ausführung war sehr interessant. Ich habe in den Büchern nur Verfahren zur Kopplung von Nucleotiden gefunden. Deshalb hatte ich vorwiegend gefragt.

Vielen Dank
Benedikt